Zwei Reiseberichte auf einer Webseite? Das hatten wir auch noch nicht. Ist aber der Tatsache geschuldet, dass wir 2020 zweimal am Achensee waren. Und sonst im Home Office/Lockdown...


Alpenrose - Teil 1

26. Juni - 04. Juli 2020

Urlaub in Zeiten von Corona

Wie üblich nahmen wir unsere Reisebuchungen Anfang des Jahre vor. Plan war, zunächst Juni/Juli zur Alpenrose zu Fahren und dann im Herbst bei Studiosus eine Nordgriechenland-Rundreise. Wir hatten uns letztlich mal wieder für Studiosus entschieden. Mit ein Grund war, dass wir noch ein paar Tage am Meer bleiben wollten und uns das Hotel bei Studiosus deutlich besser zusagte. Da das Hotel auch der Standort für die letzten Tage der Rundreise war, buchten wir einen Bungalow gleich für diesen Teil der Rundreise und die Verlängerung.

Dann kamen Corona und der erste Lockdown.
Wir ließen beide Buchungen erst einmal stehen. Bei Griechenland über Studiosus galten eh die Pauschalreiserichtlinien. Und bei der Alpenrose sind wir davon ausgegangen, dass wir als langjährige Stammgäste sicherlich eine Regelung finden würden.

Irgendwann kam dann eine E-Mail von der Alpenrose, dass die Stornierungsfristen für Buchungen bis August auf drei Tage vor der Anreise verlängert wurden. Einige Zeit später erreichte uns eine E-Mail, dass die Hotels in Österreich ab 11. Juni aufmachen würden. Die Bundesregierung kündigte an, dass die Grenzen innerhalb der EU mit wenigen Ausnahmen am 15. Juni für den Tourismus wieder geöffnet werden. Von da an beobachteten wir auch immer die Fallzahlen im Land Tirol und besonders um den Achensee. Die lagen im einstelligen Bereich, als nochmal geringer als im Landkreis Karlsruhe bei vergleichbarer Einwohnerzahl. Die Maskenpflicht wurde in Österreich auch deutlich schneller gelockert als bei uns. Noch kurz vor der Abreise hieß es, man solle beim Betreten der Rezeption und des Restaurants Mundschutz tragen. Das wurde dann auch aufgehoben. Nur die Angestellten im Service mussten noch Schutz tragen, aber auch das sollte ab 01. Juli aufgehoben werden.

Nach den Dauertelefonkonferenzen in den letzten Wochen war es auch in den Tagen vor der Abreise im Home Office ruhiger geworden. Dennoch kamen wir erst kurz vor knapp dazu, die Koffer zu packen. Ich holte am Donnerstag schließlich noch mein Golf Bag vom Golfclub ab.

Freitag, 26. Juni - Anreise und Neues in der Alpenrose

Am Freitag fuhren wir gemütlich los und hatten eine sehr ruhige Fahrt. Lediglich auf der A99 gab es einen kurzen Unfallstau. Und schließlich tatsächlich noch einen Unfall auf der Straße am Achensee entlang, weil bei der Abzweigung nach Achenkirch zwei Fahrzeuge kollidiert waren.

In der Alpenrose war die Ankunft wie immer, lediglich die Schutzmasken der Angestellten an der Rezeption und die überall verteilten Desinfektionsmittelspender erinnerten daran, dass die Zeiten mitnichten normal waren. Einerseits war das sehr erfreulich. Andererseits kam einem das schon etwas surreal vor. Nach drei Monaten Lockdown, in denen wir den 25 km Umkreis um Forst nicht verlassen hatten, den nach wie vor geltenden Einschränkungen in Deutschland (sicherlich zurecht. Österreich war schon ein ganzen Stück weiter und hatte zu dem Zeitpunkt nur sehr geringe Fallzahlen. Und die Gäste in der Alpenrose kommen traditionell überwiegend aus DACH) und der sicherlich noch lange nicht überwundenen Pandemie war die Fast-Normalität hier wie eine Art Paralleluniversum. Sind wir also mal optimistisch und genießen den Urlaub.

(Einschub im März 2021: Meinen Reisebericht über die 2020-Urlaube hatte ich lange liegen lassen. In der aktuellen Situation im März 2021 ist es schon wieder befremdlich, wie es im Sommer 2020 war)

Die Regenwolken verzogen sich und nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten machten wir erst einmal einen Spaziergang zum neuen Badeteich. Die Anlage befindet sich hinter dem ersten Badeteich und hat den Kindespielplatz übernommen, der ein ganzen Stück weiter Richtung See gerückt ist. Da die Alpenrose die Wiese unterhalb des Hotels nicht bekommt, muss man sich am Ortsrand von Maurach entlang ausdehnen. Jedenfalls ist der neue Alpine Garten wunderschön geworden. Eine Mischung aus Alpenbergsee und Zen-Garten mit vielen kleinen Steinbrunnen und Buddhastatuen. Rund um den See sind weit auseinanderliegende Stege mit Zweier-Liegen und einige Cabañas, Zweierliegen mit Dach darüber, angeordnet.

Nächste Station unseres Hotelrundgangs war die Cocoon-Boutique, wo wir ebenfalls mit Prosecco begrüßt wurden. Auch hier sprachen die Angestellten davon, wie erleichtert sie seien, dass es wieder weiter geht. Als Service bot man uns an, einen Teil der Einkäufe direkt ins Auto zu bringen. Da ich den Autoschlüssel eh noch an der Rezeption hatte, nahmen wir das in Anspruch. Das ist eben Alpenrose-Full-Service.

Später in der Bar trafen wir erst Wolfang sen. und kurze Zeit später auch Wolfgang jr. Beide begrüßten uns herzlich. Wolfgang sen. berichtete, dass er in den drei Monaten der Hotelschließung quasi alleine da war und sie die Zeit genutzt hatten, viele Dinge zu reparieren, neu zu streichen und zu renovieren. Er meinte, dass nach dem Start es auch gleich wieder losgegangen war, weil die Stammgäste (so wie wir) nicht storniert hatten und auch praktisch alle wieder gekommen waren.

Zuhause hatte Johanne gelesen, dass die Sonnenwendfeuer am letzten Wochenende gewesen waren. Umso überraschter waren wir über ein Schild, dass auf das Sonnenwendfeuer am heutigen Tag hinwies. Wegen schlechtem Wetter war es um eine Woche verschoben worden. Kurz vor 20:00 Uhr zogen wir also wieder zum neuen Garten und zur dortigen Hütte, wo es verschiedenen Getränke gab. Fast wäre das Ereignis wieder ins Wasser gefallen. Aber der Regenguss/Gewitter dauerte nur einige Minuten und außerdem hingen die Wolken deutlich über den Berggipfeln. Das Sonnenwendfeuer war recht überschaubar, lediglich auf der Rotspitze wurden Feuer entzündet. Kein Vergleich zu den Sonnenwendfeuern, die wir hier schon erlebt hatten und die sich rund um den Achensee und auch über die Berge am Inntal entlang zogen. Schön war es trotzdem. Ich machte ein paar Bilder, was der Barchef Dan bemerkte und fragte, ob ich die Bilder eventuelle zur Verfügung stellen könnte, was ich natürlich versprach.

Samstag, 27. Juni - Sonnenbad, Spaziergang und Wellness

Die Wettervorhersage für die Woche war ja eher durchschnittlich mit immer wieder Regen- und Gewitterwahrscheinlichkeit. Nach einem gemütlichen Frühstück nutzen wir daher den strahlenden Sonnenschein und ließen uns in einer der Cabañas am Badeteich für die nächsten Stunden nieder.

Johanna hatte ab 14:00 Uhr ihre erste Behandlungsreihe. Nachdem wir noch gemeinsam die Solegrotte besucht hatten, trennten wir uns. Ich schulterte meinen Fotorucksack und machte mich auf den Weg über die Lärchenwiese Richtung Rodelhütte. Ich hatte die Hoffnung, auf dem Weg entlang des Berges über das Tal Richtung Rofan Infrarotaufnahmen machen zu können. Aber nur an einer Stelle öffnete sich der Blick durch den Wald. Da meine Massage um 17:00 Uhr geplant war, machte ich mich irgendwann auf den Rückweg. Aus der kurzen Wanderung leiteten sich zwei Erkenntnisse ab. Auch auf einem solch kurzen Stück helfen Wanderstöcke. Und der Fotorucksack ist viel zu schwer. Insbesondere ist für den Wald die Makroausrüstung überflüssig. Es blüht praktisch nichts mehr, Pilze gibt es entlang des Weges (noch) keine. Und für Tiere ist die Mittagszeit auch Siesta. Mal sehen, ob die Infrarotaufnahmen etwas geworden sind. Hell und grün genug war es jedenfalls. Von den angekündigten Gewittern keine Spur.

Meine Wellness-Massage war sehr angenehm, Und trotz monatelangem Sitzen am Schreibtisch hatte ich weniger Verspannungen (eigentlich gar kein) als sonst. Dazu hat sicherlich auch mein neuer Schreibtischstuhl beigetragen, den ich mir Anfang des Jahres gekauft hatte.

Worauf ich mich gefreut hatte, war das Abendessen während des Urlaubs. Nun kochen wir zwar ziemlich gerne und recht ordentlich, aber ich hatte mich echt darauf gefreut, mir nicht ständig Gedanken machen zu müssen, was wir kochen wollten. Die ersten paar Wochen des Lockdown hatten wir sogar am Samstag schon für den ganze Woche vorgeplant, alles am Samstag eingekauft und waren den Rest der Woche nicht mehr aus dem Haus gegangen.

(Einschub im März 2021: Das machen wir immer noch so….)

Jetzt im Urlaub verlagerte sich der Entscheidungsprozess, was man vom üppigen Vorspeisenbuffet (ja es gab Buffet, auch zur Selbstbedienung) nehmen sollte und welche der Hauptgänge es sein sollten. Mir schien, dass das Buffet im Vergleich zu unserem letzten Aufenthalt wieder deutlich zugelegt hatte. Auch geschmacklich.

Noch während wir beim Abendessen saßen kam doch noch ein Gewitter. Und wie am Achensee üblich, heftig.

Sonntag, 28. Juni - Noch mehr Sonne und Wellness

Am Morgen hingen die Wolken praktisch bis vor das Zimmerfenster, allerdings kämpfte sich auch schon die Sonne durch. Später nach dem Frühstück (heute mit Sekt und Weißwurst) hingen nur noch ein paar dekorative Wolken am Himmel und wir beschlössen das schöne Wetter wieder für ein paar ruhige Stunden am Badesee zu nutzen.

Dem folgte die Solegrotte bevor Johanna ihre nächste Behandlung hatte. Ich wollte eigentlich einen weiteren Fotoausflug Richtung Eben machen, allerdings hatte sich der Himmel inzwischen zugezogen. Nach einem kurzen Ausflug ins Dampfbad wurde es aber auch in der Saunalandschaft voller und bei den Begrenzungen der Personenzahl hatte ich auch keine so rechte Lust mehr.

Also widmete ich mich den Sonnenwendfeuerbildern, die ich ja Dan von der Bar versprochen hatte. Abends fing es an zu regnen, was auch die ganze Nacht und bis weit in den Montag hinein andauerte.

Montag, 29. Juni - Edelbrände und Kristalle

Aber das war vorhergesagt gewesen. Daher hatten wir schon am Sonntag beschlossen, heute unsere Pflichtbesuche bei der Edelbrennerei Kostenzer und bei Swarovski zu machen. Wegen der Öffnungszeiten und Johannas Behandlungstermine am Nachmittag auch in der Reihenfolge. Daher war natürlich nichts drin mit Edelbränden probieren. Neben unseren üblichen Verdächtigen, wie Holunder, Vogelbeere etc. packten wir auch noch ein paar neue Sachen ein.

Mit zwei Kisten Edelbränden im Kofferraum ging es weiter nach Wattens. An einem Schlechtwettertag sind die Kristallwelten natürlich eine beliebte Anlaufstelle aller Touristen. Vor den beiden offenen Kassen eine Riesenschlange (mit halbherzigem Abstand). Die Gruppenkasse, die normalerweise auch SCS-Mitgliedern offen steht, war auch zu. Dann bemerkte ich aber, dass ein paar andere Leute etwas aufgeregt mit einem Swarovski-Mitarbeiter sprachen. Die hatten Karten im Internet vorgekauft, müssten die aber an der Kasse gegen die richtigen Eintrittstickets eintauschen. Etwas unsinnig und entsprechen echauffiert waren die Leute. Der Swarovski-Mitarbeiter, der sich als Betriebsleiter vorstellte, versuchte zu beruhigen und versprach die Gruppen-Kasse öffnen zu lassen. Nach Rückfrage meinerseits war auch klar, dass wir hier und nicht in der Schlange warten würden. Wir wollten eh nur in den Shop. Die Kasse wurde aber auch nach einiger Zeit nicht geöffnet. Dann tauchte der Betriebsleiter wieder auf und verteilte direkt Eintrittskarten. Wir hätten damit auch die eigentlichen Kristallwelten besuchen können, aber wie erwähnt, wollten wir dieses Mal nur in den Shop. Dort ging es recht ruhig zu. Wir nahmen unseren Sekt in der VIP-Lounge, wo Johanna das Rehkitz und einen kleinen Frosch mitnahm. Im normalen Shop sammelte sie noch zwei Sachen ein und wir begaben uns an die Kasse. Die Reihe der Kassen war mit Tischvitrinen abgetrennt, so dass sich ein Art Gang vor den Kassen ergab. Vor den Vitrinen befanden sich die inzwischen üblichen 1,5-m-Abstandsaufkleber auf dem Boden. Da aber nur eine Frau mit ihrer kleinen Tochter an der einzigen offenen Kasse stand, ging Johanna zügig ebenfalls in den Kassengang, hielt aber natürlich Abstand von der anderen Kundin. Trotzdem wurde sie von dieser angeschnauzt, sie hätte am Anfang des Kassengangs zu warten. Da kam sie bei Johanna an die Richtige. Mal davon abgesehen, dass eine solche Anweisung nirgends zu erkennen und angesichts des Menschenaufkommens im Laden auch völlig unsinnig gewesen wäre. Inzwischen hatte es aufgehört zu regnen und die Wolken verzogen sich allmählich in größere Höhen.

Nachdem ich meinen Wagen in die schmale Lücke zwischen einem großen VW-Bus und einer Säule parkiert (nein, so heißt es doch in der Schweiz) hatte, besorgte ich mir an der Rezeption einen USB-Stick für die Bilder und wir nahmen unser tägliches Bad in der Solegrotte. Johanna hatte noch etwas Zeit bis zu ihrer Behandlung und suchte die Liegen auf. Ich peilte die Lage auf dem Saunadeck und fand tatsächlich die neue Biosauna leer vor. Die frühere Tiroler Steinsauna war erneuert worden. Über dem Saunaofen befindet sich ein Blech mit verschiedenen getrockneten Pflanzen, was einen ganz tollen Duft nach getrockneter Wiese o.ä. ergibt. Später kam noch ein Ehepaar dazu (auch Alpenrose-Wiederholungstäter) mit denen ich mich verplauderte. Johanna war schon weg und daher nutzte ich die Zeit bis zu meiner Behandlung, um die Bilder auf den USB-Stick zu schieben und Reisebericht zu schreiben.

Ich hatte mir die neue Behandlung " Salz auf meiner Haut" ausgesucht. Die begann mit einem Fußbad bei dem man tatsächlich auf einer Holzschaukel sitzt und die Füße in eine eingehängten Zuber mit Salzwasser streckt. Darauf folgte ein Ganzkörper-Traubenkernöl-Salzpeeling. Anschließend folgten Sauna und Ganzkörpermassage. Insgesamt eine runde und entspannende Angelegenheit.

Dienstag, 30. Juni - Runde auf dem Achensee

Eine der liebgewonnenen Traditionen ist unsere Schiffsrundfahrt über den Achensee. Aber auch hier war dieses Mal einiges anders. Die Achenseebahn hatte den Betrieb vorläufig eingestellt, daher fuhren wir mit dem Bus (mit Maske) nach Seespitz.
Dass die Achenseebahn vom Achensee verschwinden würde, ist kaum vorstellbar. Viel zu sehr gehört sie hierher. Aber wie überall machen Geldmangel und Menschen, die sich an allem stören (hier die Geräusch- und Dampfentwicklung der kleinen Zahnradloks), schönen Dingen ein Ende.

Die Haltestelle Seespitz ist 600 m von der Schiffsanlege entfernt. Die Uferpromenade dahin wurde gerade umfänglich erneuert und der Schiffsfahrkartenverkauf war auch zu. Stattdessen kaufte man jetzt die Tickets direkt auf dem Schiff. Maske war nur zwischen Landungssteg und im Schiffsinneren angesagt. Draußen, wo wir natürlich saßen, nicht. Das Wetter passte auch und wir freuten uns schon auf ein Bierchen an der Gaisalm. Während wir dort das Schiff verließen, fiel Johanna ein Schild auf, wonach die Gaisalm Dienstag Ruhetag hat. Gab es das früher auch? Wir jedenfalls direkt umgekehrt und wieder auf das Schiff. Da es bei Seehof nur ein Kiosk gibt, stiegen wir erst bei Scholastika aus. Das ehemalige Hotel hat eine kleine Gartenwirtschaft direkt am See, wo wir uns niederließen und Weißbier mit Weißwürsten genossen.
Als ich meine Kamera zusammenbaute rollte meine Gegenlichtblende vom Tisch und die Mauer hinunter halb ins Wasser. Ein junger Mann am Nachbartisch war so nett, über das Geländer nach unten zu steigen und die Blende zu retten.

Wir hatten vor, das nächste Schiff zurück nach Pertisau zu nehmen. Irgendwie kam es uns komisch vor, dass kein Schiff auftauchte. Ein weiterer Blick auf den aushängenden Fahrplan ergab, dass die 14:30 Uhr-Tour nur am Wochenende stattfindet. Also hingen wir noch eine Stunde an der Anlegestelle herum, gönnten uns aber ein Eis.
In Pertisau war recht viel los. Wir vertrieben uns die Zeit und schlenderten ein wenig die Straße entlang, bevor wir den Bus zurück bestiegen. An einer Haltestelle stiegen zwei junge Familien zu, und zwar ohne MNS (für spätere Generationen, für die die Corona-Pandemie hoffentlich nur noch Historie sein wird: Mund-Nasen-Schutz). Der Hinweis des Busfahrers auf die drohende Strafe von 25,- € wurde mit "ist ja billig" kommentiert.

Wieder zurück bei der Alpenrose machte ich mich nochmal auf den Weg Richtung Eben. Ich hatte die Idee einer Infrarotaufnahme über die Wiesen zwischen Maurach und Eben mit der Notburga-Kirche im Hintergrund. Allerdings gibt es diese Perspektive nicht, weil sich zwischen der Kirche und der Wiese die Häuser und Höfe von Eben erstrecken. Ich lief sogar quer über die Wiesen, um einen entsprechenden Aufnahmestandort zu finden und konnte zwar einige Bilder machen, aber so richtig, was ich mir vorgestellt hatte, war es nicht.

Mittwoch, 01. Juli - Golf im Gewitter und roses for you

Heute war Golf angesagt. Pflichtgemäß nahm ich meine Maske mit zum Clubhaus, stellte dort aber fest, dass niemand eine Maske trug. Ich fragte beim Check-in nach und erfuhr, dass das auch schon vorüber war. Nach einem Übungskorb auf der Range traf ich meine Flightpartner am Abschlag. Einen Schweizer und ein österreichisches Ehepaar, alle auf Golfurlaub. Die Runde fing recht gut an, gerade nach meinen starken Schwankungen in letzter Zeit (minus Corona-Auszeit). Ich bekam sogar meinen Abschlag wieder hin. Und auch sonst war ich recht zufrieden. Lediglich an der 4 versenkte ich gleich zwei Bälle in dem kleinen Teich. Wir spielten alle auf ähnlichem Niveau, auch wenn das Ehepaar ein 26er Hcp hatte. Auch sonst war es eine angenehme Runde.

Das Wetter hielt zunächst. Allerdings waren Gewitter vorhergesagt. Die erste Unterbrechung mussten wir am Ende der 6 einlegen. Zwar noch kein Gewitter, aber ein heftiger Schauer sogar mit Hagel. Zum Glück befindet sich an der Stelle eine Hütte. Dann riss der Himmel aber wieder auf und die Sonne schien. Am Anfang der 14 holte uns aber endgültig die Wettervorhersage ein. Wir spielten die 14 noch zu Ende und zogen uns in die dortige Schutzhütte zurück, wo immer mehr Golfer eintrafen. Und jetzt kam auch das Gewitter. Erst war nur Donner zu hören. Aber als wir eigentlich schon weiter wollten, erleuchtete doch ein Blitz den Himmel direkt über uns. Inzwischen kam ich auch in Zeitprobleme, weil wir um 16:45 Uhr unsere Paarbehandlung hatten und es inzwischen schon 15:00 Uhr war. Gewitter abwarten und noch fünf Löcher spielen war fast schon nicht mehr machbar. Selbst das direkte Zurücklaufen musste geplant werden, befindet sich doch die Hütte am Ende des Golfplatzes. Ich hinterließ Johanna E-Mail- und Sprachnachricht, dass ich mich sicher in der Blitzschutzhütte befand und es hoffentlich rechtzeitig zurück schaffen würde.

Nach einer halben Stunde jedenfalls schien sich das Gewitter ins Inntal verzogen zu haben und auch der Regen ließ nach. Aufgrund der Zeit verabschiedete ich mich aber von meinem Flight und lief den Bahnen entlang zurück. Was eine weise Entscheidung war. Spätestens nach der 17 war das Gewitter wieder da und es regnete in Strömen. War echt Schade, weil die Runde an sich sehr gut lief.

Jedenfalls schaffte ich es rechtzeitig zurück und wir konnten unsere Paarbehandlung "Roses for you" antreten. Das ist eine neue Paarbehandlung mit Fußbad mit Rosenblättern und Rosenwasser zum Trinken. Anschließend Sauna und Massage. Und zum Abschluss noch Ausruhen im Wasserbett mit Prosecco mit Rosenlikör.

Am Abend war dann Dan, der Barchef wieder da. Die Bilder vom Sonnenwendfeuer hatte ich auf einen USB-Stick von der Rezeption gepackt und dort abgegeben. Das teilte ich Dan mit. Später beim Abendessen brachte er eine Flasche Zweigelt vorbei. Das fand ich mehr als nett!

Donnerstag, 02. Juli - Doch keine Wanderung, aber Infrarotfotographie

Eigentlich hatte ich mich für die Wolfsklammwanderung angemeldet. Die sollte 09:30 Uhr starten. Allerdings hatte ich am Vorabend vergessen, den Wecker meiner Uhr auch für den Donnerstag zu aktivieren. Nach 08:30 Uhr wurde ich wach und wir hetzten durch das Bad. Auf Empfehlung von Johanna rief ich bei der Rezeption ab, ob den die Tour überhaupt stattfände. Der Wetterbericht war ja nicht unbedingt vielversprechend. Ja, die Tour fände statt. 10 min später Anruf von der Rezeption, Tour fand nicht statt.

Also doch wieder keine Wanderung. Stattdessen gemütliches Frühstück, Solegrotte und Stille Alm.
Und wieder eine Position für die To-Do-Liste weiterer Achensee-Aufenthalte.

Entgegen des Wetterberichts war überhaupt kein Regen in Sicht. Als Johanna am Nachmittag ihre nächste Behandlung antrat, beschloss ich wenigstens ein wenig raus zu gehen. Also den Bahngleisen entlang bis kurz vor den See, dann am Waldrand entlang und am Campingplatz vorbei durch die Lärchenwiese. An deren Rand überlegte ich kurz, in die Klamm abzusteigen. War mir aber doch zu viel Stress. Stattdessen lief ich auf einem kleinen Waldpfad oberhalb der Klamm weiter bis zur Wiese unterhalb der Alpenrose. Irgendwie war mir das noch zu wenig. Also entlang der Straße nach Eben bis zur Notburga-Kirche. Nach einem kurzen Blick in die Kirche und einem Rundgang durch den umgebenden Friedhof ging es über den Feldweg zurück zur Alpenrose. Was ich Dienstag schon von der Wiese her festgestellt hatte, kann man die Kirche irgendwie nicht freistehend fotografieren. Vor der Südseite würde zwar das Pfarrhaus noch ins Bild passen. Gleich daneben steht aber eine kastenförmige Halle, die fast nicht auszublenden ist. Aus der Entfernung schon gar nicht.
Aber wenigstens ein paar Bilder konnte ich machen.

Freitag, 03. Juli - Power-Wellness

Auch der heutige Wetterbericht war hinsichtlich Wandertouren abschreckend. Und auch heute wieder sollte es sich am Ende herausstellen, dass man Wetterberichten am Achensee eigentlich nicht trauen kann. Es gab zwar keinen strahlenden Sonnenschein, aber auch keinen Regen über den ganzen Tag. So wenig, wie heuer war ich in den ganzen Jahren am Achensee nie gewandert. Aber Power-Wellness ist ja auch mal nicht schlecht.

Samstag, 04. Juli - Auf Wiedersehen - Alpenrose

Nach letzten Einkäufen für die Verpflegung am Wochenende fuhren wir gemütlich nach Hause.


Alpenrose - Teil 2

18. September - 26. September 2020

Alpenrose statt Griechenland

Und wieso nun wieder Alpenrose? Hatten wir nicht Nordgriechenland-Rundreise geplant? Sicher, aber wie bei so vielem machte uns Corona hier einen Strich durch die Rechnung. Mitte August erreichte uns ein Schreiben von Studiosus, dass die Reise wegen zu geringer Teilnehmerzahl abgesagt wurde. Die Anzahlung wurde praktisch parallel rückerstattet, aber unser zweiter Urlaub in diesem Jahr war geplatzt. Also bei der Alpenrose angerufen und im gleichen Zeitraum wenigstens noch eine Woche bekommen.

Freitag, 18. September - Wieder zur Alpenrose

Nach einem beruflich eher ruhigen Sommer waren die Termine (natürlich alle im Home Office mit MS Teams, bis auf einen kurzen Ausflug nach Gothenburg in Schweden - aber das ist eine andere Geschichte) wieder deutlich angezogen. Daher fand das Kofferpacken recht hektisch zwischen den Telefonkonferenzen statt. Am Freitag kamen wir aber ganz gut los und waren in 4,5 Stunden am Achensee.

Die Corona-Regeln waren wieder geändert, die Angestellten mussten jetzt wieder Maske tragen, die Gäste nur im Buffetbereich.

Eher zufällig hatten wir die Herbstfestwoche in der Alpenrose erwischt.
Beim Blick auf das Programm stellten wir fest, dass die Woche ausgefüllt sein würde. Und noch während wir beim Prosecco saßen buchten wir die Weinprobe für den gleichen Abend. Während unseres ersten Aufenthalts in diesem Jahr hatte die Weinprobe leider nicht stattgefunden. Nach Einchecken, Prosecco, einem Happen vom Frühstücksbuffet und Kofferauspacken verlegten wir erst einmal unsere Massagetermine für Freitag nach hinten. Das Wochenprogramm sah einen Ausflug zum Wildpark Aurach vor, den wir beide mitmachen wollten. Die relativ späte Rückkehr war uns zu nahe an unseren weiteren Terminen.

Danach machten wir einen kurzen Ausflug in den Shop und kauften noch ein paar Sachen ein. Einzig noch freier Tag im Wochenkalender nach dem Wochenende war der Mittwoch. Die Edelbrennerei Kostenzer kennen wir seit Jahren und eine Schnapsprobe am Morgen war nicht zu erwarten. Also besorgte ich mir für Mittwoch eine Abschlagszeit. Leider gab es erst eine um 10:10 Uhr. Das könnte wieder einmal eng werden mit unserer Paarbehandlung.

Zum Essen waren wir wieder in derselben Stube wie beim letzten Mal, allerdings in der hinteren Ecke. Da unser anderer Tisch nicht belegt war, wechselten wir am nächsten Morgen dorthin. Nach Abendessen und Digestif gingen wir rüber zum Cocoon und der dortigen Sinneswerkstatt, sprich die Weinprobierstube. Außer uns nahmen noch zwei Ehepaare teil, die wohl daheim in Cochem Nachbarn waren. Eines der Paare kannte den stellvertretenden Restaurantleiter von einem anderen Hotel. Irgendwie wurde uns nicht klar, ob die vier überhaupt in der Alpenrose wohnten. War aber egal, weil es eine kurzweilige Runde und Weinprobe war. Vier Grüne Veltliner mit ganz unterschiedlichen Charakteren, ein libanesischen Rotwein, ein Rotwein aus dem Burgenland und dann noch als Zugabe ein Primitivo aus Apulien. Die Runde löste sich erst kurz vor Mitternacht auf. Wir tranken noch ein Bier in der Bar und gingen dann auch zu Bett.

Samstag, 19. September - Ruhetag

Nach einem gemütlichen Frühstück und einer Runde in der Solegrotte genossen wir am neuen Badeteich den strahlend blauen Himmel und den Sonnenschein.
Während Johanna zu ihren Behandlungen verschwand, legte ich mich noch eine Weile in den Sole-Pool auf dem Dach des SPAs und danach auf eine Sonnenliege auf der dortigen Terrasse, bevor ich später meine Wellness-Massage hatte. Wie üblich ließen wir den Abend nach dem Abendessen in der Bar ausklingen, wo wir uns wie immer im hinteren Teil niederließen. Vorne rund um die Bühne ist es uns in normalen Zeiten schon zu voll und während Corona sowieso. Immer wieder wurden am Rande die ab Montag zu erwartenden verschärften Coronamaßnahmen diskutiert. Immer noch war wohl unklar, was das konkret für die Bar bedeuten würde.

Sonntag, 20. September - Dalfazer Wasserfall

Die Weißwürste am Sonntag lasse ich mich nicht nehmen, das gehört einfach dazu!. Nach der Solegrotte wollten wir erst noch das schöne Wetter am Badeteich genießen. Allerdings waren die Temperaturen doch recht frisch. Also blieben wir beim ersten Badeteich und nahmen uns zwei Liegen in einer Graskuhle. Die Sonne hatte aber immer noch Kraft.
Gegen 12:00 Uhr brach ich zu einer kleinen Wanderung Richtung Dalfazer Wasserfall auf. Erst den Schienen entlang, dann durch Maurach und beim Hotel Vier Jahreszeiten über die Bundesstraße. Dort befindet sich einer der Einstiege in die Wanderwege. Schon beim Anstieg durch das Wohnviertel bereute ich fast, den fast vollen Fotorucksack nicht noch weiter ausgedünnt zu haben. Da ich den Weg immer nur von oben, von der Dalfazer Alm kommend, gelaufen war, war mir auch nicht mehr so recht bewusst, dass bis zu den Wasserfällen doch einige Höhenmeter zu überwinden sind. Der Buchauer Wasserfall war mal wieder nicht einmal ein Gerinnsel. Ich glaube, ich habe den eh schon kleinen Wasserfall noch nie mit richtig Wasser gesehen.
An einigen Wegkreuzungen war festzustellen, dass doch einige Wanderer und Ausflügler unterwegs waren. Irgendwann hatte ich es aber doch geschafft und kam an dem ersten Aussichtspunkt an, der oberhalb der Aussichtsplattform liegt.
Wenn schon die ganze Ausrüstung mitgeschleppt werden musste, wollte ich sie auch nutzen und machte Bilder nicht nur mit meinem neuen 40mm Objektiv, sondern auch mit dem 300mm Spiegelobjektiv, das aber auch das mitgenommene Stativ benötigte.
Unten auf der Hauptplattform war auch einiges los. Trotzdem konnte ich wieder mein Stativ aufbauen, um ND Filter auf dem 16-35mm zum Einsatz zu bringen.
Was ich nicht gesehen hatte war, dass rechts an der Steilwand des Wasserfalls ein Klettersteig eingerichtet ist. Zahlreiche Kletterer stiegen in durchaus zügigem Tempo die senkrechte Wand hinauf. Zu einem letzten Fotopunkt stieg ich direkt zum Fuß des Wasserfalls hinab. Leider war nun gerade die Sonne hinter Wolken verschwunden und auch längeres Warten half nicht wirklich. Nach ein paar letzten Aufnahmen machte ich mich auf den Rückweg.
Ich wollte allerdings nicht wieder denselben Weg zurück, sondern hinunter nach Buchau und dort den See entlang. Praktisch mitten in den Gebäuden des Familien- und Kinderhotels Buchau war ich wieder unten. Das mit dem See war allerdings etwas schwierig. Ich wollte eigentlich Bilder mit dem Spiegeltele machen, um das Glitzern der Sonne auf dem See einzufangen. Aber erst kam ich nicht richtig an eine Position, dann machte der abgesperrte Bereich des Freizeitbades Atoll ein Herankommen unmöglich und an der Seespitze war der Glitzereffekt weg.
Zurück beim Hotel gönnte ich mir erst mal ein Weißbier auf der Terrasse hinter der Rezeption. Von oben war noch der Musiker lautstark zu hören, der das Grillfest begleitete, das seit 13:00 Uhr auf der oberen Terrasse stattfand. Hunger hatte ich aber keinen.
Am Abend konnten wir uns beim Abendessen nicht so recht entscheiden. Das Vorspeisenbuffet ist zwar immer verlockend, aber heute irgendwie ganz besonders. Also nahm ich zweimal Vorspeise, dann die Steinpilzessenz und als Hauptgang das Carpaccio, die eigentliche Vorspeise vom Vitalmenü.

Montag, 21. September - Kräuter Erlebnispark

Das Frühstück musste etwas früher als sonst stattfinden, weil wir den Ausflug nach Bad Heilbrunn zum Kräuter-Erlebnispark mitmachen wollten.
Immer noch war unklar, wie mit den verschärften Corona-Regeln umgegangen werden musste. Maske nur in den Restaurants? Oder im ganzen Haus? Keiner wusste so recht, weil auch die Vorgaben der österreichischen Regierung nicht so richtig eindeutig waren. So im Laufe des Tages stellte sich heraus, dass die Regeln für das ganze Haus galten. Mit einer Grauzone im Saunabereich.
Ich hatte ein wenig Sorge, dass für die Ausflüge eventuell nicht genügend Teilnehmer zusammen kommen würden (neben der sich ständig ändernden Wetterprognose). Zumindest erstere war aber unbegründet. Auch erfuhren wir, dass es für die Ausflüge in der Woche keine Mindestteilnehmerzahlen gab.
Also fuhren wir in einer Kolonne aus drei Kleinbussen Richtung Bad Tölz. Bad Heilbrunn, wo der Kräuter-Erlebnispark liegt, ist ein Nachbarort von Bad Tölz. Ein Vertreter der Stadt und unsere Kräuterkundlerin erwarteten uns schon. Die nächsten mehr als 1,5 Stunden waren eine sehr interessante und lehrreiche Tour durch die Welt der Kräuter, ätherischen Öle, Antioxidantien, Bitter- und "Scharf" und anderer-Stoffe sowie Methodiken der Nutzung und Haltbarmachung von Kräutern.
Die verschiedenen Beete und Hochbeete waren leider jetzt im Spätsommer/Herbst optisch nicht mehr so attraktiv und fotografisch unergiebig.
Interessant fand ich auch die an manchen Bäumen angebrachten Hinweistafeln. Dort wird auf den jeweiligen Untergrund mit Wasseradern, Gesteins- und Erdformationen eingegangen und erklärt, warum bestimmte Bäume aus diesen Gründen ihre Wuchsform aufwiesen.

Im Anschluss an den Rundgang fuhren wir zurück nach Bad Tölz und dort in ein unscheinbares Wohnviertel am Stadtrand. In einem kleinen Landgasthof mit Biergarten machten wir unsere Mittagsrast. Auf runden Holzbrettchen gab es Schweinebraten mit super-knuspriger Kruste, Kartoffelsalat und Krautsalat. Der Kren dazu war zwar angemacht. Aber da hatte jemand gezeigt, dass man auch einen cremigen Kren scharf hinbekommt. Alles sehr gut und wir richteten uns schon darauf ein, dass wir am Abend kein komplettes Menü essen können würden.

Zurück in der Alpenrose drehten wir eine Runde durch die Solegrotte und ich fand anschließend noch einen Platz im Dampfbad Pericarpium Aurelius. Aufgrund der Restriktionen bzgl. der Belegung der Saunen und wohl auch wegen der Uhrzeit und dem Publikum diese Woche, war der Saunabereich recht voll. Also kehrten wir nach einer kurzen Ruhepause auf unser Zimmer zurück.

Dienstag, 22. September - Riesenschnitzel im Alpengasthof Loas

Kurz vor 10:00 Uhr versammelte sich eine große Schar an Hotelgästen an der Rezeption. Gleich mit vier Kleinbussen ging es hinunter ins Inntal nach Schwaz und auf der südlichen Talseite steil den Berg hinauf über Pill auf den Pillberg. Das letzte Stück dabei bereits auf einem Forstweg bis zu einem der Wanderparkplätze hier oben. Aufgrund der sehr kurvigen Strecke schickte ich Johanna erst einmal eine Warn-SMS. Auf dem Forstweg marschierten wir weiter, wobei wir zumindest anfangs öfter mal einen Stopp einlegten um über das Inntal hinüber auf die Berge nördlich des Tals zu schauen. Hier lag die volle Sonne auf den sehr kargen und sehr steilen Felswänden.
Nach einer relativ kurzen Gehzeit erreichten wir unser Ziel, den Alpengasthof Loas. Die meisten schlossen sich allerdings unseren Betreuern an und nahmen noch das letzte kurze Stück bis hinauf zum Loas-Sattel. Von dort aus hatten wir das komplette Bergpanorama im Blick, wenn auch die Berge Richtung Zillertal und weiter nach Südost eher im Schatten lagen.
Wie angekündigt erinnerte der Boden auf dem Sattel ein wenig an ein Sumpfgebiet. Wenn man über den niedrigen Bewuchs lief, schmatzte es bei jedem Schritt.
Einige Bilder später ging auch ich wieder das kurze Stück nach unten, wo nach kurzer Zeit auch der Bus mit den Nichtwanderern eintraf. Warum einige der Gäste in diesem Bus ihre Wanderstöcke dabei hatten, erschloss sich mir nicht. Johanna war etwas echauffiert. Weniger wegen der Strecke, sondern weil die Gruppe älterer Schweizer im Bus die Maskenpflicht sehr locker genommen hatten.
Im Gasthof bekamen wir zum Glück mit, dass es das berühmte Loas-Schnitzel auch als Kinderschnitzel gab. Das war immer noch groß genug. Die Originalschnitzel konnten es locker mit den Forster Sängerschnitzel aufnehmen. Auf dem Rückweg fuhr ich mit Johannas Bus mit, wo sich der Busfahrer alle Mühe gab, die steile Strecke langsam und sorgfältig zu fahren. Die Wohnhäuser, die sich teilweise noch in Bau befanden, hatten landschaftlich gesehen sicherlich eine tolle Lage. Aber immer die Serpentinen nach unten und oben fahren, würde mich nerven. Wie das im Winter aussieht, will ich mir gar nicht vorstellen.

Zurück in der Alpenrose suchten wir wieder den Vitaltempel auf. Der war noch leer und ich konnte daher wenigstens mal einen Gang in der Biosauna absolvieren. Kurze Zeit später jedoch trudelten immer mehr Gäste ein und während Johanna zu ihrer Behandlung verschwand zog ich mich auf unser Zimmer zurück.
Beim Abendessen bearbeiteten wir (mit etwas Unterstützung) den Quizfragebogen für das Alpenrose-Quiz. Und vor und nach dem Essen unterhielten wir uns natürlich mit Ingo Appelt, der wie jeden Dienstag seinen Schmuck im Hotel präsentierte. Und entgegen aller ursprünglichen Vorsätze erweiterte Johanna mal wieder ihre Schmuckkollektion.

Mittwoch, 23. September - Golf im Regen

Die Wettervorhersage deutete auf Regen mit über den Tag unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit hin. Trotzdem machte ich mich guten Mutes auf den Weg nach Pertisau zum Golfplatz. Wie ich richtig vermutet hatte, hatten die Schönwettergolfer alle ihre Tee Time storniert, so dass ich mich bereits gegen 09:50 Uhr auf die Runde begeben konnte. Nur manchmal sah ich viele Bahnen vor mir zwei Golfspieler mit einem Cart. Ansonsten hatte ich den Platz für mich alleine. Der Regen begleitete mich allerdings über die meiste Zeit. Nur zwischendrin reduzierte es sich auf ein stetiges Tröpfeln bevor wieder der Dauerniesel einsetze. Erst gegen Ende hörte der Regen dann doch noch auf. Dazwischen spielte ich eine ganze Reihe recht guter Bahnen. Im letzten Drittel setzten aber mal wieder Konditions- und Konzentrationsschwächen ein. Aber insgesamt war es eine schöne Runde, trotz Regen.
Im Hotel musste ich erst mal raus aus meinen völlig durchnässten Sachen und wärmte mich anschließend in der Biosauna auf.
Heute hatten wir auch unsere traditionelle Paarbehandlung und hier nach vielen Jahren mal wieder La Luna mit Beinölung, Sauna, Peeling, Massage und Bad.

Donnerstag, 24. September - Auf dem Knappensteig

Irgendwie hatte ich vergessen, meinen Wecker für den heutigen Tag zu aktivieren. Zum Glück weckte mich Johanna noch rechtzeitig, so dass ich nach dem Frühstück am heutigen Ausflug teilnehmen konnte. (hatten wir das noch dieses Jahr schon mal?) Mit Hotelbus und Taxibussen fuhr die Gruppe nach Schwaz und dort auf einen Parkplatz am Waldrand, dem Einstieg zum sog. Knappensteig. Während das Schaubergwerk, das wir von einigen Jahren besucht hatte, sind die Stationen auf dem Knappensteig nicht so plakativ, dafür zeigen sie aber umso deutlicher, wie der Silberbergbau hier die Landschaft verändert hat. Bis hin zu dem schweren Bergrutsch 1999, den wir damals von der Bundesstraße unten überdeutlich gesehen hatten.
Unser Führer verstand es, die Geschichte lebendig zu erklären, die für heute unvorstellbaren Arbeitsbedingungen, aber auch die bereits existierenden internationalen Wirtschaftsbeziehungen.
Der Knappensteig läuft ein Stück auf demselben Weg wie der 10-Kapellen-Weg, den ich auch mal laufen wollte.
Zurück im Hotel fand ich Johanna in der Bar und auf die Öffnung des Mittagsbuffets wartend. Ich nahm mir ein wenig Currywurst zusammen mit frisch gemörsertem Curry und einer zusätzlichen scharfen Soße, die wirklich scharf war. Johanna hatte noch eine Behandlung. Die Sonne schien, also suchte ich die Panoramasaune im SPAs auf, die ich für zwei Saunagänge ganz für mich alleine hatte. Irgendwann wurde es auf der Liegeterrasse doch etwas kühler und ich zog in die Stille Hochalm um.

Freitag, 25. September - Kein Ausflug im Dauerregen

Eigentlich wollten wir am heutigen Tag am Ausflug zum Wildpark Aurach teilnehmen. Der Dauerregen ließ uns davon aber Abstand nehmen. Insofern wurde es statt einem Ausflug, auf den wir uns gefreut hatten, ein ruhiger Wellness-Tag. Unsere abschließenden Behandlungen, Johanna mit Dorn-und-Breuss und ich mit meiner La Stone, beschlossen das Wellness-Programm.
Bei der Verlosung hatten wir leider auch nichts gewonnen.

Samstag, 26. September - Zurück aus dem Risikogebiet Tirol

Wir hatte wieder während des Aufenthalts die Corona-Situation in Tirol beobachtet, die uns recht ruhig vorkam. Rund um den Achensee gab es nur eine Handvoll Fälle. Beim Auschecken überraschten mich daher die Gerüchte über eine Reisewarnung für Tirol. Was irgendwie nicht mit den Zahlen hier in der Gegen zusammenpasste. Aber Tirol ist ja halt nicht nur Achensee.
Nachdem wir uns von Wolfgang verabschiedet hatten, machten wir uns auf den Heimweg, dieses Mal wieder über den Achenpass und am Tegernsee vorbei. Johanna recherchierte unterdessen im Internet, was es mit der Reisewarnung auf sich hatte. Tatsächlich hatte Deutschland um 19:00 Uhr am Abend zuvor eine Reisewarnung für Tirol ausgesprochen.
Wir waren auf der Fahrt ob einer kilometerlangen Autoschlange auf dem Standstreifen auf der A8 irritiert. Auch wenn wir gewusst hätten, dass das die Schlange vor der Teststation war, hätten wir uns wohl nicht angestellt.
Stattdessen begaben wir uns zuhause übers Wochenende in häusliche Quarantäne, warnten unsere Nachbarn vor, dass wir eventuell Einkaufshilfe bräuchten und bemühten uns gleich am Montagvormittag um einen Testtermin. Den bekamen wir nach einigem Telefonieren auch recht schnell bei der Teststation im Gewerbegebiet Am Mantel in Bruchsal. Dort war die Auto"schlange" drei Fahrzeuge lang und wir waren noch ein paar Minuten durch. Bereits am nächsten Tag lag das, wie erwartet, negative Ergebnis vor und wir konnten die Quarantäne beenden.

Jetzt bleibt noch abzuwarten, wann wieder Urlaube, wie wir sie machen wollen, möglich sein werden. Heute im April 2021 sind wir noch weit von der recht entspannten Situation im Sommer 2020 entfernt.