Wanderungen
Sonnenwendfeuer
Klein Tibet
Nachdem ich die Berichte zu den Achensee-Reisen in 2020, 2021 und 2022 auf eine gemeinsame Webseite gepackt hatte, war es ob des zeitlichen Abstands Zeit, eine neue Webseite anzufangen. Jetzt sind hier die beiden Aufenthalte in 2025 und 2026 zu finden.
Achensee
19. - 28. Juni 2025
Es war mal wieder an der Zeit
"Endlich wieder Achensee/Alpenrose"! Ich weiß nicht, wie viele Reiseberichte von unseren Achensee-Urlauben ich mit diesem Satz angefangen habe. Seit 1996 verbringen wir immer wieder ein paar erholsame Tage im Hotel Alpenrose am Achensee. Lange Zeit im Zwei-Jahres-Turnus. Während der Pandemie waren wir in zwei Jahren viermal hier. Dann allerdings weder 2023 noch 2024. Insofern hat das "Endlich wieder Alpenrose" eine doppelte Bedeutung.
In 2025 nun konnten wir wegen Fronleichnam unseren Aufenthalt auch auf 10 Tage verlängern. Die Anreise so mitten in der Woche bei gleichzeitigen anderweitigen Verpflichtungen von Montag bis Mittwoch machten eine frühzeitige Vorbereitung notwendig. Anders als sonst lagen die Kofferinhalte schon seit dem Wochenende in Arbeits- und Schlafzimmer herum. Zwei Dinge erforderten aber längeres Nachdenken. Bilder in der Gegend um den Achensee habe ich in den vielen Jahren reichlich gemacht. Keine Ahnung wieviele Fotografien vom Achensee aus allen möglichen Perspektiven ich schon in meiner Sammlung habe. Aber als Hobby-Fotograf geht man dennoch nicht ohne Kamera in den Urlaub. Ich entschied mich aber für das "kleine Besteck". Die Sony RX100 und die OM-System OM-1, mit Makroobjektiven und Filtern fanden am Ende den Weg in die Fototasche.
Ein anderes Thema war eher betrüblich. Ich hatte seit meiner Augen-OP Ende März keinen Golfball mehr geschlagen und wusste daher nicht, ob ich Bälle jenseits der Pitch-Entfernung überhaupt finden würde. Das in Bruchsal zu testen, fand ich keine Zeit. So blieb die Golfausrüstung schweren Herzens daheim, ist doch der Platz in Pertisau einer meiner (wenigen) Lieblingsplätze.
Am Mittwoch brachten wir noch Merlin, das Graupapagei-Mädchen, das sich bei uns in Dauerpflege befindet, in den Tierpark, wo sie wieder von den Mitarbeitern und Helfern die nächsten Tage gepflegt werden würde. Zumindest konnte ich mich am Abend nach der Vorstandssitzung im Park nochmal bei ihr verabschieden.
Donnerstag, 19. Juni - Anreise und Neues in der Alpenrose
Die Fahrt nach Maurach erforderte ein paar Umwege. Wieder einmal gab es einen längeren Stau auf der A8 vor der Einhausung Grubingen und wir quälten uns über Land, wie viele andere Autofahrer auch. Auch die Nordumfahrung München kam wegen 30 min Stau nicht mehr infrage und wir fuhren über Bad Tölz, obwohl wir die Strecke am Tegernsee entlang normalerweise bevorzugen. Am Eingang der Eng war ob des schönen Wetters die Hölle los. Ausflügler, Motorradschwärme, Radfahrer mit und ohne elektrische Unterstützung und Durchgangsverkehr. Selbst auf den letzten paar Kilometern entlang des Achensee ging es nur stockend voran. Aber schließlich kamen wir nach etwa fünf Stunden Reisezeit bei der Alpenrose an und tranken erst einmal ein Glas Prosecco. Während wir so den Beginn unseres Urlaubs genossen, kam Wolfgang vorbei, Er erkannte Johanna natürlich sofort wieder. Später trafen wir ihn nochmal in Cocoon und er erzählte von den jüngsten Neuerungen. Dass die Bar renoviert worden war, hatten wir schon gelesen. Außerdem sei die Technik des Schwimmbades komplett erneuerst und 16 Zimmer neu gemacht worden.
Seit wir in die Alpenrose kommen, ist Innovation und Instandhaltung eine durchgängige Maxime.
Die Fahrt war am Ende doch anstrengend gewesen, weswegen mir, nach einem weiteren Getränk etwas später, auf unserem Balkon die Augen zu fielen und mich erst die Nachbarn über uns weckten, als die auf ihren Holzbalkon traten.
Heute war BBQ Abend, wobei wir allerdings drinnen in unserer Stube blieben.
Ob mir die umgestaltete Bar gefällt, wusste ich noch nicht zu sagen. Die eigentliche ovale Bar mit den Barhockern war um die Hälfte gekürzt. Die Decke in diesem Bereich erinnert etwas an eine Tropfsteinhöhle. In der vorderen Hälfte der Bar waren die kleinen Sitzgruppen an der Seite ersetzt worden. Und der von der Bar freigemachte Bereich füllt nun eine kleine Lounge mit Sesseln und Tischchen.
Eine Enttäuschung gab es noch bei der Getränkebestellung: Kostenzers Holunderbrand war nicht mehr auf der Karte.
Freitag, 20. Juni - Sonnenbad und Wellness
Nach dem Frühstück war erst einmal Solegrotte angesagt, was Johanna und ich immer am Morgen machen, wenn wir beide im Haus sind.
Manchmal kann auch ich ein paar Stunden inaktiv sein (zumindest teilweise). Der neuere der beiden Naturteiche mit seinen Liegen und Cabanas lädt dazu ein, mal eine Weile einfach nur in der Sonne (nein, natürlich im Schatten) zu liegen und zu lesen.
Der Nachmittag war mit unseren individuellen Wellnessprogrammen gefüllt. Während Johanna in der Beauty Farm verschwand, verbrachte ich erst eine Weile im SPAs mit der Himmelreich-Sauna und dem Solepool. Von beiden hat man einen wunderbaren Blick über die Berge ringsum.
Nach einem Zwischenstopp im unteren Saunabereich suchte ich noch den zweiten Ruhebereich mit Weitblick auf. Auf dem Balkon der Stillen Hochalm schweift der Blick über den Rofan. Den Abschluss meiner heutigen Wellnessrunde bildete eine Entspannungsmassage.
Samstag, 21. Juni - Wanderung und Sonnenwendfeuer
Was ich dieses Jahr unbedingt machen wollte, war nochmal das Hochtal hinter dem Steinernen Tor zu durchwandern. Voll bewusst meiner mangelnden Fitness und Kondition machte ich mir aber lange Gedanken, ob ich die steilen 250 Hm zwischen Dalfazalm und Steinernem Tor schaffen würde. Für geübte Wanderer, die normalerweise die 700 oder 800 Höhenmeter vom See hinauf zur Erfurter Hütte oder zur Dalfazalm quasi noch vor dem Frühstück erledigen, sicherlich ein Witz.
Aber nicht für mich. Soviel ehrliche Selbsteinschätzung muss sein.
Aber irgendwie würde es schon gehen. Also am Samstag frohgemut zur Talstation der Rofanbahn, dort die inzwischen bei 23 € liegende Gebühr für die Bergfahrt entrichtet und hinauf zur Erfurter Hütte.
Das Stück hinüber zur Dalfalzalm ließ ich flott hinter mir. Auf eine Einkehr in der Alm verzichtete ich und machte mich an den Aufstieg. Der Ansatz mit kleinen Schritten und sehr häufigen Pausen funktionierte ziemlich gut. Zwar dauerte es fast 1,5 Stunden bis ich oben war, aber ich war oben! Das Steinerne Tor trägt seinen Namen sicher zu Recht. Es ist ein nur wenige Meter breiter Durchbruch durch die Felswand, auf deren anderer Seite besagtes Hochtal liegt. Ich hatte irgendwie nur noch in Erinnerung, dass sich das Hochtal einigermaßen eben hinter den den See östliche begrenzenden Bergen erstreckt Und dass ich am Ende einen Fahrweg hinunter zum See gelaufen war. Aber da hatte die Erinnerung wohl einiges verdrängt. Auf der anderen Seite des schmalen Grates am Tor geht es mindestens genau so steil bergab, wie hüben hinauf. Erst viel weiter unten geht der Weg bis zum Kotalm Mittelleger in nur noch leicht fallendes Gelände über. Langsam wurde mir bewusst, dass die eigentliche Herausforderung nicht die 250 Hm hinauf waren, sondern die 1.000 Hm die ich nun wieder hinunter zum See musste. Früher hatten mir Wege bergab nicht viel ausgemacht. Aber jetzt hatte ich Probleme mit meinen Zehen oder besser Zehnägeln, was zu einer etwas verkanteten Laufweise führte. Das wiederum wirkte sich auf die Unterschenkelmuskulatur aus.
Anders als bei meiner damaligen Wanderung waren heute recht viele Menschen unterwegs.
Bereits auf dem Weg zu Steinernen Tor und bei diesem gab es einige Wanderer. Teilweise waren diese von Maurach unten gekommen, teilweise vom Hochiss herunter.
Aber auch auf der Nordseite war einigermaßen Betrieb. Der Mann eines Ehepaares erzählte mir, dass sie in 2,5 h von Schwarzach herauf gekommen seien und zwar auf den Waldpfaden. Er war nur verwundert, dass die Kotalm nicht bewirtschaftet sei, stünde doch in seiner Wanderkarte etwas anderes. Aber einen Ausschank gab es schon damals nicht mehr, als ich hier oben war. Irgendwann überholte mich auch eine Treckerin mit großem Rucksack, Schlafsack, Isomatte und ..... einem Solarpanel.
Beim Kotalm Mittelleger legte ich erst einmal eine Pause ein. Vor da aus kann man entweder der Schotter-Fahrstraße folgen, die sich in weiten Schleifen, aber immer noch recht steil hinunter windet. Oder man kürzt über die noch steileren Waldpfade ab. Nach einem ersten Stück auf der Schotterstraße probierte ich den Waldpfad. Zwicken im Knie und in der Leiste waren Grund, doch weiter auf der Schotterstraße zu laufen. Was bei immer noch 700 Hm auch nicht angenehm ist. Bei der Kotalm kann man entweder den Waldweg direkt hinunter zum See bei Schwarzach gehen, oder weiter die Schotterstraße zum Achenseehof. Die 350 Hm auf einem Waldpfad direkt hinunter waren mir nicht geheuer. Also weiter auf der Schotterstraße. Ziemlich am Ende meiner Kräfte kam ich direkt beim Achenseehof mit der Kapelle und dem Strand an. Auch eine Bushaltestelle gibt es da. Allerdings würde der nächste Bus erst in 45 min Richtung Maurach gehen. Also hinunter zum See, um am dortigen Kiosk etwas zu trinken. Die Schlange war mir aber doch zu lang, weswegen ich lieber direkt an der Haltestelle auf den Bus wartete, der auch pünktlich eintraf.
Auf dem Weg zurück kamen wir an einer Unfallstelle vorbei. Ein Motorradfahren lag in stabiler Seitenlage am Boden, sein Motorrad neben ihm. Zahlreiche Autos und Menschen bevölkerten die Unfallstelle. Am nächsten Tag las ich, dass der Motorradfahrer auf ein Auto aufgefahren war, dass nach links auf die Aussichtsplattform abbiegen wollte und daher gebremst hatte. Wenn man beobachtet, wie viele Motorradfahrer auf der kurvigen und stark befahrenen Straße unterwegs sind, hält sich das Mitleid allerdings in Grenzen. Kurz vor der Unfallstelle waren wir von drei Motorrädern überholt worden, die mit deutlich mehr als den erlaubten 80 km/h unterwegs waren. Nicht daran zu denken, wenn das Überholmanöver etwas später stattgefunden hätte und die Motorräder in die Unfallstelle gekracht wären. Krankenwagen, noch mehr Sirenen und das Geräusch eines Hubschraubers etwas später auf meinem Weg zurück von der Bushaltestelle zum Hotel deuteten darauf hin, dass der Unfall noch schwerer war, als es zunächst ausgesehen hatte.
Im Hotel entledigte ich mich erst meiner Wanderschuhe und wankte zur Lobby, um Getränke zu bestellen und von da auf die Lobbyterrasse. Sprudel und Weizenbier (allerdings alkoholfrei) gingen auf's Haus. Wahrscheinlich sah ich so mitleiderregend aus, dass man mir die Getränke spendierte.
Heute war der Tag der Sommersonnenwende und bei schönem Wetter gibt es traditionsgemäß die Sonnenwendfeuer. Früher waren die ganzen Berge ringsherum erleuchtet, bis ins Inntal und Zillertal. Jetzt scheint es das in der Nähe nur am Rofan zu geben. Zwar war in der Hauspost von Treffen mit Prosecco auf der Lobbyterrasse die Rede. Der Sommelier wies aber zumindest an einigen Tischen darauf hin, dass es im Alpenpark einen weitere Treffpunkt gäbe. Ebenfalls mit Prosecco, er habe aber noch ein paar andere Getränkte dabei. Damit spielten die Musiker in der Bar an diesem Abend vor leeren Rängen, weil sich praktische alle Gäste das Sonnenwendfeuer anschauen wollten. Wir nahmen das (allerdings kostenpflichtige) Angebot an und tranken statt Sekt einen Steininger Cabernet Sauvignon Rosé Sekt. Damit ließ sich das Spektakel oben am Berg noch besser genießen.
Sonntag, 22. Juni - Und nochmal Badeteich und Wellness
Nach den Anstrengungen des Vortages war heute Ruhe angesagt. Die Sonne strahlte weiter, wodurch es sich am Teich aushalten ließ. Unbeabsichtigt waren wir während der Alpenrose Freundschaftswoche da. Eine der dazugehörigen Veranstaltungen waren der Frühschoppen mit LiveMusik am Mittag. Wir kamen zwar erst gegen 14:00 Uhr auf die Terrasse, der Frühschoppen dauerte aber noch an. Und an den Stücken von Schweinshaxe und Schweinebraten kam man nicht vorbei. Nicht, dass wir Hunger gehabt hätten.
Später am Nachmittag trennten wir uns für unsere Behandlungen. Ich hatte die Salzsteinmassage. Die hatte ich in der Vergangenheit schon mal gemacht und den Salzstein, den man mitbekommt, noch zu Hause. An die Massage selbst hatte ich aber keine Erinnerung mehr. Jedenfalls dachte ich am Ende, ich müsste aussehen wie der Gehäutete Mann des Hauses Bolton. Aber so schlimm war das Ganzkörperpeeling mit grobem Salz und dem Salzstein dann doch nicht. Aber die Haut wird angenehm weich.
Nach dem Abendessen und einem relativ kurzen Aufenthalt in der Bar nahmen wir noch zwei Weingläser mit und genossen den Rest des Abends mit dem roten Frizzante, den wir am Beginn der Freundschaftswoche auf unserem Zimmer vorgefunden hatten (der Weißwein von der Ankunft stand auch noch im Kühlschrank).
Montag, 23. Juni - Gala-Dinner mit Weinbegleitung
Als unmittelbare Folge meiner Wanderung hatte ich für heute eine Fußpflegebehandlung gebucht. Auf den Nagellack verzichtete ich natürlich, aber ansonsten sollten die Füße jetzt bereit für die nächste Wanderung sein. Der Wetterbericht sah für Mittag Gewitter vor. Und Gewitterwarnungen am Achensee sollte man respektieren Statt eines ausgedehnten Fotospaziergangs in die Umgebung nahm ich stattdessen den Bereich des Badeteichs in Augenschein. Ich wollte die K+F Concept Filter und das neue OM System 90 mm Makroobjektiv testen. Irgendwie hat es denn Anschein, dass die Filter mit dem Teleobjektiv nicht so richtig funktionieren. Dafür gab es reichlich Makromotive, viele Blüten mit Bienen o.ä. Etwas später zog es sich vom Westen her zu und wir räumten sicherheitshalber das Feld und wechselten zur Solegrotte. Das Gewitter verpassten wir dadurch. Als ich später in der Holzblocksauna und auf deren Balkon im Obergeschoß saß, was schon nichts mehr zu bemerken. Allenfalls ein paar Wolken zogen noch durch. Wir lösten später noch das ausgeteilte Rätsel rund um die Alpenrose. Eine der Antworten war aber irgendwie nicht zu finden, wo nämlich im Cocoon die Weine aufbewahrt würden. Den Glaswürfel in der Wein-Lounge des Cocoon kannte ich, aber Weinschrank oder Vinothek etc. passte alles nicht als Lösungswort. Eine Inaugenscheinnahme half auch nicht. Dann lief ich aber der Leiterin des Cocoon über den Weg. Weinkubus war die Antwort! Unseren Lösungsbogen lieferte ich noch an der Rezeption ab, ohne aber zu wissen, wann und wo die Auslosung stattfinden sollten. Heute war nämlich auch noch das Gala-Dinner mit Weinbegleitung. Dieses begann mit einem Prosecco und Bruschetta in der neuen Lounge bei der Bar. 13 Gäste hatten es in die kleine Runde geschafft. Das Dinner lief etwas unter dem Radar. Wir waren über die Alpenrose-Post im Frühjahr auf die Veranstaltung aufmerksam geworden und hatten direkt bei der Buchung unser Interesse angemeldet. Anschließend führten uns Sommelier Krisztian und Henrik zum Weinkeller im Untergeschoß. Lange her, dass wir hier das letzte Mal waren. Die Weinproben in den letzten Jahren hatten immer in der Sinneswerkstatt des Cocoon stattgefunden. Dinner und Weinbegleitung standen unter dem Motto Italien, also italienische Gerichte und italienische Weine. Die Weine zu den verschiedenen Gängen wurden erst einmal blind ausgeschenkt, worauf jeweils das übliche Rätselraten begann. Einige der Gäste stellten sich als profunde Weinkenner mit großem Budget zum Einkauf hochpreisiger Weine heraus. Aber selbst die lagen immer wieder daneben. Die Menüfolge setze sich mit Vitello Tonnato, Parmesanschaumsuppe, gebratenem Loup de Mer, Rindersteak in Zwiebelsoße und einer Alpenrose Variante eines Tiramisu fort. Die begleitenden Weine waren Soave, Chardonnay, Weißburgunder, Brunello und ein Tignanello. Zum Dessert wurde ein Cocktail gereicht. Bei den Gerichten hatte sich die Küche echt selbst übertroffen und das Zusammenspiel mit den Weinen hatte Krisztian perfekt hinbekommen. Er war durchaus Experimente eingegangen, was noch mehr zum Gelingen des Dinners beitrug. Und ganz am Ende mussten wir noch Reste vernichten. Von der Sonnenwendfeier war noch von dem Rosé-Sekt übrig. Auch die 5 l Flasche Wein war noch reichlich gefüllt. Am Ende war aber beides leer. Johanna und ich nahmen noch einen kleinen Absacker in der Bar. Am nächsten morgen musste ich früh raus, um am Ausflug in den Zillergrund teilzunehmen.
Dienstag, 24. Juni - Klein Tibet im Zillergrund
Während der Freundschaftswochen werden immer auch besondere Ausflüge angeboten. Heute stand eine Wanderung rund um den Stausee im Zillergrund auf dem Plan. Wir waren zwar mal mit dem historischen Dampfzug bis Mayrhofen gefahren, aber sonst kennen wir uns im Zillertal nicht aus. Aber erst musste ich Termine umorganisieren. Bei der avisierten Rückkehrzeit würde es eng werden mit meiner Behandlung am Nachmittag. Diese konnte ich aber um eine halbe Stunde nach hinten schieben. Der Zillergrund ist ein enges Seitental, das hinter Mayrhofen vom Haupttal abzweigt und ziemlich am Ende von einer Staumauer abgeriegelt wird, die die Ziller aufstaut. Für die Gruppe, die mit insgesamt vier Kleinbussen unterwegs war, war die Fahrt am Fuße der Staumauer zu Ende. Von hier hoch zum Kopf der Staumauer muss man mit dem Linienbus. Das erste Stück des Weges von dort aus führt durch einen Tunnel, worauf ein Abschnitt folgt, den ich nicht (wie in der Beschreibung angekündigt) als "flach" bezeichnet hätte. Da ging der breite Schotterweg schon ein paar Anstiege hoch und Abstiege runter. Danach aber tatsächlich sehr schön am Stausee entlang. Immer wieder säumen Tafeln mit Sinnsprüchen und Bänke mit Aussicht und Namen den Weg. Auf dem letzten Abschnitt waren die ersten Gebetswimpel über den Weg gespannt, sodass man sich schon etwas in Tibet fühlen kann. Erst recht dann an den Hohenaualm Klein Tibet am Ende des Sees. Malerisch gelegen am Hang, Gebetsfahnen und -wimpel überall. Sogar eine kleine hölzerne Gebetsmühle. Die Alm hatte an diesem Tag geschlossen. Dank guter Vorbereitung waren aber kalte Getränke vorbereitet und unsere beiden Begleiter von der Alpenrose hatten auch eine Vesper mit Speck, Wurst und Käse mitgebracht. Selbst das Schnapserl am Ende fehlte nicht. Von Bekannten, mit denen ich per WhatsApp in Kontakt war, erfuhr ich, dass das malerische bunte Plumpsklo und das Waschbecken mit direktem Anschluss an Gebirgswasser schon seit langem den Besuchern im Gedächtnis bleibt. Auf dem Rückweg fiel ich immer wieder hinter die Gruppe zurück, um zu fotografieren. Aber verlaufen kann man sich hier eh nicht. Auf dem Rückweg mit den Kleinbussen lagen wir in ständigem Kampf mit der Temperatur im Bus. Irgendwie war auf die hintere Sitzreihe keine Kühlung zu bekommen. Aber immerhin waren wir mehr als rechtzeitig zurück, so dass es keine Probleme mit meinem Anschlusstermin gab. Dabei handelte es sich um die VINOTherapie Auslese Detox. Die begann mit einer Massage mit Traubenkernöl. Anschließend wurde ein Detox Puder auf dem Körper einmassiert. Dritter Teil war eine Faszienbehandlung mit einem Spachtel. Diese fiel nicht so heftig aus, wie die Faszienmassage, die ich bei einem der früheren Aufenthalte gemacht hatte und anschließend tagelang grün und blau war. Vor dem Abendessen gab es eine süffige Sommerbowle auf der Lobby-Terrasse. In der Bar hatte inzwischen Ingo Appelt seinen Stand aufgebaut und nach herzlicher Begrüßung und Inspektion der ausgestellten Stücke wurde Johanna wieder einmal fündig. Das Casino Royal ist auch eine der Traditionsveranstaltungen in der Bar. Für eine Bestellung bekommt man einen Chip, den man am Black Jack- und Roulette-Tisch gegen Jetons eintauschen kann, mit denen dann gespielt wird. Immer 10 Jetons kann man am Ende in ein Los umwandeln. Heute hatte ich kein Glück beim Black Jack. Johanna war etwas erfolgreicher beim Roulette. Aber bei der Verlosung gingen wir leider leer aus.
Mittwoch, 25. Juni - Waldmeister Reloaded
Zum Frühstück gab es wieder ein Rätsel. In einer Buchstabenwüste galt es Namen von verschiedenen Wellness-Behandlungen zu finden. Zusammen mit den Gästen an den Nachbartischen fanden wir deutlich mehr als die geforderte Mindestanzahl an Lösungen. Das Wetter war immer noch sehr schön, weswegen wir nach der Solegrotte die nächste Zeit wieder am Teich verbrachten. Heute traute ich mich auch in das recht kühle Wasser. Am Nachmittag fand unsere Paarbehandlung "Waldmeister Reloaded" satt. Diese begann mit einem Waldmeister-Erfrischungsgetränk zum Fußbad. Den anschließenden Saunagang kürzte Johanna wie üblich ab. Später erwarb ich das Bergfichten-Aufgussöl, Weiter ging es mit Peeling (schon wieder), Massage und Ruhen bei Sekt und Himbeeren, Blaubeeren, Brombeeren. Der kleine Schuss Waldmeister im Sekt war gar nicht so schlecht. Nach dem Abendessen bat ich den für unsere Stube zuständigen Mitarbeiter Armin, am nächsten Tag unseren Tisch etwas zu dekorieren (über die normal sowieso übliche Deko hinaus). Ohne auch nur Nachzudenken und Nachzuschauen kam sofort "ihr habt ja morgen Hochzeitstag"! Am Abend in der Bar probierte ich das erste Mal Bergzirbenbrand. Der hat einen sehr interessanten und vollen Zirbengeschmack und, trotz der dunklen braunen Farbe, nicht süß oder likörartig. Der kam direkt auf die gedankliche Einkaufsliste für die Edelbrennerei Kostenzer. Bei der Verlosung gewannen wir wieder mal nichts.
Donnerstag, 26. Juni - Swarovski - Kostenzer und Hochzeitstag
Aufgrund der Wettervorhersage fuhren wir nach Wattens zu Swarovski. Nach längerer Zeit besuchten wir wieder einmal die Kristallwelten, wo es eine Reihe neuer Wunderkammern gab. Der verschneite Kristallbaum steht nun in einer Kammer, in der es tatsächlich schneit und die Temperatur bei -10°C liegt. Bekanntes, wie die fliegenden Hemden oder die sich öffnenden Blüten und Schmetterlinge sind verschwunden. Eine Kammer war wegen Wartung geschlossen. Möglicherweise war darin eine der vermissten Installationen. Sehr interessant die Kammer mit dem "explodierten" Kristall. Die Fragmente hängen von der Decke und "pulsieren" im Takt von Herzschlägen, wobei man seinen eigenen per Sensor hinzufügen kann. VIP Lounge und Einkauf im Shop gehören zu unserem Standardprogramm eines Besuchs. Den Garten schenkten wir uns allerdings. In dem Gebäudekomplex mit den Kassen war früher ein Souvenirladen untergebracht. Dort ist jetzt ein Swarovski Optic Shop eingezogen. Was leider nicht geklappt hatte, war die Teilnahme an einer Fabriktour, die inzwischen angeboten wird. Wir hatten davon im Swarovski-Magazin im Frühjahr gelesen. Da waren aber alle Termine für 2025 bereits ausgebucht! Am Achensee zog bereits das vorhergesagte Gewitter auf, weswegen alle Gäste drinnen waren. Wir suchten vergeblich den im Tagesprogramm angekündigten Eiswagen. Eine Rückfrage bei Barbara ergab, der war gestern da. Da hatten wir ihn aber auch nicht gesehen. Nach einem kleinen Happen bestellte Johanna daher einen Eisbecher für uns. Das ist in der Alpenrose immer möglich und inkludiert. Das Wetter hatte sich wieder einigermaßen beruhigt, weswegen wir zur Edelbrennerei Kostenzer fuhren und unsere leeren Vorräte mit einem Großeinkauf auffüllten. Nach der Solegrotte am Nachmittag hatte Johanna weitere Behandlungen. Währenddessen ging ich in die Panorama Sauna und in das Solebecken im SPAs und legte mich anschließend zum Lesen in die Stille Hochalm. Unseren Hochzeitstags-Sekt nahmen wir als Aperitif an der Hotelbar vor dem Abendessen, wobei wir eine andere Variante von Steininger wählten. Der junge Magier im Abendprogramm war ziemlich gut, in seiner Art locker und er bezog das Publikum immer wieder in seine Tricks mit ein.
Freitag, 27. Juni - Offener Weinkeller und Sieger-Stube
Der Wetterbericht sagte auch für heute noch Regen voraus, weswegen wir keine großen Pläne hatten. Am Nachmittag war Tag des offenen Weinkellers, wo ich mal vorbeischauen wollte. Und am späten Nachmittag hatten wir beide jeweils noch eine letzte Behandlung. Zum Frühstück gab es das letzte Rätsel der Freundschaftswochen. Man sollte schätzen, Mitarbeiter aus wie vielen Nationen in der Alpenrose beschäftigt seien. Mit unseren Tischnachbarn begannen wir, mögliche Nationen zusammenzuzählen. Irgendwann half uns Armin etwas auf die Sprünge. Wegen des noch nicht wieder richtig sonnigen Wetters hielten wir uns nur etwas in einer der Buchten am ersten Teich auf. Kurz vor 14:00 Uhr kehrten wir ins Hotel zurück. Ich hatte überhaupt keinen Hunger. Johanna auch nicht. Daher übersprangen wird das Mittagsbuffet. Dabei hatten wir übersehen, dass es heute Tiroler Knödeltag gab. Im Weinkeller war ich zwar der erste, aber der Raum füllte sich in mehreren Wellen recht schnell, so dass sogar der Platz knapp wurde. Krisztian servierte Sekt, Weißburgunder, Viognier, Chardonnay, Merlot, Pinot noir und einen Châteauneuf-du-Pape aus Österreich, Südtirol und Frankreich. Und ähnlich wie beim Gourmet Dinner ungewöhnliche Weine. Bei der Gelegenheit wies mich mein Tischnachbar auch auf die zur Lampe umfunktionierte Flasche Mr. Lover Lover hin. Bisher hatte jeder mit Begeisterung von diesem Rotwein gesprochen. Abends, als ich Krisztian in der Hotelbar traf, orderte ich dann doch einen Karton, wobei es noch zwei Dreingaben gab. Mein Tischnachbar meinte nebenbei, dass es am Buffet Tafelspitzessenz und die traditionelle Knödeltrilogie gäbe. Also nach der Weinprobe doch ein Tellerchen Suppe mit Kaspressknödel und Speckknödel gegessen. Johanna hatte inzwischen schon mal angefangen, Koffer zu packen. Gemeinsam gingen wir zu unseren Abschlussverhandlungen. Johanna schließt die Woche traditionell mit Dorn&Breuss ab. Ich hatte mir Hamam ausgesucht. Im Balinesischen Bad ging es erst ins Dampfbad, dann Seifenschaummassage, wieder Dampfbad, Peeling mit Zucker und Kokosöl, wieder Dampfbad. Dann erst einmal ausruhen mit Gewürztee, Wasser mit Fruchtscheiben und türkische Süßigkeiten. Zum Schluss wurde ich noch mit Johanniskraut-Öl eingerieben. Nach dem Abendessen trafen sich einige aus unserer Stube in der Bar und warteten gespannt auf die doppelte Preisverleihung (Schätz-Rätsel von heute und die Wochengewinne). Und tatsächlich waren wir und unsere Nachbarn mit der "Schätzung" gar nicht schlecht. Unsere Tischnachbarn gewannen den dritten und wir tatsächlich den ersten Preis! Bei der anschließenden Verlosung der Wochenpreise gingen wir allerdings leer aus. Aber man kann ja nicht alles haben. Johanna suchte und fand Armin, der praktisch seinen Urlaub schon angetreten hatte und alle zusammen ließen wir den fröhlichen Abend ausklingen.
Samstag, 28. Juni - Auf Wiedersehen 2026
Bei Check-out bekam ich mit, dass auch andere Gäste schon für die Jubiläumswochen 2026 buchten. Unsere Tischnachbarn in der Stube hatten das auch schon getan. Ansonsten verlief die Rückreise unspektakulär. Einige Tage später schaute ich mal wieder nach der Japan-Rundreise bei Studiosus zur Kirschblütenzeit Ende März/Anfang April. Und musste feststellen, dass bereits jetzt die Business Class Flüge für den Zeitraum ausgebucht waren! Also 2026 wieder nicht nach Japan. Im Gegenzug riefen wir bei der Alpenrose an und buchten für die Freundschaftswoche 2026, die allerdings bereits Anfang Juni stattfinden würde.
Achensee
06. - 13. Juni 2026
Auch dieses Jahr wieder Freundschaftswoche
Unseren Achenseeurlaub für 2026 hatten wir bereits beim Auschecken 2025 gebucht. Die Freundschaftswoche hatte so viel Spaß gemacht, dass einer Wiederholung nichts im Wege stand.
Samstag, 06. Juni - Anreise und Ankunft in der Alpenrose
Knapp zwei Wochen, nachdem wir aus Kroatien zurückgekommen waren, hieß es schon wieder Koffer packen. So sollte das Ruhestandsleben sein: nach Hause, um nach dem Rechten zu sehen, die Wäsche zu waschen und wieder los. Nein, Scherz. Da gibt es ja noch jede Menge anderer Dinge, deretwegen man auch gerne zu Hause ist. Inklusive einem Graupapageien-Mädchen...
Getrübt wurde die Vorfreude auf die Alpenrose durch eine hartnäckige Erkaltung, die zuerst Johanna und dann auch mich erwischt hatte. Mehrere durchhustete Nächte und allgemeine Mattigkeit führten sogar dazu, dass ich meinen Koffer erst so richtig am Freitag packte. Die Hoffnung, dass die Erkältung bis zur Abreise vorüber sein würde, erfüllte sich leider nicht. Der Husten hielt sich hartnäckig.
Aber zumindest hatten wir selten eine so entspannte Anfahrt. Keine Stau an keinem der üblichen Streckenabschnitte. Nur ein paar Schnarchnasen auf der Straße am Tegernsee vorbei und hinüber über den Achenpass zum Achensee. Trotz der Pause bei Ulm waren wir nach knapp über vier Stunden am Ziel und genossen den Willkommens-Prosecco.
Unser Zimmer war noch nicht bezugsfertig, weswegen wir erst einmal einen Happen zu Mittag aßen und uns um die Buchung der verschiedenen Ausflüge, die während der Freundschaftswoche angeboten wurden, kümmerten. Die Wettervorhersage barg allerdings noch Gefahren für die geplanten Ausflüge. Aber wir waren optimistisch.
Den Rest des Nachmittags verbrachten wir schlicht im Zimmer bzw. auf dem Balkon. Später genossen wir Aperitif und Abendessen. Sommelier Krisztian lief uns auch über den Weg und damit konnten wir auch direkt die Weinprobe für Freitag klar machen. Wir hatten auch unsere Wunschstube wieder bekommen. Allerdings noch niemanden vom letzten Jahr gesichtet.
Sonntag, 07. Juni - Power-Wellness
Nach dem traditionellen Weißwurstfrühstück begann ein typischer Power-Wellness-Tag mit Solegrotte und dann verschiedenen Behandlungen, wobei Johanna deutlich mehr Termine zu absolvieren hatte, als ich. Im Hotel war bis zum Nachmittag ziemliche Unruhe, da die Gäste von 80 Zimmern abreisten und neue Gäste im Laufe des Tages ankamen.
Das Wetter hielt sich immer noch recht gut, wobei allerdings die Vorhersagen insbesondere für Dienstag (Ausflug zur Eng bzw. Alpakawanderung) und Mittwoch (Ausflug zur Bründlalm) sich ständig änderten, und nicht zum Besseren.
Am Abend hatte sich die Belegung unserer Stube fast komplett geändert. Und auch das Paar aus Hamburg, das wir letztes Jahr kennengelernt hatten, war wieder da.
Montag, 08. Juni - Schifffahrt mit Show-Einlage
In den letzten Jahren waren wir nicht dazu gekommen, mal wieder mit dem Schiff über den Achensee zu fahren. Deshalb hatten wir uns gleich zum heutigen Ausflug angemeldet.
Gefühlt das halbe Hotel wollte dabei sein. Vier Kleinbusse mussten zweimal fahren, um alle Gäste nach Pertisau zu bringen. Das kurze Stück vom Hochsteg zur Schiffsanlege liefen wir an der praktisch menschenleeren Uferpromenade entlang. So leer hatte ich Pertisau nicht in Erinnerung. Mir war auch nicht klar, warum wir ab Pertisau und nicht ab Seespitz fuhren. So schauten wir zu, wie das Schiff ablegte, erst einmal die Runde nach Buchau und Seespitz drehte, bevor es wieder in Pertisau ankam und wir zusteigen konnten. Johanna und ich saßen im Heck und konnten daher die folgende Szene hautnah beobachten. Bereits vorher war uns ein schwarzes schnittiges Boot aufgefallen, dass sehr schnell über den See kreuzte. Das war schon mal ungewöhnlich. Normalerweise sind nur Segelboote unterwegs. Nun näherte sich das Boot von hinten unserem Schiff und wir konnten erkenne, dass es mit vielleicht 10-15 Mann in Kampfmontur besetzt war. Das Boot fuhr bis an unser Heck uns vier Mann setzten über. Wer allerdings erwartet hatte, dass sich die Polizisten nun auf die Suche nach Schmugglern, illegalen Migranten oder anderen Zielobjekten machen würden, sah sich getäuscht. Die vier bauten sich nur zwischen den Ausflüglern wie zum Instagram-Gruppenfoto auf. Das Schnellboot hatte eine Schleife gedreht, war wieder an unserem Heck und die vier verließen unser Schiff. Schien wohl eine Übung der COBRA gewesen zu sein (dem SEK der österreichischen Polizei).
An der Gaisalm angekommen, teilte sich die Riesengruppe der Alpenrose-Ausflügler. Einige, so auch Johanna, blieben vor Ort um mit dem nächsten Schiff wieder zurück nach Pertisau zu fahren. Die Gruppe der Wanderer teilte sich nochmal in die "zügige" und die "gemütliche". Ich schloss mich der ersteren an. Den Weg war ich früher schon oft gelaufen und wusste daher, dass er keine besonderen Schwierigkeiten aufweist. Schon gar keine Steigungen, die mich am meisten ausbremsen. Nur mein Husten machte mir zu schaffen. Die anderen Wanderer fragten immer wieder mitleidig oder gaben Tipps, wovon der mit dem mehr Wasser trinken tatsächlich funktionierte (einigermaßen).
Die Rückkehrer sammelten sich nach und nach bei der kleinen Blockhütte im Alpengarten, die etwa auch beim Sonnenwend-Umtrunk als Veranstaltungsort dient. Dort wartete Johanna auch schon. Und die Tische bogen sich förmlich unter den großen Holzbrettern mit Tiroler Jause. Das Bier musste zwar durch Flaschenbier ersetzt werden, weil keiner das Fass in den Griff bekam. Aber das war auch nicht schlimm. Und schließlich schenkte Barbara auch noch großzügig Melissen-Brand aus. Erst am Nachmittag löste sich die fröhliche Runde langsam auf.
Nun war gar nicht mehr viel Zeit bis zum Beginn der kleinen Weinprobe auf der Terrasse, zu der Krisztian die Stammgäste eingeladen hatte. Auf dem Weg dahin liefen wir Wolfgang über den Weg, der uns wie üblich herzlich begrüßte und auch später auf der Terrasse die Runde bei den Stammgästen machte, die er fast alle beim Namen kennt. Bei der Weinprobe wurde mir endgültig klar, dass meine Erkältung meinen Geruchssinn komplett lahmgelegt hatte. Schmecken konnte ich noch, aber mit Riechen war nichts. Tolle Voraussetzungen für eine Weinprobe. Die Hamburger hatte sich inzwischen auch zu uns gesellt und so konnte die Fachsimpelei über den Wein losgehen. Beim Riesling waren wir alle vier raus. Luganer hatte ich bisher noch nie getrunken. Auch als Weinliebhaber lernt man immer noch etwas Neues kennen. Die rhetorische Frage, ob die Gäste nach den vier Weißweinen noch einen Rotwein kosten wollten, hatte zur Folge, dass eine 6 l Flasche Lagrein dran glauben musste.
Beim Abendessen brauchte ich danach erst einmal ein Bier.
Dienstag, 09. Juni - Doch nicht die Eng
Während des gestrigen Ausflugs hatte Wanderführer Rene erläutert, dass auf dem Weg zur Binsalm in der Eng knapp über 400 Hm zu überwinden seinen und das auf einer Mischung aus Steigen und Forstwegen. Das schreckte wohl viele Gäste ab, so dass sich um frühen Dienstagmorgen nur noch ein Häuflein von sechs Unerschrockenen bei Rene und Michaela an der Rezeption einfanden. Auch ich hatte mir die halbe Nacht überlegt, ob ich mir das (mit oder ohne Husten) zutrauen würde. Wandern in der Gruppe ist, trotz aller Fürsorge der Wanderführer, immer etwas anderes, als wenn man alleine unterwegs ist. Da stört es niemanden, wenn ich alle zwei Biegungen auf einem Steig eine Verschnaufpause einlege. Aber es kam eh anders. Wegen der doch schlechter gewordenen Wettervorhersage schlug Rene eine radikale Programmänderung vor. Statt 1,5 h in die Eng zu fahren, nur um festzustellen, dass der Weg wegen Regens nicht machbar wäre, fuhren wir hinunter ins Inntal, durch Kramsach durch auf einen Wanderparkplatz am Fuße eines Berges, der anfänglich bewaldet dahinter in eine steile Felswand überging. Auf einem Forstweg ging es recht steil in die Höhe. Dass wir dabei 200 Hm überwanden, hätte ich auch nicht gedacht. Oben liegt der Berglsteiner See im Wald. Schade, dass die Hütte geschlossen hatte, aber auch sonst ein sehr schöner See mit klarem Wasser, großen Karpfen und mystischen bewachsenen Felsen im See. Von oberhalb des Sees wanderten wir in einem großen Bogen durch den Wald, nun auf breiten und weichen Waldwegen und weiter über Wiesen wieder hinunter ins Tal und dort auch noch ein Stück am Reintaler See entlang. Erst auf den letzten paar hundert Metern bekamen wir etwas Regen ab. Insgesamt eine schöne Wanderung mit knapp 7 km und 200 Hm hoch und runter. Natürlich waren wir viel früher als ursprünglich geplant wieder beim Hotel und ersetzten die ausgefallene Jause durch Sekt und Bier an der Rezeptions-Bar.
Johanna traf ich auf dem Zimmer wieder, die eine schöne Alpaka-Wanderung hinter sich hatte mit vielen Bildern von Alpakas und Johanna mit Alpaka.
Am Abend vor der Magier-Show hatten wir noch die Gelegenheit, mit Ingo Appelt während seiner Schmuckausstellung zu plaudern.
Mittwoch, 10. Juni - Dauerregen
Die ursprünglich geplante Wanderung war schon gestern abgesagt und durch einen Ausflug nach Rattenberg ersetzt worden. Das interessierte uns weniger.
Also ließen wir es ruhig angehen und verbrachten die Zeit bis zu unseren Behandlungen am Nachmittag mit Lesen und Ausruhen.
Donnerstag, 11. Juni - Pflichtprogramm
Es gibt zwei konstante Tagesordnungspunkte bei einem Aufenthalt am Achensee. Die Fahrt nach Wattens zu Swarovski stand daher am Vormittag auf dem Programm. Nachdem wir letztes Jahr die neuen Wunderkammern in den Kristallwelten besichtigt hatten, beschränkte sich der Besuch dieses Jahr auf den Shop und die VIP Lounge für SCS Mitglieder. Ausnahmsweise ohne Einkäufe.
Kurz bevor wir zum zweiten Pflichtprogramm aufbrechen wollten, schauten wir noch beim Mittagsimbiss vorbei. Ich hatte ganz vergessen, dass heute Tiroler-Knödel-Tag war. Da musste ich natürlich probieren.
Zweiter Pflichtprogrammpunkt ist der Einkauf bei der Edelbrennerei Kostenzer. Nach unserem Großeinkauf letztes Jahr waren unsere Vorräte noch nicht ganz erschöpft, so dass wir gezielt auffüllen konnten. Trotzdem wurde ein Karton voll.
Beim abendlichen Casino Royal, dem traditionellen Roulette- und Black-Jack-Abend waren wir zwar bei Spielen recht erfolgreich (Johanna beim Roulette wie üblich deutlich erfolgreicher, als ich beim Black Jack). Bei der abschließenden Verlosung gingen wir trotz der zahlreichen Lose in der Trommel leer aus.
Freitag, 12. Juni - Dauerregen die Zweite
Ich hatte mich am Vortag noch für geplante Wanderung anmelden wollen, die aber schon ausgebucht war. Auch die Idee, wenigstens den Panoramaweg nach Pertisau zu laufen, gab ich nach einem Blick nach draußen und auf die Wettervorhersage auf. Ein wenig Niesel wäre ja noch ok gewesen. Der Dauerregen sprach aber eher für Wellness. So verbrachten wir einen weiteren Wellness-Tag, abgeschlossen am Nachmittag durch die letzten Behandlungen.
Nach dem Abendessen traf sich schließlich eine Gruppe Weinliebhaber im Gewölbeweinkeller zur Weinprobe mit Sommelier Krisztian. Der Gewölbekeller hat eine besondere Atmosphäre. Die Sinneswerkstatt, wo die Weinproben nach Eröffnung des Cocoon stattgefunden hatten, ist zwar sehr stylish, aber der Gewölbekeller im Stammhaus irgendwie gemütlicher und intimer. Wie gewohnt, stellte Krisztian eine Reihe besonderer Weine vor, die auch nicht auf der Weinkarte der Hotel-Restaurants zu finden sind. Teilweise sind die produzierten und dann durch die Winzer den Kunden zugeteilten Mengen so gering, dass sie nur bei besonderen Gelegenheiten, wie eben der Weinproben, zum Ausschank kommen. Zum Glück war mein Geruchssinn wiederhergestellt. Wein nur schmecken, ohne das Bukett wahrnehmen zu können, ist nur die halbe Wahrheit.
In Aussicht auf unsere Abreise am nächsten Tag verließen wir die Runde, die nach der Verabschiedung des Sommeliers noch beisammen saß, und nahmen noch einen Absacker in der Bar.
Samstag, 13. Juni - Einkäufe und Heimreise
Die Weinprobe saß mit in den Knochen (oder sonst wo), obwohl es nicht zu extensiv gewesen war und wir auch noch den Geburtstagsumtrunk eines Teilnehmers nach Mitternacht verpasst hatten.
Beim Check-out buchten wir gleich für 2027, wieder Freundschaftswoche (allerdings Sonntag bis Sonntag),
Unsere Lebensmitteleinkäufe erledigten wir bei Leitner und übersprangen den MPreis.
Nach einigen Jahren Abstinenz suchten wir wieder einmal Riedel in Kufstein auf, weil unsere Alltags-Rotweingläser Ersatz bedurften. Bei der Gelegenheit kamen noch ein paar andere Sachen in den Einkaufskorb.
Nach unserem Verständnis ist das letzte Stück der A12 zwischen Kufstein und der Grenze mautpflichtig (hatten wir nach den Diskussionen in früheren Jahren aber tatsächlich nicht mehr geprüft). (Anmerkung nach der Rückkehr: Das Navi hatte recht, das Stück zwischen Kufstein-Süd und dem Grenzübergang ist nicht mautpflichtig). Trotz entsprechender Routenvorgaben wollte uns das Navi aber partout auf die A12 schicken, bevor wir es zwangen, auf der Landstraße nach Kiefersfelden zu fahren. Ob wir dabei gegen das österreichische Ausweichstraßenverbot verstießen, wussten wir dabei nicht. An einer Stelle fuhren wir an einem Straßenschild vorbei. Der Text darauf war aber so lange, dass man hätte anhalten müssen, um alles zu lesen. Aber egal, unbehelligt erreichten wir den Grenzübergang in Kiefersfelden und konnten wieder auf die Autobahn.
Gegen 17:00 Uhr waren wir wieder zuhause.