Tagebuch
Anreise
Vorbereitungen und Anreise in fast gewohnter Routine. Drei Jahre nach unserem letzten Teneriffa-Aufenthalt sind die Corona-Reisebediungenen zum Glück schon ferne Geschichte.
In den Urlaub fliegen in der Urlaubszeit, wenn auch nur in der Randzone, ist nur begrenzt angenehm. Während die Fahrt nach Frankfurt am Samstagmorgen noch sehr ruhig verlief, war schon beim Platzhirsch-Parkhaus festzustellen, dass die Urlaubssaison noch in vollem Gange war. Erst auf Ebene 5 fand ich einen Platz und an der Bushaltestelle ballten sich die Reisenden. Der Busfahrer hatte einiges zu tun, das Gepäck und die Menschen in seinem Bus unterzubringen.
Auch beim Check-in der Discover Airline gab es Schlange, selbst bei der Business Class. Das lag aber auch daran, dass einige Reisende offensichtlich mehr mit den Angestellten zu besprechen hatten, als einzuchecken und ihr Gepäck aufzugeben.
Nach den Erfahrungen beim letzten Mal am B-Gate steuerten wir dieses Mal die Sicherheitskontrolle in dem Bereich mit den neuen Scannern an. Aber auch hier stockte es. Auch weil viele nicht verstehen, dass es drei Plätze gibt, um seine Siebensachen in die Schalen zu verteilen und auf das Band zum Scanner zu schieben. Man muss zwar nichts mehr auspacken, aber natürlich war mal wieder eine Sonderkontrolle meines elektronischen und fotografischen Handgepäcks nötig. Zumindest war der Weg an unser Abfluggate nicht weit.
Dann kam nur noch das leidige Thema Außenposition, Busfahren und im Bus warten bis die Betankung des Flugzeugs endlich fertig war. Aber schließlich konnte wir unsere Plätze einnehmen und der angenehmere Teil der Anreise begann.
Zeit daher auch, mit dem Reisebericht anzufangen.
Am Abend vorher hatten wir unsere Merlin in ihr Urlaubsquartier im Park gebracht. Wir aßen etwas in der Gaststätte und unterhielten uns anschließend in der Futterküche noch lange mit Evelin und Jessica, unseren mit ihrem Wohnmobil zeitweise in Forst gestrandeten Europabummlerinnen, die die letzten Wochen viele Stunden im Park freiwillige geholfen hatten. Auch Ramona und Manfred gesellten sich dazu, nachdem sie zwei der Greifvögel ausgeführt hatten.
Tagsüber war ich endlich dazu gekommen, meinen Koffer zu packen, weil sich die Anzahl der Meetings stark in Grenzen gehalten hatte und die vorm Urlaub zu erledigenden Aufgaben vollbracht waren. Meine Fotoausrüstung hatte ich doch nochmal erweitert.
Wir wollten lediglich eine Woche auf Teneriffa verbringen und bei den bisherigen Aufenthalten hatte ich gefühlt alles Interessante mehrfach fotografiert. Daher verzichteten wir für dieses Mal auch auf einen Mietwagen. Dann hatte ich aber Anfang der Woche ein Gespräch mit einem Bekannten, in dessen Verlauf wir auch auf Teneriffa zu sprechen kamen. Den Jungle Park, den mein Gesprächspartner erwähnte, hatten wir beim letzten Mal auch ins Auge gefasst, schließlich aber doch auf einen Besuch verzichtet. Die Schilderungen brachten den Park nun wieder ins Blickfeld. Die 10 km von unserem Hotel aus wären auch mit dem Taxi gut zu machen. Aber wenn schon ein neuer Park, dann doch wieder eine etwas umfangreichere Fotoausrüstung. Also nahm ich nicht nur meine Sony RX 100, sondern auch die OM-1 mit 90mm Makro und 40-150mm Tele samt Telekonverter mit.
Einen weiteren Ausflug zu einer Bananenplantage und einem Weingut buchten wir bei GetYourGuide. Die Bananenplantagen kannten wir nur vom Vorbeifahren. Wein aus Teneriffa hatten wir schon probiert, aber die letzten Male keine Weingüter, schon gar nicht im Süden auf dem Schirm.
Ob ich wieder Golf spielen würde, hatte ich noch nicht entschieden. Ich hatte zwar die letzten Wochen wieder am Sommertraining teilgenommen, aber eine Runde hatte ich seit der Augenoperation im März nicht gespielt. Ich konnte daher nicht einschätzen, ob ich auf der Runde meinen Ball sehen würde, von der Spielpraxis mal ganz abgesehen. Auf jeden Fall kam meine Notausrüstung in Form von Schuhen, Handschuh, Bällen, Tees etc. ins Gepäck. Die Entscheidung, ob spielen oder nicht, wurde verschoben.
Die Woche Teneriffa sollte den Abschluss unserer diesjährigen Kurzurlaube bilden, nach Edinburgh im Mai und Achensee im Juli. Eine letzte Verschnaufpause vor dem Endspurt zum Ende des aktiven Berufsleben für mich. Ich hoffte aber auch, während der Woche etwas Abstand und Ruhe nach den kräftezehrenden Turbulenzen im Park während der letzten Wochen zu gewinnen.
Der Flug verlief ruhig. Das Essen war zwar nicht vergleichbar etwa mit der Singapore Airlines, die selbst auf kürzeren Strecken eine vollwertige Auswahl anbietet, aber ok. Außer dass man es sich einfach macht und nur ein vegetarisches Menü anbietet.
Auf Teneriffa angekommen meldeten wir uns beim Schauinsland-Schalter, der uns dem Shuttle Bus zuwies. Der klapperte, wie befürchtet, zahlreiche Hotels ab, fuhr sogar bis Caleta weiter, bevor wir endlich auf dem Rückweg bei unserem Hotel abgesetzt wurden. Das ist schon einigermaßen nervig, weswegen wir beim Treffen mit dem Schauinsland-Vertreter am nächsten Tag für den Rückweg einen Privattransfer buchten.
Ganz anders dann der Service im Hotel. Wir wurden von der Eingangsschranke mit einem Buggy abgeholt und die paar Meter hinunter zur Rezeption gebracht. Nach der Erledigung der Check-in Formalitäten, natürlich begleitet von einem Glas Cava, konnte wir unser Zimmer beziehen. Bei unserem letzten Aufenthalt hatten wir eine riesige langgezogene Terrasse, eher schon ein Hof, da sich unser Zimmer in einem Gebäudewinkel befand. Dieses Mal war der Sitzbereich normalgroß. Aber angesichts des eh recht privaten Bereichs der StarPrestige Zimmer, war das eher Jammern auf sehr hohem Niveau.
Zum Abendessen gingen wir ins Restaurant Costa Caleta, ein Stück die Uferpromenade hinunter. Dort waren wir auch beim letzten Mal mehrmals, weil uns die Lage und die Mischung aus sehr guter Pizzeria und frischem Fisch gefallen hatte. Nach Pizza und Fish und Chips und ein paar Bierchen zogen wir wieder zum Hotel um, ließen uns bei der begehbaren Minibar nieder und den langen Anreisetag bei einigen Getränken ausklingen.
Ankommen
Organisation und Ausspannen.
So richtig durchgeschlafen hatte ich nicht. Ich muss immer mit den schaumstoffgefüllten Kissen kämpfen, was zu wechselweisen Durchblutungsstörungen in den Armen führt, so auch hier wieder. Dass man auch in diesem Hotel eine Kissenauswahl anbietet, fand ich erst am Ende unseres Aufenthalts heraus.
Nach einem gemütlichen Frühstück begann der erste Ruhetag, erst mal nur unterbrochen von dem Treffen mit dem Vertreter der Reiseagentur. Wie erwähnt, buchten wir für den Rückweg auf Privattransfer um. Da auf der Liste der mögiichen Ausflüge auch die Bananen- und Weintour gelistet war, fragten wir gleich nach dem Abholort, nur um sicherzugehen. Auch wegen Transport zum Jungle Park erkundigten wir uns. Tatsächlich gibt es einen kostenlosen Shuttle. Nur das der nächste Abholpunkt wieder 15 min Gehweg bedeuten würde und der Bus natürlich noch alle möglichen Hotels abklappert. Dann doch lieber ein Taxi.
Für das Abendessen hatten wir im La Pergola des Hotels reserviert. In dem Restaurant mit schönen Plätzen im Freien mit Blick auf den Pool ist nie viel los. Das tut aber der Qualität des Essens keinen Abbruch. Viele Gäste scheinen Halbpension gebucht zu haben und für die findet das Abendessen wohl im Buffetrestaurant statt.
Johanna entschied sich für zwei Vorspeisen: Ochsenschwanzkroketten und RIndertatar vom Angus. Dass ich von beiden auch etwas abbekam, war klar. Ich gönnte mir den Hummersalat (ein kleiner Hummerschwanz mit einem Klecks iranischem Kaviar zusammen mit einem Jakobsmuscheltatar). Als Hauptgang dann Cerve, dem lokalen Wrackbarsch, mit Grillgemüse und Kartoffelbrei. Dazu eine Flasche Weißwein aus dem Orotava Tal im Norden Teneriffas.
Der Carlos I und die zugehörigen Gläser in der Open Bar waren heute sogar vorgewärmt!
Traditioneller Restaurantbesuch
Weiterhin Ruhe und zum Abendessen ins traditionalle FIschlokal.
Noch ein Ruhetag. Am Vormittag war es sogar etwas bewölkt. Ich war immer noch am Grübeln, ob ich eine Golfrunde in der Woche machen sollte. Tee-Times gab es selbst am angepeilten Freitag noch reichlich. Auch die Option, nur 9 Loch zu spielen, allerdings erst am späteren Nachmittag. Interessanterweise galt das nicht für den 9-Loch-Platz Los Lagos. Dort waren erst in der Folgewoche wieder Tee-Times zu bekommen. Mal sehen, ob ich mich dazu durchringen kann.
Während wir so am Pool lagen, kam die Butlerin vorbei und überreichte uns einen Umschlag. Dieser enthielt eine Einladung zum Umtrunk mit Musik und Häppchen am kommenden Abend. Mit besten Empfehlungen von Hotelmanagement.
Am Vortag hatten wir noch über The Fork einen Tisch für heute Abend im Masia del Mar in La Caleta gebucht. Nach der Diskussion mit dem Reiseleiter gestern hatte ich noch Uber geprüft. Und tatsächlich, normale Uber Fahrzeuge gibt es keine. Nur die Black Klasse und Vans und das zu einem horrenden Preis. Aber man kann über die Uber-App auch normale Taxis buchen. Das ist insbesondere für die Rückkehr zum Hotel wichtig.
Auf dem Hinweg bestellten wir das Taxt ganz traditionell an der Hotelrezeption und im Masia del Mar bekamen wir auch unseren Lieblingstisch an der Ecke der Terrasse. Windig ist es zwar auf der Terrasse immer, aber der Blick auf die kleine Bucht und das Meer durch nichts zu ersetzen.
Auch heute wieder beließen wir es bei den Vorspeisen und selbst da hielt ich mich im Zaum. Eine Platte Serano-Schinken und ein Thunfischtatar war Johannas Beitrag. Piemtos de Padron und Boquerones für beide. Gegrillte Garnelen und Papas Arugadas (zusammen mit der roten und grünen Mojo, die es immer gibt) für mich. Dazu einen halben Liter weißen Hauswein. Schwer dachte ich darüber nach, mal Carabineros zu bestellen. Aber 20,-€ für 100 gr, bei etwa 150 gr pro Stück war es mir dann doch nicht wert. Auch wenn das nicht mal überteuert war, wie ein Blick in den Online Shop der Deutschen See verriet. Dort gibt es 500 gr für knapp 100,-€.
Von Johannas Schinken und Tartar bekam ich natürlich auch was ab. Zum Glück nicht wieder zu viel bestellt.
Der Versuch, über die Über-App ein normales Taxi zu bestellen, scheiterte. Irgendwie konnte die Uber-App keine Verbindung zu den Taxis herstellen. Zum Glück kamen ständig Taxis vorbei und entluden Fahrgäste. Eines davon nahmen wir für den Weg zurück zum Hotel.
Wein und Aromen
Bananenplantage und Weingut
Zur gebuchten Bananenplantage- und Weingut-Tour sollten wir um 7:55 Uhr an der Bushaltestelle beim Nachbarhotel Bahia del Duque abgeholt werden. Das hieß nicht nur um 06:00 Uhr aufstehen, sondern auch das Frühstück auf einen Kaffee aus der Nespresso-Maschine im Zimmer zu beschränken. Das Frühstück im Hotel gibt es erst ab 08:00 Uhr.
25 Minuten nach der angegebenen Zeit, als ich schon die Agentur anrufen wollte, kam endlich der Kleinbus und sammelte uns ein. Und wieder gab es eine Rundfahrt durch die Touristenburgen, um die übrigen Mitreisenden aufzuladen. Der Reiseleiter war aus Teneriffa, hatte aber nach eigenem Bekunden in den letzten Jahren in Miami und Norwegen gearbeitet und den Job hier erst vor zwei Tagen angetreten. Na ja, wer's glaubt.
Er führte abwechselnd in deutsch und englisch durch das Programm, wobei sein Englisch deutlich besser war, als sein Deutsch.
Weiter hinten in der Plantage, am und im ehemaligen Aufenthaltsraum der Arbeiter, werden Kostproben verteilt. Natürlich erst einmal die Banane selbst. Dann bekamen wir aber auch auf kleinen Zwieback-Stückchen, Marmelade mit Banane und Rum bzw. mit Mango und Banane, die typischen rote und grüne Mojo, hier aber mit Banane, und schließlich einen Bananenwein. Der schmeckt tatsächlich fast wie ein Wein aus Trauben, ohne dass man eine Sorte hätte erkennen können. Er hat aber auch keinen typischen Bananengeschmack. Wir kauften im kleinen Shop noch ein paar Mitbringsel ein (auch für uns), bevor es weiter zum nächsten Programmpunkt ging.
Die Straße hinauf zur Caldera über Arona kannte ich gut von unseren und meinen Touren während früherer Aufenthalte.
Etwas oberhalb von Arona auf ca.1240 Höhenmetern erstreckt sich eine kleine Hochebene, bedeckt von Weinstöcken. Mit einem Weinberg, wie wir sie aus unseren Gefilden kennen, hat das natürlich nichts zu tun. Die Rebstöcke ducken sich mit recht großem Reihenabstand auf dem kargen Steinboden. Dichtes Blattwerk schützt die Trauben vor zu viel Sonne. Wir wurden von einem großgewachsenen Herrn empfangen, der wechselnd in Deutsch und Englisch die Besonderheiten des Weinan- und -ausbaus hier oben erklärte. Ich dachte zunächst, es handele sich um den Winzer, Typ deutscher Aussteiger, der sich eine interessante Existenz auf Teneriffa aufgebaut hat. Das mit dem Aussteiger, ob seines deutschen Dialekts aus dem Norden Deutschlands stammend, stimmte wahrscheinlich. Aber der Winzer und Eigentümer ist ein Spanier. Wir erfuhren, dass hier auf 1242 m (weswegen der Wein auch so heißt) hauptsächlich Listán-Reben anebaut werden. Diese gibt es praktisch nur noch auf den Kanaren. Auf dem Festland fiel die Rebe, wie andere auch, einer Krankheit zum Opfer.
Listán gibt es in weiß und rot, beides wird hier, neben dem aus Griechenland stammenden Malvasia angebaut. Die Reben sind zum Teil weit über 100 Jahre alt. Entsprechend tief (1 m pro Jahr) gründen die Wurzeln.
In der Bodega bekamen wir einen trockenen und einen fruchtigen Weißwein, letzterer zum Schutz gegen die UV-Strahlung in einer kobaltblauen Flasche, einen Rosado und einen Rotwein aus dem Barrique. Ein Süßwein, eine Art Grappa und selbigen mit Kaktussaft versetzt schlossen sich an. Die Auswahl an Speisen war dagegen eher dürftig. Zwieback mit Pasten aus Paprika bzw. Chorizo, Käse und Papas Arrugadas mit grüner und roter Soße. Da hätte ich mir deutlich mehr erwartet für den im Programm angekündigten Imbiss.
Trotzdem fand ich den Programmpunkt sehr interessant. Ich hatte immer versucht, lokale Weine zu trinken, aber etwas über Anbau etc. zu erfahren, ist immer gut.
Nach der Rückkehr verbrachten wir noch etwas Zeit am Pool, bevor wir uns für den Empfang bereit machten.
In der Bar am Pool wurden die Gäste vom Hotelmanagement begrüßt. Der Hotelmanager ging dann auch nochmal zu jedem Gast und wechselte ein paar Worte. Manche Gäste schienen Stammgäste zu sein, wie man an der Begrüßung erkennen konnte. Während wir uns den bekannten Cava und die Kroketten schmecken ließen, unterhielt eine Sängerin mit offensichtlich klassischer Gesangsausbildung das Publikum. Am Ende erzählte sie noch, dass sie aus China stammt und auch einen YouTube Kanal betreut.
Wir hatten irgendwie keinen Hunger auf ein richtiges Abendessen, aber so ganz ohne wollten wir auch nicht.
Also besuchten wir nochmal das La Pergola, beschränkten uns aber auf Steak-Tatar und ein Risotto mit Garnelen. Zusammen mit Brot mit Butter und Aufstrich und den Samozas als Appetithäppchen reichte das für heute völlig. Und das Risotto war auch richtig gut.
Pläne für das nächste Mal
Den Ruhetag zur Recherche für einen nächsten Aufenthalt genutzt.
Erst mal keine besonderen Vorkommnisse, außer das es beim Frühstück recht voll war. Sogar der Innenraum war ziemlich belegt. Ansonsten schönstes Teneriffa-Wetter und Sangria als ersten Cocktail am Pool.
Vielleicht eines noch. 2022 wollte ich zum Leuchtturm Punta del Teno. Ich hatte nur übersehen, dass inzwischen tagsüber die Straße für den Privatverkehr gesperrt ist. Und das mit der Buslinie hatte ich auf die Schnelle nicht verstanden. Heute recherchierte ich noch ein wenig und stieß auf einen Blog, in dem eine Wandererin ausführlich erklärt, wie man zum Punte del Teno kommt, mit dem Bus oder auf verschiedenen Wanderstrecken. Letztere schieden für mich sofort aus. Einige Hundert Höhenmeter. Einfache Laufstrecke zwischen 3,5 und 4,5 Stunden, Trittsicherheit, Klettersteig und das bei den hiesigen Temperaturen. Eher nichts für einen Gelegenheitswanderer wie mich. Aber die Links zu der Busgesellschaft mit Haltestellen und Fahrplan lässt mich hoffen, dass ich bei einem möglichen nächsten Aufenthalt auf Teneriffa doch vielleicht noch zu einem der wenigen verbleibenden weißen Flecken kommen könnte.
Am Abend gingen wir wieder mal ins Costa Caleta. Johanna blieb bei Pizza, aber ich kam zu meiner gegrillten Fischplatte mit Thunfisch, Lachs, Barsch, Sardinen, Miesmuscheln, Gambas, Baby-Oktopussen und einem kleinen halben Hummer. Dazu ein wenig Salat und die obligatorischen Papas Arrugadas.
Jungle Park
Die kleine Konkurrenz zum großen Loro Parque im Norden.
Nach dem Frühstück bestellten wir uns wie geplant ein Taxi und fuhren zum Jungle Park. Der liegt etwas den Berg hinauf inmitten der ansonsten kargen Landschaft. Der Park selbst macht seinem Namen aber etwas Ehre und ist dicht bewachsen, mit Ausnahme der Arena für die Flugshow. Nach einem Plan (den es nur Online, aber nicht in Papierform gibt) zu laufen gestaltet sich eher schwierig, weil die Wege recht verschlungen durch den Park laufen. Volieren und Gehege sind in den Bewuchs eingebettet und machen einen sehr gepflegten Eindruck. Was etwas irritiert ist, dass man manchmal nicht weiß, ob die Tierstimmen, die man hört, nun von den echten Tieren stammen, oder aus verborgenen Lautsprechern kommen. Na ja, beim Löwengebrüll ist das schon eindeutig.
Gleich nach dem Eingang läuft man erst einmal in die Fotofalle. Das Bild mit dem sitzenden Greifvogel, den ich erst auf den zweiten Blick als echt erkannte, war weniger spannend. Viel lustiger war der weiße Kakadu, der sich wie ein Baby auf dem Rücken in die Arme legen ließ. Den hätten wir am liebsten gleich eingepackt.
Einige begehbare Gehege und Volieren gibt es auch. Gleich am Anfang eine mit Lemuren, die um einen herumklettern. Rechtzeitig fanden wir uns bei der Freiflugarena ein, um noch einen Schattenplatz zu bekommen. Die Arena ist ein weites offenen Rund, umgeben von drei niedrigen Zuschauerrängen und zwei gegenüberliegenden steinernen Türmen. Vor dem Beginn der Show machte der Fotograf wieder seine Runde. Jetzt mit einem roten Ara, der brav den Zuschauern entweder auf die Schulter oder auf den Hut kletterte und für das Bild possierte. Bei der Show wurden Greifvögel aus verschiedenen Kontinenten gezeigt, die entweder zwischen den Türmen oder zwischen Tierpfleger und Sitzstangen flogen, darunter auch ein riesiger Marabu und ein junger amerikanischer Adler. Den Abschluss machte dann eine Schar Löffler. Insgesamt eine gut gelungene Show, mit einem großen Schwung Bilder am Ende.
Zügig bewegten wir uns anschließend zum nächsten Showevent, den Seelöwen. Die entsprechende Arena ist nicht sehr groß und verfügt praktischerweise am oberen Rand über ein Restaurant mit schattenspendenden Dächern. Die Show war ganz gut gemacht mit den beiden Seelöwen und ihren Betreuerinnen. Und wir hatten uns mal wieder bei der Essensbestellung übernommen. Alleine die überbackenen Nachos hätten für uns beide gereicht. Den Cesars Salad hätte es nicht auch noch gebraucht.
Ein Toilettenbesuch wäre nun nicht wirklich etwas, was seinen Weg in meinen Reisebericht findet. Dieser, bzw. das Geschehen im Nachgang aber schon. Ich hatte meine Kamera mit dem Teleobjektiv einfach in die Tasche gesteckt (die, wie ich immer wieder feststellen muss, ein Fehlkauf war, weil selbst für eine kleine Fotoausrüstung zu klein). Während ich nun auf Johanna wartete, stellte ich mit einem Seitenblick fest, dass sich die Tasche um 90° in der Längsache gedreht hatte, verursacht durch das kopflastige Gewicht der Kamera. Das sind die Momente, wo man weiß, dass gleich etwas passiert, aber einem nicht gleich eine Lösung zur Verhinderung der Katastrophe in den Sinn kommt. Wahrscheinlich wäre es am besten gewesen, langsam in die Hocke zu gehen, um die Tasche samt Inhalt näher an den Boden zu bringen. Aber es war schon zu spät. Scheppernd fiel das 90 mm Makroobjektiv aus der Tasche und aus etwa 80 cm auf den Steinboden. Ein 1.400 Euro Objektiv wegen einer Unaufmerksamkeit zu verlieren, wäre schon bitter. Äußerlich war dem Objektiv aber erst einmal nichts anzusehen. Nicht mal einen Kratzer. Erst später im Hotel wagte ich, das Objektiv an die Kamera zu setzen. Und wie durch ein Wunder (oder besser: dem Können der Ingenieure, die das Objektiv konstruiert hatten), funktionierte es tadellos.
Aber zurück zum Park. Es gibt eine Reihe weiterer kleine Attraktionen, wie eine Pilzfarm, in der die Zucht von Speisepilzen gezeigt wird, eine Fledermaushöhle, in der die kleinen Flugsäuger nur mit Mühe zu erkennen waren und einen kleinen Orchideengarten. In der Freiflugvoliere hielten sich, neben vielen Loris und anderen Vögeln auch zwei Graupapageien auf. Einer ließ sich sogar leicht am Schnabel streicheln. Nicht ganz so zahm wie unsere Merlin, aber auch nicht wirklich scheu.
Andere Tiere, gerade die Affen, hatten sich inzwischen zur Siesta begeben, weswegen einige der Gehege leer erschienen. Man hätte schon noch eine ganze Weile länger im Park verweilen können, aber wir waren ob der Hitze und des ständigen Auf und Ab ziemlich platt. Am Ausgang sammelten wir noch, zu horrenden Preisen, unsere Bilder und im Shop einen Plüsch-Kakadu für Johannas Sammlung ein und fuhren mit dem Taxi zurück ins Hotel.
Nach einer sehr kurzen Verschnaufpause machten wir uns wieder auf den Weg. Wegen des opulenten Mittagessens hatten wir keinen richtigen Hunger, wollten aber schauen, was es entlang der Promenade Richtung Stadt noch für Möglichkeiten für ein kleines Abendessen gab. Und auch, um Ausschau für die nächsten beiden Abende zu halten. Das Torre del Mirador hatte mal wieder zu. Eine Woche Urlaub, wie ich später herausfand. Das Sobo gab es nicht mehr. Und das Alcanto war uns zu viel für heute. Auf der Höhe des Bahia el Duque tranken wir erst einmal was in einer der Bars. Diese waren jedoch schon am Abräumen, weil nur bis 18:00 Uhr geöffnet.
Am Rande des kleinen Platzes bei der ins Meer ragenden abgeriegelten Halbinsel gibt es ein kleines Einkaufszentrum. Ziemlich unspektakulär, aber da sollte es ein Restaurant White Tapas geben. Ich dachte erst, das wäre auf dem Dach. Aber dort gab es nur Liegestühle und Sonnenschirme und der Bereich war auch nicht zugänglich. Tatsächlich bildet das Einkaufszentrum nur die Substruktion des Pool- und Liegebereichs eines 5-Sterne-Hotels, das sich mit mehreren Gebäuden im Halbrund darum herumzieht. Neben der Eisbar fanden wir schließlich das Restaurant. Das sah offen aus, war aber niemand da. Das allwissende Internet behauptete, dass das Restaurant erst um 18:30 Uhr öffnen würde. Nachfrage bei den Kellnern der Eisbar ergab aber, dass es offen hat. Und tatsächlich tauchte ein Kellner auf. Wir bestellten Schinkenplatte (die hauptsächlich aus Salami bestand), Käseplatte (die leider mit Honig beträufelt war, weswegen Johanna nicht viel davon aß) sowie je zwei Kroketten mit Chorizo und Schinken. Das war dann doch wieder zu viel, so dass ein Teil der Salami und des Käses zurückging.
Beim abendlichen Getränk auf dem Pooldeck mit Elvis-Songs aus der Bar versuchte ich über den Chat der Iberostar App einen Tisch im La Pergola für Samstag zu buchen. Erhielt aber erst einmal keine Antwort. Auf Nachfrage an der Rezeption am nächsten Morgen war die Buchung aber bestätigt worden und eine entsprechende Chatnachricht war inzwischen auch eingetroffen.
Doch kein Golf
Stattdessen nochmal Entspannung.
Es wären immer noch Abschlagszeiten für 9 Loch am Nachmittag frei gewesen. Aber die Temperaturen, meine eingeschränkte Sehfähigkeit und insbesondere der Umstand, dass ich seit einem halben Jahr keine Runde mehr gespielt hatte, führten letztlich doch zur Entscheidung, kein Golf zu spielen. Schweren Herzens verzichtete ich nun schon das zweite Mal darauf, einen meiner Lieblingsplätze zu spielen. Die Gründe waren am Achensee, bis auf die Temperatur, ähnlich. Ich nahm mir aber wieder mal vor, wenigstens zu Hause wieder (oder überhaupt) öfter zu spielen, sobald mich die Arbeit in ein paar Wochen nicht mehr daran hindern würde.
Stattdessen widmete ich mich dem Schreiben des Reiseberichts und einem spannenden Buch.
Abends war wieder Costa Caleta angesagt. Johanna nahm Lasagne. Ich blieb beim Meer. Garnelen in Knoblauch aus dem Pfännchen und gegrillte Sepia.
Ganz entspannt
Verwöhnt am Pool.
Auch unseren letzten Tag verbrachten wir mit dolce fa niente. Höhepunkt am Mittag: als Snack gab es heute Sushi und Sandwiches mit Bacalao und orangem Kaviar.
Unser letztes Abendessen nahmen wir nochmal im La Pergola. Wir teilten uns Brioche mit Foie und karamellisierten Zwiebeln. Johanna blieb bei ihrem Steak-Tatar. Und ich aß zum ersten Mal diese Woche ein Fleischgericht, Mini-Wellington aus Bäckchen vom Iberico-Schwein. Schade nur, dass man das Pilz-Duxelle nicht vom original Wellington übernommen hatte.
Leider
So schnell kann auch eine entspannte Woche vorüber gehen.
Leider konnten wir unser Zimmer nur bis 12:00 Uhr behalten, aber eine Courtesy-Room bekamen wir. Also noch ein letztes Mal auf das Pooldeck, zwischendrin kurz das Zimmer endgültig räumen und dann nochmal frisch machen. Unser Privattransfer sammelte uns überpünktlich auf und lieferte uns kurze Zeit später am Flughafen ab. Beim Check-in kamen wir auch gleich dran und somit hatten wir zwei Stunden bis zum Boarding. Wir hätten zwar in die Lounge gekonnt, die befindet sich aber am Ende des langgezogenen Terminals. Dazu hatte Johanna keine Lust, auch weil wir das Abfluggate nicht kannten. Wir kauften in einem der Shops noch eine Lage Belota ein und ließen uns dann zu Bierchen und einem geteilten Sandwich nieder.
Das hereinkommende Flugzeug war zwar mit 15 Minuten Verspätung in Frankfurt losgeflogen, holte die Verspätung aber wieder herein. Das es in TFS auch Außenpositionen gibt, wussten wir bis dahin. Aber schließlich saßen wir auf unserem Platz, den wir keine vier Stunden später wieder verließen. Wir waren über 30 Minuten vor der geplanten Ankunftszeit in Frankfurt und waren kurz nach Mitternacht zu Hause.