Samstag, 16.05.2026

Vorgeschichte und Anreise

  • Vorgeschichte
  • Anreise

Bei irgendeiner Gelegenheit in der Runde der Auert/Kuhn-Städtetouren diskutierten wir weitere mögliche Reiseziele. Annette brachte Trogir ins Gespräch, worunter wir uns erst einmal gar nichts vorstellen konnten. Na gut, Kroatien. Damit hatte ich bisher eher Badeurlaub (oder Urlaub auf dem Wasser) verbunden. Nicht aus eigener Erfahrung, sondern aus Berichten von Bekannten und Freunden, die schon mal in Kroatien waren. Aber ok, warum nicht? Bei etwas näherer Beschäftigung wurde schnell klar, dass es nicht bei Strand bleiben musste. Die Altstadt von Trogir sah auf den Bildern im Internet schon mal nett aus. Split mit dem Diokletian-Palast ist ganz in der Nähe. Bootsfahren geht auch immer. Also Trogir. Bestärkt wurde die Entscheidung in Gesprächen mit Menschen, die schon mal da waren und die alle sehr angetan von Trogir und der Umgebung waren.
Anfang Dezember 2025 waren Auerts bei uns zu Besuch und wir nutzen die Gelegenheit, die Planung zu konkretisieren. Als Termin für die Tour legten wir Mitte Mai 2026 fest. Flüge waren schnell gebucht (auch wenn Auerts später nochmal umbuchen mussten). Nach einigem Suchen entschieden wir uns für das XX Century Heritage Hotel in der Altstadt von Trogir und buchten auch gleich.
Im April 2026 stiegen wir in die Feinplanung für die Tage in Trogir und Umgebung ein. Ein selbstgeführter Rundgang durch Trogir war klar. Dann wollten wir natürlich auch nach Split. Bei GetYourGuide wird eine Führung angeboten, die insbesondere auch die Drehorte von GOT (Game of Thrones) in Split ansteuert. Zwar bin ich in der Gruppe wohl der einzige, der Bücher und Filme kennt, aber für den Rest der Gruppe war das auch ok, da die wichtigen Sehenswürdigkeiten in Split abgedeckt sind. Allerdings gibt es die Führung nur in Englisch. Annette setzte sich mit dem Anbieter direkt in Verbindung und konnte für einen kleinen Aufpreis eine Privatführung in Deutsch aushandeln.
Eine Bootsfahrt zu den verschiedenen Inseln, der Blauen Lagune und der Blauen Grotte sollte auch auf das Programm. Die offiziellen Touren verbringen allerdings recht viel Zeit für Badeaufenthalte in verschiedenen Buchten. Da hatte keiner von uns großes Interesse, nicht nur wegen der Reisezeit Mitte Mai. Also setzten wir uns auch wieder mit einem der Anbieter in Verbindung und erklärten, was wir sehen wollten und wieviel Zeit uns angemessen für die einzelnen Stationen erschien. Darauf bekamen wir ein Angebot für eine auf uns zugeschnittene private Schnellboottour. Der Preis ließ uns zwar kurz innehalten, aber am Ende war es uns das Geld doch Wert. Wir kürzten allerdings die Tour etwas, sonst wären wir 11 Stunden unterwegs gewesen. Die gestrichene Insel könnten wir notfalls auch noch mit einer spontan organisierten Tour erreichen.
Als letzten vorab geplanten Programmpunkt legten wir den Krka-Nationalpark fest. Das buchten wir dann aber tatsächlich pauschal bei GetYourGuide.
Ein paar Tage vor der Reise fiel mir auf der Webseite des Hotels noch der Hinweis auf, dass das Hotel keinen Aufzug hat. Eine Rückfrage ergab aber, dass unser Zimmer im 1. Stock liegt. Also machbar.
Ich habe nicht gezählt, bei wie vielen Reiseberichten ich den steigenden beruflichen Stress kurz vor dem Urlaub erwähnt hatte. Von diesem Mal an ist das Thema durch. Seit 01. Januar 2026 bin ich in der passiven Altersteilzeit. Das führt eben auch dazu, dass man die Urlaubsvorbereitungen in aller Ruhe angehen kann. Und zugegebenermaßen fällt auch das Herbeisehnen der beruflichen Auszeit durch den Urlaub weg. Alles viel entspannter!
{Auf dem Flug nach Split}
Nach einem sehr frühen Aufstehen verlief der erste Teil der Anreise recht geschmeidig. Fast leere Autobahn, direkt einen Bus beim Platzhirsch-Parkhaus bekommen und ins Terminal gelaufen. Da gab es aber die erste Herausforderung. Wir hatten den Flug zwar bei LH gebucht. Ausführende Fluggesellschaft war aber Croatia Airlines. Damit konnte man sein Gepäck nicht an einem der Self-Service-Schalter loswerden. Aber wo war der Croatia Airlines Schalter? Nach einigem Suchen und Fragen erfuhren wir, dass der Schalter sich am Ende der Halle C befinden würde, aber erst zwei Stunden vor Abflug öffnet.
Also standen wir zusammen mit einer Traube anderer Passagiere vor dem noch neutralen Schalter herum. Endlich gegen 8:10 Uhr kam ein Mitarbeiter und öffnete zwei Schalter. Der zweite war eigentlich für Business Class gedacht und auch erst eine Weile später besetzt. Ob der Zahl der Passagiere und der fortschreitenden Zeit, ging einchecken dann an beiden Schaltern. Nachdem wir endlich unsere Koffer losgeworden waren, war die Security zum Glück recht schnell. Die neuen Scanner, bei denen man nichts mehr ausräumen muss, beschleunigen das Prozedere erheblich. Und zu meiner Überraschung wurde meine Fototasche auch keiner weiteren Überprüfung mehr unterzogen.
{Nachmittags im Hotel}
Wie erwartet, hatten wir eine Außenposition am östlichen Ende des Flugplatzes. Der Weg von dort zur Startbahn West bescherte uns eine längere Rundfahrt, immerhin am neuen Terminal 3 vorbei. So etwa eine dreiviertel Stunde nach der geplanten Abflugzeit waren wir endlich in der Luft. In einer der Magazine im Flugzeug fand sich eine Uber-Werbeanzeige mit einem Promo-Code. Das sprach dafür, nach der Landung für die Fahrt zum Hotel doch Uber zu nehmen.
Split ist einer der Flughäfen, bei denen man vom und zum Flugzeug zu Fuß geht. Und direkt im Terminal fand sich auch unser Gepäckband. Gefühlter Nachteil solcher kurzen Wege: es dauert länger, bis man sein Gepäck bekommt. Aber im Grunde ging es recht schnell. Außerhalb des Terminals versuchte ich, mit der Uber-App unseren Transport zu buchen. Die App enthält eine ausführliche Beschreibung, wie man zum Abholpunkt kommt. Allein, wir waren genau am falschen Ende. Bis wir auf dem Parkplatz, wo der Abholpunkt sein soll, abgekommen waren, hatte der Fahrer die Fahrt schon storniert. Also auf ein Neues. Und ein paar nasse Minuten (es regnete leicht) später wurden wir abgeholt. Die Fahrt nach Trogir dauerte nur vielleicht 10 oder 15 Minuten und schlug, dank des Promo-Codes, mit nicht einmal 4 € zu Buche. Allerdings kann das Hotel nicht direkt angefahren werden. Daher mussten wir die letzten 200 m durch die Altstadt von Trogir mit unserem Gepäck. Dann war auch das geschafft und wir konnten unser Zimmer beziehen, auch noch deutlich vor der offiziellen Check-in Zeit.
Um die Zeit bis zur angenommenen Ankunft von Auerts zu nutzen, wollten wir schon mal Getränke und Knabberzeug für unsere traditionellen Abendsitzungen einkaufen. Die Altstadt von Trogir ist zwar sehr schön mit ihren Gässchen, aber stark auf die zahlreichen Touristen abgestimmt. Lebensmittelläden sucht man hier vergeblich. Bei einer schnellen Anfrage auf Google Maps fand sich ein Supermarkt auf der anderen Seite der Brücke in der Neustadt von Trogir. Dort sammelten wir die erwähnte flüssige und feste Verpflegung ein. Dann aber der Schreck. Während wir in der Kassenschlange standen, sahen wir die Nachricht von Auerts, dass wegen eines Unfalls auf dem Flughafen Split ihr Flug umkehren musste und sie nun in Wien wären! Später teilten sie uns mit, dass der Flieger nach Berlin zurückkehren würde. Was war passiert? Tatsächlich war die Maschine, mit der wir gekommen waren, beim Start zurück nach Frankfurt von der Standbahn geraten und war im Gras stecken geblieben. Passiert war zum Glück nichts. Und etwas später war der Flughafen auch wieder in Betrieb. Half nur Auerts nichts mehr.
Johanna und ich tranken jetzt erst mal ein Bierchen im Zelt des Restaurants das mit dem Hotel zusammenarbeitet.
Der leichte Regen hatte inzwischen aufgehört. Aber der Wind war noch recht stark und kalt. Daher liefen wir nur noch ein paar Meter an der Promenade entlang. Diese war ziemlich zugeparkt mit größeren Ausflugsbooten und Yachten. Direkt vor dem Hotel lag eine Yacht namens Noor II. Spätere Internetrecherche im Hotel ergab, dass man die mieten kann mit 11 Personen. Schlappe 122.000 € die Woche. Ein Blick zurück von der Promenade auf die Altstadt und die kleinen Gässchen, durch die wir auf dem Rückweg von unserer Einkaufstour gekommen waren, ließen bei entsprechendem Wetter (was für die nächsten Tage angesagt war) viele interessante Fotomotive erwarten.
{am Sonntag vor dem Frühstück}
Während wir am Abend Suppe, Pizza, Bier, Wein und Loza (einen kroatischen Tresterschnaps) genossen, waren wir mehrfach mit Fritz und Annette in Kontakt. Schließlich konnten die auf einen Flug sehr früh am Sonntag umbuchen, der gegen 09:00 Uhr in Split sein sollte.

Sonntag, 17.05.2026

Rundgang durch Trogir

  • Trogir

{am Sonntag vor dem Frühstück}
Zwei gute Nachrichten schon mal gleich nach dem Aufstehen: Fritz und Annette waren wieder unterwegs. Und draußen strahlte die Sonne. Windig war es aber immer noch. Die meisten der Schiffe und Yachten waren auch schon unterwegs, so dass man einen unverstellten Blick über den Meeresarm auf die Insel Čiovo hatte.
{Am Sonntag vor dem Abendessen}
Das Frühstück findet ebenfalls im Restaurant-Zelt vor dem Hotel statt. Man wählt aus einer Karte eine beliebige Kombination der angebotenen Speisen. Wir bestellten beide Rührei und Käse-Schinken-Toast. Johanna noch ein Croissant. Und beschlossen kurze Zeit später, in den nächsten Tagen die Bestellung zu teilen, so umfangreich waren die Portionen. Während wir unser Frühstück genossen, trafen Fritz und Annette ein. Nach den WhatsApp-Nachrichten zuvor warteten wir schon auf die beiden. Jetzt hatte endlich die Anreise geklappt. Das ausführliche Frühstück endete erst am späten Vormittag. Tatendurstig und angesichts des schönen Wetters entschieden wir, die selbst geführte Audio-Guide-Tour durch den Ort zu machen. Den Rundgang kann man an jeder Stelle beginnen und direkt neben dem Hotel befand sich bereits einer der Tourpunkte in Form einer nach einer berühmten Persönlichkeit benannten Grundschule. Der Ort füllte sich recht schnell mit Touristen. Und was wir gestern Abend noch als große Ausflugsboote angenommen hatten, stellte sich als sehr kleine Küstenkreuzfahrtschiffe heraus. Für ungestörte Fotografien werde ich an einem der nächsten Tage mal etwas früher los müssen.
Die Tour führt an den verschiedenen Sehenswürdigkeiten vorbei, wobei uns die Vielzahl der kleinen Kirchen und Kloster überraschte. So zur Mitte des Rundgangs kamen wir an den Platz vor der Kathedrale. Während der Rest der Gruppe zielstrebig eines der Lokale auf dem Platz ansteuerte, löste ich mein Ticket für Kirche, Baptisterium und Glockenturm. Das Innere der Kirche ist recht schlicht im gotischen Stil gehalten. Das kleine Baptisterium fand ich sehr überraschend. Nicht das Taufbecken mit dem polygonalen Spitzdach, sondern den Raum des Baptisteriums. Als wäre ein Raum oder kleiner Saal aus der Römerzeit wiederauferstanden. Von der Kassettengewölbedecke angefangen, über die Girlandenverzierungen am Übergang zwischen Tonnengewölbe und Wände bis zum Fußboden. Fehlte nur die Farbe und ein Fußbodenmosaik.
Dann begann der Aufstieg auf den Glockenturm. Der erste Abschnitt ist eine enge Wendeltreppe in einem steinernen Schacht. Kein Geländer. Und entgegenkommen darf einem da auch niemand. Dann ist man erst einmal auf der "Terrasse" der Kirche und kann vom Balkon aus auf den Platz hinunterschauen. Der nächste Abschnitt besteht aus einer Metalltreppe, die an den Turmwänden nach oben führt. Teilweise mit Geländer, teilweise eher nicht. Und die letzten beiden Höhenmeter geht es durch eine Lücke auf den Boden der Turmspitze mit der Glocke. Durch die Luke passte ich mit meiner Fototasche gerade so durch. Aber der Ausblick von oben ist aller Mühe wert. Nicht nur auf die Altstadt von Trogir, sondern auch auf die Insel Čiovo daneben, das Meer und das kroatische Festland. Nach dem vorsichtigen Abstieg stieß ich wieder zum Rest der Gruppe und bekam mein Belohnungs-Bierchen.
Der Rest des Rundgangs lief dann durch das Nordtor und durch den kleinen Park entlang des Kanals, der die Insel der Altstadt vom Festland trennt.
{Am Montag ganz früh morgens}
Den Eintritt in das Fort Kamerlengo schenkte ich mir erst einmal. Das Innere des Forts ist letztlich nur ein großer Platz. Allenfalls die Wehrgänge und der Turm wären interessant gewesen. Vielleicht würde ich das an einem der anderen Tage nochmal nachholen.
Nach einer weiteren verschlossenen Kirche mit Kloster war der Audio-Guide Rundgang beendet. Das war wirklich eine prima Sache. Die wesentlichen Sehenswürdigkeiten von Trogir waren enthalten. Es gab etwas Informationen zu Geschichte, Gastronomie etc. Die Texte waren sehr gut gesprochen und mit jeweils etwa 1 min hatten sie auch eine Länge, die man zwischendurch hören konnte.
Unterwegs waren wir an einigen Eisdielen vorbei gekommen. Nachdem ich meine Fototasche auf das Zimmer gebracht und Schuhe gewechselt hatte, suchten wir nochmals den Weg zu einem der kleinen Plätze in der Altstadt, wo wir uns in einem der Eiscafés recht große Eisbecher schmecken ließen. Fritz und Annette brauchten verständlicherweise nach der sehr frühen Anreise erst einmal eine Auszeit. Johanna und ich blieben noch eine Weile an der Promenade sitzen und beobachteten, wie eine weitere Charter-Yacht anlegte. Die Dominique ist deutlich kleiner als die Noor II gestern. Aber immer noch ein imposantes Schiff. Kostet aber mit ca. 20.000 € die Woche deutlich weniger als die Noor II.
Nach einer kurzen Erholungspause gönnten Johanna und ich uns einen Gin-Tonic im Restaurant vorm Hotel bis der Rest der Reisegruppe eintraf. Johanna entschloss sich für Tomatensuppe und Thunfisch Tataki. Ich probierte die Fisch Paté und schwarze Tagliatelle mit Shrimps und Lachs. Nach ein paar Lozas setzten wir den Abend noch eine Weile in unserem Wohnzimmer fort.

Montag, 18.05.2026

Speedboat-Tour

  • Blaue Grotte
  • Komiža, Insel Vis
  • Hvar, Insel Hvar

{Am Montag ganz früh morgens}
Da unsere Speedboot-Tour bereits um 6:50 Uhr losgehen sollte, war wieder frühes Aufstehen angesagt. Ena, die nette Rezeptionistin, hatte uns versprochen, Tüten mit etwas zum Frühstück richten zu lassen, da das offizielle Frühstück erst um 08:00 Uhr losging. Unsere Päckchen holte ich gegen 06:00 Uhr ab. Schinken-Käse-Brötchen, Orangensaft, Apfel und Orange sollte uns durch die Zeit bis zur ersten Insel bringen. Nur Kaffee ging nicht. Die Nescafé-Tütchen auf dem Zimmer waren die 3-1 Sorte. Und da Johanna keinen Zucker und ich keine Milch im Kaffee mag, fiel das aus.
{nach der Rückkehr von der Bootstour und teilweise nach der Reise}
Mein Brötchen und den Orangensaft nahm ich zu mier, während ich Reisebericht schrieb. Nach einer kurzen Wartezeit vor dem Fort kam unser Schnellboot. Es handelte sich tatsächlich um eine RIB oder Festrumpfschlauchboot. Unser junger Skipper Josip nahm uns an Bord und nachdem wir den Hafenbereich von Trogir verlassen hatten, drehte er auf. Spätestens da mummelten wir uns alle in unsere Jacken und Kapuzen ein. Zum Glück war die See am Morgen noch recht ruhig, aber der starke Fahrtwind war schon recht kalt. Im Nachhinein konnte ich anhand der GPS-Daten verifizieren, dass wir mit ca 50 km/h unterwegs waren!
Die frühe Startzeit lohnte sich. Wir waren nach etwas über einer Stunde bei der Insel Biševo angekommen und tatsächlich das erste Touristenboot am heutigen Tag. Wir kauften unsere Tickets und stiegen in das Boot für die Blaue Grotte, deren Eingang ein paar Dutzend Meter von dem kleinen Hafen entfernt liegt. Der ältere Mann, der das Boot steuerte, erklärte uns die Geometrie der Höhle, die unterirdischen Brücken und Verbindungen und wodurch die blaue Farbe im Inneren zustande kommt. Das hat viel mit der Reflexion des Himmels auf dem weißen Sand zu tun, der am Meeresboden gerade an den Durchbrücken der Höhle nach außen lagert. Ich hatte mir im Vorfeld nicht viel vorgestellt und war daher recht überrascht, wie schön die Lichtstimmung mit dem kräftigen Blau in der Höhle tatsächlich war. Als einziges Boot in der Höhle konnten wir uns etwas Zeit lassen und die Stimmung auch richtig genießen.
Zurück beim Ausgangspunkt trafen nach und nach die anderen Schnellboote ein. Kein Wunder, dass bei unserem Plan viel mehr Zeit bei der Höhle vorgesehen war. Nicht auszudenken, wenn man da in der Schlange steht oder dümpelt.
Nächste Station war die Insel Vis und dort der kleine Fischerort Komiža. Der Ort lebt wohl nicht mehr nur vom Fischfang sondern auch von Touristen und den Seglern, die hier anlegen. Wir genossen einfach die Atmosphäre rund um den Hafen und tranken einen Kaffee in einem kleinen Lokal am Ende der Mole.
Die Lokationen auf dem weiteren Weg hatten wir zwar den anderen Touren entnommen, aber die jeweiligen Badeaufenthalte gestrichen.
Wir fuhren, soweit es unser Boot erlaubte, in mehrere kleinere Grotten an den Steilhängen von Vis hinein. Das Schichtgestein wird von Wind und Wasser unterschiedlich ausgewaschen, wodurch sich Strukturen ergeben, von denen man kaum annimmt, dass sie natürlich entstanden sind.
Stivina Cove ist eine spannende Angelegenheit. Vom Meer aus erstreckt sich eine immer enger werdende Bucht in die Insel Vis hinein. Am Ende schieben sich von beiden Seiten wie Skylla und Charybdis zwei hohe Felsen in die Bucht und lassen nur einen schmalen Spalt zu der dahinter liegenden kleineren Bucht mit einem winzigen Strand frei. Wir konnte recht nah an die Engstelle heranfahren. In der Hauptsaison versperrt ein Seil den Zugang. Man kommt dann nur an den Strand, in dem man von seinem Boot hinschwimmt oder vom Inselinneren über den Berg läuft.
Der Srebrena Beach liegt ebenfalls in einer Bucht, die aber recht offen gegen das Meer ist. Direkt am Strand gibt es nur Strandbars etc. Eine kleine Ansammlung von Häusern den Hang hinauf sind nach Auskunft unseres Skippers Ferienhäuser oder Altersruhesitze.
Nachdem wir Vis umrundet hatten, steuerten wir die nächste Insel Hvar an. Der sind die Paklinski Inseln vorgelagert. Eigentlich eher kleine Felseilande. Aber sie halten Wind und Wellen von Hvar ab. Heute sind viele mit Bars und Clubs besetzt und werden von Seglern angesteuert.
Die Stadt Hvar liegt, wie sollte es anders sein, in einer Bucht, die recht schwach gekrümmt ist. Über der Stadt thront eine größere Festung. Wir vereinbarten mit unserem Skipper zwei Stunden Aufenthalt. Mehr wollte der Rest der Gruppe nicht, da für die Mehrheit ein Aufstieg zur Festung nicht infrage kam. Aber erst einmal sollte es Lunch sein. Wir entschieden uns für eines der Lokale auf dem großen Platz vor der Kathedrale. Johanna nahm Chicken Wings, ich Scampi und Prawns in Buzara Soße. Dazu gab es ein Lätzchen. Erinnerungen an Chili Crab kamen hoch. Die Soße ist zwar ähnlich rot, aber überhaupt nicht scharf. Und nach dem Genuss der sehr leckeren Meeresfrüchte sahen die Finger entsprechend aus.
Ich wollte schon noch den Ort etwas erkunden und fotografieren. Der Rest der Gruppe zog es vor, beim Restaurant zu bleiben.
An der geschlossenen Kathedrale vorbei bog ich durch das Stadttor in die schmalen Gassen des Ortes ab, die sich auf den Höhenlinien des Hügels entlangziehen. Dem Hinweis auf das Fort folgend stieg ich eine steile Treppe nach oben und folgte von dort aus einem Serpentinenweg Richtung Fort. Mir war klar, dass ich das in der restlichen Zeit nicht mehr erreichen würde. Auch war die Sicht auf das ganze Fort von unten im Grunde besser als oben in dem lichten Wäldchen, das sich zwischen Ort und Fort erstreckt. Aber ich hatte eine fantastische Aussicht auf den Ort unten, den Hafen und die Bucht. insofern hatte sich der Aufstieg doch gelohnt.
Einige Fotos später kam ich wieder an dem Restaurant vorbei, wo der Rest der Gruppe gerade aufgebrochen war.
Damit war der letzte Programmpunkt auch abgehakt und es ging wieder zurück. Allerdings war der Wellengang etwas höher als am Morgen. Nicht wirklich viel, aber wir führen auch etwas parallel zu den Wellen. Bei dem hohen Tempo war das schon ein "bumpy ride". Während ich seit der Blauen Grotte ohne Jacke vorne im Bug gesessen hatte, nahm ich auf der Rückfahrt wieder meinen Platz im Heck ein und zog auch nach kurzer Zeit meine Jacke an, samt Kapuze. Wir wurden ganz schön durchgeschüttelt, aber nach etwas über einer Stunde hatten wir Trogir erreicht und wir verabschiedeten uns von Josip.
{Am Dienstag Nachmittag während der Gewitterpause}
Nach Empfehlung der Rezeption schauten wir für das Abendessen bei den Restaurants Kamerlengo und Alka vorbei. Vor dem Alka machte der Besitzer Werbung für das älteste Restaurant vonTrogir, das Menü und die traditionelle Küche. Wir spazierten zwar noch ein klein wenig durch die Straßen, aber zuerst kehrten wir und kurze Zeit später auch Auerts zum Garten des Alka zurück (das Restaurant hat noch andere Räumlichkeiten). Johanna entschied sich doch für die Hähnchenleber in Speckmantel und Duvecreis, während sich Fritz an die Rouladen aus Kalbsleber mit Lammrippenfell wagte. Das schmeckte schon sehr gut, hatte aber natürlich einen wahrnehmbaren Geschmack nach Lamm. Ich aß erst einen Pulposalat und dann Pljeskavica, letztlich eine Smashed Frikadelle. Von Annettes Schafskäse bekamen auch noch alle was ab. Die Gerichte waren durchweg sehr gut. Auch was an den anderen Tischen aufgetragen wurde, machte Lust auf Wiederkommen.

Dientag, 19.05.2026

Einkaufen und Foto-Walk

  • Markt von Trogir
  • Foto-Walk in Trogir

{Am Dienstag Nachmittag während der Gewitterpause}
Heute war Urlaub im Urlaub angesagt. Wir hatten tatsächlich keinen festen Programmpunkt. Nach einem gemütlichen Frühstück, lief ich erst einmal los, um die Morgensonne für Fotos von der Seite der Insel Čiovo zu nutzen.
Von der Kaimauer auf der anderen Seite konnte ich zwar die Wasserfront von Trogir fotografieren, aber so richtig befriedigend war das nicht. Es waren auch immer noch zu viele Schiffe im Blickfeld. Ich stieg daher die steilen und schmalen Straßen der Ortschaft nach oben. Eine bessere Sicht ergab sich dadurch leider nicht. Entweder standen Häuser oder Bäume im Weg. Einen freien Blick gab es nur auf die Bucht auf der anderen Seite der Insel. Ein weiterer Aufstieg wurde durch Privatanwesen verhindert. Etwas frustriert kehrte ich wieder um, entdeckte aber fast wieder unten eine andere Straße, die wieder steil nach oben ging. Die Anstrengung wurde wenigstens teilweise von Erfolg gekrönt. Vom Gelände einer Bauruine hatte man zumindest einen eingeschränkten Blick auf die Altstadt rund um die Kathedrale.
Unten angekommen fand sich die Reisegruppe abmarschbereit. Ziel war der Markt, der sich entlang des Kanals zwischen der Alt- und der Neustadt hinzieht. Nach einer ersten Inspektion des Angebots und einem Zwischenstopp bei einer Apotheke gegenüber wurden die verschiedene Einkäufe getätigt. Wir füllten im Supermarkt noch unsere Getränkevorräte auf und ließen uns anschließend schwer bepackt bei einem Lokal am Kanal nieder. Diskutierend über die Zuverlässigkeit der verschiedenen Wetter-Apps erlebten wir den ersten Regenschauer. Zum Glück nutzten wir das Ende des Schauers, um zum Hotel zurückzukehren. Kaum dort angekommen zuckte der erste Blitz über der Nachbarinsel aus dem Himmel. Kaum auf dem Zimmer ging ein heftiges Gewitter nieder.
{Am Mittwoch nach dem Frühstück}
Das dauerte aber nur kurz und gegen 16:00 Uhr brach ich noch einmal zu einer Fototour durch die Altstadt auf.
Zahlreiche Bilder später und zurück am Hotel war es auch schon wieder Zeit, ein Restaurant für das Abendessen zu suchen. Wir hatten uns für das Olive entschieden, an dem ich während meines Fotorundgangs vermeintlich vorbeigekommen war. Es stellte sich aber heraus, dass das Olive geschlossen hatte. Was ich gesehen hatte, waren zwei andere Lokale direkt daneben. Also wieder zurück zum Kamerlengo, was eine weitere Option darstellte. Dort bekamen wir einen netten Platz im Garten an einer ruhigen Seitenstraße. Johanna bestellte Tomatensuppe und Thunfisch Tatar. Ich nahm zur Vorspeise eines der Must Try Gerichte hier, Schwarzen Reis mit Tintenfisch. Dabei ist der Reis nicht selbst schwarz, sondern die Soße hat einen hohen Anteil an Tintenfisch-Tinte. Die Tintenfisch-Stücke darin waren butterzart. Geschmacklich war das Ganze auch sehr gut. Zum Hauptgang hatte ich gegrilltes Kalbs-Kotelett. Das kam mit etwas Gemüse, Pommes, Zwiebeln und Ajvar. Ich hatte noch eine Trüffel-Soße dazu bestellt. Nachdem man hier in den Restaurants und auf dem Markt sehr oft Trüffelprodukte finden kann, wollte ich das mal probieren. Ich bin bei verarbeiteten Trüffeln immer skeptisch, weil oft mit minderwertigem Trüffelöl gearbeitet wird, was dann einfach nur penetrant schmeckt und riecht. Hier war es eher eine Rahmsoße, die auch einige Kräuter enthielt mit einem angenehm dezenten Trüffelaroma. Leider war das Kotelett etwas wie asiatische Hühnchen bearbeitet. Aber sehr saftig und gut. Und natürlich bekam ich auch noch einen Teil von Johannas Tatar ab.
Der Loza hier war eine gereifte Variante, die nicht das recht parfümiert wirkende Aroma des Loza in unserem Hotelrestaurant hatte.
Pappsatt kamen wir zum Hotel zurück und verkosteten den selbstgebrannten Slivovitz aus der Plastikflasche, den wir am Morgen auf dem Markt erstanden hatten. Der war nicht ganz so intensiv nach Zwetschgen schmeckend, wie die "offizielle" Variante, die wir am Marktstand gekostet hatten, aber immer noch gut. Und ehrlicher als die üblichen Industrieprodukte.

Mittwoch, 20.05.2026

Split

  • Split
  • Diokletians-Palast
  • Game of Thrones Drehorte

{Am Donnerstag vor dem Frühstück}
Die nahegelegene Stadt Split stand heute auf dem Programm. Als Transportmittel für den Hinweg hatten wir uns die Fähre ausgesucht, die mit einem Zwischenstopp bei Slatine auf der Insel Čiovo nach einer Stunde Fahrzeit Split erreichte.
Bis zu unserer gebuchten Game of Thrones Privatführung hatten wir noch reichlich Zeit. Sicherheitshalber wollten wir aber schon einmal nach dem Treffpunkt, der Statue des Grgur Ninski, schauen. Die Anlegestelle der Fähre ist direkt an der Riva, der weitläufigen Uferpromenade von Split. Gleich dahinter liegt die Altstadt. Was mir nun überhaupt nicht klar war: der berühmte Diokletianspalast ist im Grunde identisch mit der Altstadt. Wegen des Palastes wollte ich ja unbedingt nach Split auf unserer Reise. Aber ich hatte mich irgendwie im Vorfeld gar nicht damit beschäftigt. Ich hatte immer so die Vorstellung, dass der Palast auf einer Landzunge bei der Stadt liegen würde und ein übliches, wenn auch gut erhaltenes Ruinenfeld erwartet. Tatsächlich sind die stattlichen Überreste des Palastes komplett mit der weiteren Bebauung verwoben. Und da das Gelände vom Meer her zügig ansteigt, betritt man den Palast praktisch im Keller und steigt dann eine Treppe ins Erdgeschoss hinauf. Die Statue fand sich auf der anderen Seite der Altstadt. Der Bischof aus dem 1. Jtsd. wuchtet am oberen Ende einer Treppe vom Palast zur weiteren Stadt in den Himmel und schaut gestreng Richtung Rom. Nachdem wir das geklärt hatten, war Durstlöschen angesagt. Auf dem Weg durch die Altstadt war die Hölle los und wegen der Mittagszeit die Schlangen vor den Lokalen entlang des Cardo lang. Zum Glück gibt es viele Hinweisschilder, nicht nur auf Sehenswürdigkeiten, sondern auch auf Restaurants. Eine Micro-Brewery schien uns ein lohnendes Ziel. Der Pub machte allerdings erst um 17:00 Uhr auf. Aber die kleine Terrasse gegenüber war auch ok.
Zurück beim Bischof war immer noch eine Stunde Zeit. Leider aber zu kurz für eine Fahrt mit dem Bähnchen. Die Tour wäre recht interessant gewesen, sollte aber auch eine Stunde dauern. Fritz und Annette zogen zu einem kleinen Rundgang los, während Johanna und ich es uns gemütlich machten und das Treiben beobachteten.
{Am Freitag vor der Abreise}
Um 15:00 Uhr trafen wir unsere TourGuide Arijana, die zusammen mit dem jungen Chef der Agentur, Marco, kam. Arijana hatte lange in Mainz gelebt und sprach daher perfekt deutsch. Sie liebte offensichtlich ihren Job als Guide und wusste, wovon sie erzählte. Die über zwei Stunden Rundgang kreuz und quer durch die Altstadt von Split bzw. dem Diokletianspalast vergingen wie im Fluge. Es war schon sehr interessant, wie eng römische und moderne Strukturen miteinander verwoben sind. Bevor die Altstadt zum UNESCO Weltkulturerbe geworden war, durfte recht freizügig gebaut werden. Seitdem geht man natürlich schonender mit den historischen Bauten um. Wir hatten ja eine spezielle GOT Tour gebucht. Daher zeigte uns Arijana immer wieder Stellen, die in den Filmen eine Rolle spielten. Sie hatte, von Marco vorbereitet, die entsprechenden Filmsequenzen auf dem Tablet, so dass man direkt die Lokationen in der Filmsequenz mit der Realität vergleichen konnte. Interessant, wenn auch nicht völlig überraschend war, dass manchen Filmsequenzen an zwei ganz verschiedenen Lokationen gedreht worden waren. Also nicht nur in Split, sondern auch in der nahegelegenen Festung Klis.
Im letzten Teil der Tour tauchten wir noch in die Kellergewölbe des Palastes ein, die weitestgehend erhalten sind und erst vor nicht allzu langer Zeit freigelegt worden waren. Zwischenzeitlich waren sie, über Löcher im Boden der Häuser darüber, quasi als riesiger Mülleimer benutzt worden. In einer der großen Halle waren in GOT die Drachen gehalten worden. Die Zugangstreppe zu dem Gewölbe war aber eine Filmkulisse.
Nach dem Ende des überaus interessanten Rundgangs schaute ich kurz im GOT Shop vorbei und erwarb ein kleines Souvenir. Wir hatten uns überlegt, gleich in Split zum Abendessen zu gehen. Ein Restaurant, das während der Fahrt mit der Fähre recherchiert worden war, war eine Option. Arijana hatte noch ein anderes Lokal vorgeschlagen. Dort angekommen gefiel es uns aber nicht, weil man zwar Blick auf den Hafen hat, aber ansonsten direkt an der Straße sitzt. Das Cicibella, unsere erste Option, liegt nur ein paar Schritte entfernt. Dort gab es aber außen nur Tische für Zwei. Der Kellner zeigte uns die zweite Dependance des Lokals ein paar Meter weiter, wo man im überdachten Außenbereich sitzen konnte. Die Speisekarte hatte gut geklungen. Leider war das Ergebnis etwas schwierig. Der Vorspeisenteller für alle war prima. Die Pašticada wird hier mit Thunfisch, nicht mit Rindfleisch zubereitet. Fritz wagte sich daran, ich fand die Soße für meinen Geschmack viel zu süß. Johanna verbrachte lange Zeit damit, die Apfelstückchen aus ihrem Thunfischtatar auszusortieren. Von Thunfisch blieb da nicht mehr viel übrig und sie gab auf. Ich hatte mit Fisch gefüllt schwarze Ravioli bestellt. Wegen der Menge an Tomatensoße war bedauerlicherweise vom Rest des Gerichts, insbesondere vom Fisch, nichts mehr zu schmecken. Insgesamt also eher unbefriedigend.
Für den Weg zurück nach Trogir orderten wir einen Uber XL, in der Hoffnung, dass da für die Fond-Passagiere mehr Platz wäre. War aber nicht so. Der Wagen war zwar für 6 Personen ausgelegt, das bedeutete aber eine mögliche weitere Sitzreihe. Die Fondbank war genauso schmal wie befürchtet. Ich kam mir vor wie auf einem Mittelplatz in der Economy Class. Und der Fahrer war sehr gesprächig. Wir erfuhren zwar viel über das Leben in Kroatien. Aber manchmal will man einfach seine Ruhe haben. Ich gebe zu, ich war nach dem Abendteil des Tages etwas genervt. Aber der erste Teil mit dem Besuch der Altstadt von Split war toll.

Donnerstag, 21.05.2026

Krka-Nationalpark

  • Krka-Nationalpark
  • Wasserfälle
  • Skradin
  • Weinprobe

{auf dem Flug nach Frankfurt}
Für unseren Ausflug zum Krka-Nationalpark sollten wir um 08:30 Uhr am Nordtor abgeholt werden. Nach unserem Verständnis gab es Frühstück erst ab 08:00 Uhr. Auf Nachfrage hieß es aber, Frühstück gäbe es bereits ab 07:00 Uhr. Wir trafen Auerts kurz nach 07:00 Uhr. Eigentlich ist die Küche erst um 07:30 besetzt, erfuhren wir dabei. Aber die Mitarbeiterin war schon da und alles war gut. Am Nordtor sammelte sich die Gruppe, die in Trogir zusteigen wollte. Eine Angestellte der Agentur sammelte das Eintrittsgeld für den Park ein und brachte uns zur Bushaltestelle auf der anderen Seite der Brücke. Leider gab es aber eine Baustelle zwischen Split und Trogir, so dass der Bus am Ende eine ca. 30 minütige Verspätung hatte. Darijo, unser Tourguide war ein lustiger Typ und außerdem für digitalisierte Kommunikation. Jeder der wollte, konnte über QR-Code einer speziellen WhatsApp-Gruppe beitreten. Über die verbreitete er nicht nur alle notwendigen Informationen über die Route im Park, die Treffpunkte etc. Sie wurde auch von einigen im Bus genutzt, um sich zu Kleingruppen zu verabreden, insbesondere die nicht-englischsprechenden (und davon gab es wohl einige). Unseren Besuch im Park begannen wir am Eingang Lozovac. Von der dortigen alten Mühle führt ein Bohlenweg bis oberhalb des ersten Wasserfalls Skradinski buk. Unten am Fuß des Wasserfalls befindet sich die Bootsanlegestelle für die Fahrt nach Skradin. In Skradin bestand noch die Möglichkeit, an einer kleinen Weinprobe teilzunehmen. Einige hatten das vorgebucht, aber auch eine spontane Teilnahme war möglich. Soweit der Plan.
Gleich zu Anfang war ich etwas zurück geblieben, um zu fotografieren. Und dann waren alle weg. Ich nahm an, die Gruppe sei schon auf dem Bohlenweg, durchquerte die alten Mühlengebäude und lief weiter. Nach einer ganzen Weile war mir das nicht mehr geheuer. Ich hatte noch niemanden aus unserem Bus gesehen, geschweige denn unsere Reisegruppe. Also bei Fritz angerufen und dabei erfahren, dass die Gruppe noch gar nicht aufgebrochen war, weil Darijo zunächst einiges erklärt hatte und außerdem alle nach zur Toilette wollten.
Ich kehrte um, lief den ganzen Weg wieder zurück, sammelte Johanna, Fritz und Annette ein und hatte ein zweites Mal die Gelegenheit, die Flusslandschaft zu bewundern. Die war nämlich richtig schön. Das Gelände besteht aus zahlreichen kleinen Flussläufen oder Bächen und Teichen zwischen dem Buschwerk bzw. Wäldchen. Dazwischen und darüber schlängelt sich der Bohlenweg. Immer wieder waren Frösche zu hören. Vereinzelnd konnte man auch welche entdecken. Um die schönen blauen Libellen zu fotografieren, hatte ich nicht das nötige Equipment dabei. Nach etwa 1,5 km erreichten wir den Wasserfall. Über eine Waldtreppe mussten wir hinunter zum Fluss. Hatte sich der Betrieb auf dem Weg ganz gut in Grenzen gehalten, tummelten sich direkt am Wasserfall Unmengen an Touristen. Eine Holzbrücke führt an der Stelle über den Fluss, von der aus man natürlich den besten Blick auf die nicht sehr hohen, aber breiten und vielfältigen Fälle hat. Meinen ursprünglichen Plan, ein paar Langzeitaufnahmen zu machen, musste ich aufgeben. Hier ein Stativ aufzubauen (wenn auch ein kleines) wäre schwierig geworden. Aber auch die normalen Postkartenaufnahmen versprachen einiges. Die Fälle sind nun keine Niagara Falls, aber aufgrund ihrer Struktur mit mehreren Stufen und Wasserläufen, eingebettet in die Felslandschaft mit viel Grün, sieht einfach schön aus.
Darijo hatte erzählt, dass es einen 5 km langen Weg entlang des Flusses hinunter nach Skradin gäbe. Das muss man mir nicht zweimal sagen. Während die anderen drei sich an der Bootsanlegestelle in die Warteschlange einreihten, machte ich mich zu Fuß auf. Der breite geschotterte Wirtschaftsweg zieht erst einmal ein Stück in die Höhe. Zudem liegt er etwa auf der ersten Hälfte bis zum Knick im Fluss ein Stückchen ab vom Wasser, so dass man dieses nur durch die Bäume schimmern sieht. Der zweite Streckenabschnitt verläuft ebenfalls so 20 Meter oberhalb des Flusses, aber nun mit freier Sicht auf die Landschaft.
Ziemlich genau eine Stunde später war ich in Skradin angekommen und fand nach kurzer Rücksprache die anderen drei in einem kleinen Lokal bei Bier und Pinsa.
Jedenfalls war noch genügend Zeit bis zu Weinprobe, an der wir uns auch entschlossen hatten, teilzunehmen.
Das Gebäude des Weingutes und Restaurants liegt etwas versteckt in dem kleinen Ort, aber mit direktem Blick auf einen Teil des Yachthafens, in dem mal wieder Unsummen an totem Kapitel im Wasser dümpelten. Es gab jeweils einen Weiß-, einen Rosé- und einen Rotwein sowie einen Dessertwein des Weingutes zur Verkostung. Am ehesten sagten Johanna und mir der Rosé zu, bei mir gefolgt von dem leichten Sommer-Weißwein. Während der Probe unterhielten wir uns mit zwei Frauen aus Australien, die gerade in Europa Urlaub machen mit einer etwas ungewöhnlichen Route. Eine der beiden erzählte, dass sie einen kleinen Weinberg hätten. Inzwischen allerdings die Trauben verkaufen.
Wieder zurück in Trogir war erst einmal Ausruhen angesagt, bevor wir das ausgesuchte Lokal für unser letztes Abendessen ansteuerten. Die Konoba Fortin hatte im Internet ganz gute Kritiken ob ihrer authentischen Küche bekommen.
Johanna war diesbezüglich mit ihrer Pizza außen vor. Annette und ich bestellten gesalzene Sardinen. Und die Form kannte ich bisher nicht. Die kleinen Sardinen waren wohl in Salz eingelegt gewesen und daher quasi nicht nur haltbar sondern auch verzehrbar gemacht. Das Fleisch war dunkelrot oder braun und ziemlich fest. Anfangs tat ich es Annette gleich und versuchte, das Grätenhaus zu entfernen. Das führte aber nicht richtig weiter. Kurz entschlossen schnitt ich ein Stück des Fischchens ab, mitsamt Gräte und probierte. Und tatsächlich, das konnte man so essen. Die kleine Gräten waren quasi zum Crunch geworden und man konnte das einfach so essen. Ich fand den Geschmack sehr interessant, auch wenn sicher nicht jeder das extrem salzige mag.
Beim Hauptgang entschied ich mich für Goldbrasse (Dorade) mit Mangold-Kartoffeln als Beilage (das schien hier die Standardbeilage für viele Gerichte zu sein). Die war nun sehr lecker, schön saftig und fleischig. Fritz probierte es nochmal mit dem Schmorgericht, heute aber, wie es eigentlich sein sollte, mit Rindfleisch. Nun ja, den Hype, den hier alle um das Gericht machen, konnten wir nicht nachvollziehen. War halt ein Rinderschmorbraten mit Soße und Gnocchi. Dabei war die Soße sehr gemüselastig. Das kommt, wenn man das Schmorgemüse am Ende des Kochprozesses einfach durchmixt. Wir waren uns einige, dass unsere eigenen Rezepte für Rinderschmorbraten besser schmecken.
{Am Sonntag nach der Reise}
Unseren letzten Abend ließen wir, wie die Abende zuvor in unserem Wohnzimmer ausklingen und vernichteten die übrig gebliebenen Getränke und Snacks.

Freitag, 22.05.2026

Heimreise

  • Letztes Frühstück
  • Zurück nach Hause

{Am Sonntag nach der Reise}
Da beide Teilreisegruppen sehr entspannte Rückreisezeiten hatten, begann der Tag nochmal mit einem gemütlichen Frühstück. Am Tag zuvor war uns aufgefallen, dass die Zahl der Küstenkreuzfahrtschiffe, die an der Kaimauer angelegt hatten, nochmal deutlich höher war. In mehrere Reihen lagen die kleinen Schiffe da, auch eine Anzahl von "Pseudoseglern". Sprich die Schiffe hatten zwei oder drei Maste. Wobei ich der Meinung bin, dass diese bzw. die Segel nur der Show dienen. Heute morgen stachen die Schiffe nach und nach in See. Auch das, das schon seit drei Tagen hier lag und wir uns gewundert hatten, was das denn für eine Kreuzfahrt sei, bei der man mehrere Tage sich nicht von der Stelle bewegt.
So kurz vor 12:00 Uhr liefen wir in Begleitung von Auerts die Promenade entlang bis zur Brücke nach Čiovo und bestellten einen Uber. Der kam nach wenigen Minuten und lieferte uns keine Viertelstunde später am Flughafen ab. Bei der Ankunft hatte ich nicht so darauf geachtet. Der kleine Flughafen von Split macht den Eindruck, als wäre er erst vor Kurzem eröffnet worden. Alles sehr neu, sehr modern, total sauber und effizient. Beim Check-in gab es keine Schlange und der Security Check verfügt über die modernen Scanner, bei denen man nichts mehr auspacken muss. Unser Flugzeug war pünktlich da und überpünktlich war die Maschine startbereit, musste aber noch bis 15:00 Uhr bis zur Startfreigabe warten. Nach einer Stunde waren wir im Grund schon im Landeanflug auf Frankfurt. Aber auch hier hieß es warten (in Form von sehr langsamen Fliegens). Wie üblich war die Wartezeit auf das Gepäck in der Größenordnung eines kurzen Fluges und die Autobahn war auch voll, inklusive Sperrung der A5. Dennoch waren wir gegen 19:00 Uhr schließlich zu Hause und der diesjährige Ausflug der Auert-Kuhn-Städtetouren zuende.

Fazit

Irgendwie haben wir mit unseren Reisezielen der Auert-Kuhn-Städtetouren in den letzten Jahren richtig Glück. Wenn man einmal von der schwierigen Anreise für Auerts von Berlin absieht. Aber mit Trogir als Reiseziel waren wir alle sehr zufrieden, inklusiver der diversen Aktivitäten.
Das Hotel XII Century Heritage in Trogir war mit seiner Lage direkt an der Riva (der Uferpromenade), dem gepflegten Inneren und den freundlichen Mitarbeitern schon eine sehr gute Wahl gewesen. Zwei Abstriche muss man machen. Da sich das Hotel in einem historischen Gebäude befindet, gibt es keinen Lift. Das war insofern unproblematisch, als wir Zimmer im ersten Stock hatten. Während wir die kleine Suite mit Fenstern in Richtung Meer hatten, gibt es allerdings Zimmer an der Seite, bei denen die kleinen Fenster auf die Seitengasse gehen und die daher recht dunkel sind.
Die Altstadt von Trogir ist ein kleines Schmuckkästchen mit den vielen verwinkelten Gassen und den zahlreichen Läden und Restaurants, aber auch einer Reihe von Sehenswürdigkeiten. Klar ist es voll von Touristen, aber wo ist es das nicht? Hier und an den anderen Orten, die wir besuchten, ist uns aufgefallen, dass es überall einladend und sauber aussieht. Vieles macht einen gepflegten und modernen Eindruck (siehe auch die Anmerkung zum Flughafen in Split).
Unsere Speedboat-Tour war zwar ganz schön teuer, aber es hat sich dennoch gelohnt. Wir kamen genau dahin, wo wir hin wollten, mussten auf niemand Rücksicht nehmen und unser Skipper konnte die Tour in gewissem Rahmen anpassen. Mit 50 km/h am frischen Morgen und am Nachmittag mit leichtem Seegang über das Meer zu brettern, ist zwar schon etwas anstrengend. Aber bei den Entfernungen wäre der Trip mit einem normalen Boot oder Schiff nicht machbar gewesen.
Ebenso war unsere Privatführung in Deutsch durch die Altstadt von Split ein weiteres Highlight. Arijana hatte sichtlich Spaß mit uns (und wir mit ihr), so dass das keine trockene Geschichtsführung war und auch diejenigen in der Gruppe, die nicht so wie ich mit Game of Thrones vertraut sind, nicht abgehängt waren.
Für den Krka-Nationalpark hätte man gerne noch mehr Zeit gehabt, um z.B. auch einen der anderen Wasserfälle flussaufwärts zu besuchen. Aber das wäre an einem Tag nicht machbar gewesen. Neben dem Wasserfall war insbesondere der Weg durch die Flusslandschaft oberhalb des Wasserfalls sehr schön.
Eigentlich hätte ich gerne noch einige der lokalen Gerichte in den Restaurants verkostet. Aber man kann ja nicht den ganzen Tag essen. Die leichte Enttäuschung bei den letzten beiden Restaurants war eher persönlichen Vorlieben oder Abneigungen geschuldet, als der eigentlichen Qualität der Speisen. Überrascht hatte mich etwas, dass sich die Preise schon auf einem vergleichbaren Niveau wie bei uns bewegen. War aber noch ok für das, was man bekam.
In Summe also eine sehr gelungene und erfreuliche Tour, von der wir wieder um einige positive Erfahrungen reicher zurückgekommen sind.