Tagebuch

Was alles auf der Reise geschah 

Anreise

13. September 2026


Am Abend zuvor hatten wir noch unser Graupapagei-Mädchen Merlin in sein Urlaubsquatier im Park gebracht und bei Capo etwas gegessen.
Sonntags und früh Reisen hat einen entscheidenden Vorteil, nämlich die leeren Straßen. Nach einer kurzen Nacht mit wenig Schlaf war es aber doch etwas anstrengend. Der Rest bis zum Flug verlief wie üblich, ein kurzer Kampf mit den Automaten zum Ausdrucken der Kofferanhänger, die Sonderkontrolle meines Rucksacks (nein, nicht die Fototasche) und ein ewig langer Weg bis zu unserem Gate A34. Aber der hereinkommende Flieger aus Thessaloniki war vor der Zeit da, unser Flug komplett voll. Sonst aber alles im Rahmen.
Und bei der Aegean gibt es sogar eine Kleinigkeit zu essen und trinken im Flieger.
{Am späten Nachmittag im Hotel}
Außer uns war nur noch eine Frau aus unserer Gruppe im Flieger. Wir wurden von einem Taxifahrer abgeholt, der uns in zügiger Fahrt in die Stadt brachte. Was man auf der Fahrt von Thessaloiki zu sehen bekamen, war nicht wirklich bemerkenswert. Das Hotel liegt an einer schmalen Straße wenige Meter vom Meer entfernt, weswegen wir uns nach dem Bezug des Zimmers gleich wieder auf den Weg machten, um die Sonne zu genießen und das Meer anzuschauen. Entlang der Straße zur Promenade reiht sich ein Restaurant oder Bar an das andere. Sollte also kein Problem sein, am nächsten Tag etwas zum Abendessen zu bekommen.
Der breite Fußweg an der Kaimauer wird von einer recht befahrenen Straße von der Bebauung getrennt. Etwas weiter konnten wir schon den Weißen Turm sehen, der so weiß gar nicht ist. Nach wenigen Schritten erreichten wir den Aristoteles-Platz, ebenfalls mit zahlreichen Restaurants und Bars. In einer der Bars gönnten wir uns erst mal unser Auftakt-Bierchen.
Auf dem Meer waren einige Ausflugsschiffe zu sehen. Vielleicht würde sich ja Montag-Nachmittag die Möglichkeit ergeben, eine Runde mitzufahren. Auch eine größere Jacht lief ein. Aber damit ließen wir es auch bewenden und zogen uns erst mal wieder ins Hotel zurück.
{Am Montag vor dem Frühstück} Um 19:00 Uhr traf sich die Gruppe und unsere Reiseleiterin Ioanna gab die ersten Einführungen und verteilte auch gleich kleine Geschenke: ein Fläschchen Ouzo und einen Anhänger mit magischem Auge.
Das Durchschnittsalter der Gruppe schien mir recht hoch, aber das kann ja auch täuschen.
Zum Abendessen spazierten wir ein kleines Stück in die Altstadt hinein. An den Straßen gibt es zahllose Restaurants und Bars, so dass es am Montag eher das Problem sein würde, eines auszuwählen.
Auf einem kleinen Platz erreichten wir das Palati, wo wir uns trotz Wind entschieden, im Außenbereich auf dem Platz zu bleiben. Zwei Männer sorgten für die musikalische Unterhaltung mit Gesang und Bouzouki. Die waren echt motiviert. Eine Pause gab es während unseres gesamten Aufenthalts nicht. Störend war nur, dass ein Restaurant auf der anderen Seite des kleinen Platzes auf eine ähnliche Idee gekommen war und man somit von zwei Seiten beschallt wurde.
In zügiger Folge wurden die Gerichte tischweise aufgetragen. Ich versuche mal zu rekapitulieren: griechischer Salat mit Feta, gefüllte Weinblätter, Tzatziki, gegrilltes Gemüse, Schafskäse in Sesam und Honig, Hähnchen-Souvlaki, Lamm-Kebab. Am Ende dann noch Obst und so etwas wie Cremetörtchen (worauf Johanna und ich verzichteten). Die Speisen kennt man ja auch aus griechischen Lokalen in Deutschland zur Genüge. Ich fand die hier aber nicht nur geschmacklich interessant, sondern sie schienen mir auch weniger mächtig. Reis oder Pommes gab es auch nicht als Beilage zu den Hauptgängen, sondern nur etwas Salat (eher als Garnitur). Dafür konnte man aber immer noch von dem reichlichen griechischen Salat nehmen. Ich hatte Tsipouro auf der Karte entdeckt, der auch in kleinen 0,2l Flaschen angeboten wurde, und bestellte den mit Anis. Tatsächlich überdeckt der Anis stark den Geschmack des Tresterbrandes. Aber schlecht war das nun auch nicht. Unsere Wiener Tischnachbarn ließen wir natürlich auch probieren.
Auf Touristen ist man hier offensichtlich voll abgestimmt. Eine Angestellte machte Portraitaufnahmen der Gäste (wenn die wollten). Die Bilder gab es später zu kaufen. So ab 21:00 Uhr, als unsere Gruppe so langsam an die Rückkehr zum Hotel dachte, kamen die griechischen Gäste in großer Anzahl in das Lokal. Also ist das Restaurant nicht nur eines für Touristen. Und es bestätigte sich, was ich schon irgendwo gelesen hatte, man geht sehr spät essen in Griechenland. Zum Glück haben aber die Restaurants auch früher auf. Das macht es einfacher für "Frühesser" wie uns. Anders als in Andalusien, wo man um 18:00, 19:00 Uhr in der Regel vor verschlossenen Türen stand.
Im Hotel nahmen wir zusammen mit ein paar anderen aus der Gruppe noch einen Absacker in der Hotelbar, die nichts anderes war, als der Frühstücksraum.

Pella und Thessaloniki

14. September 2026


{Dienstag vor dem Frühstück} Nach frühem Aufstehen und Frühstück fuhren wir von Thessaloniki über die Ebene Richtung Pella.
Schon gestern bei unserem kurzen Gang zum Abendessen hatte ich angefangen, mein Urteil über die Stadt etwas zu revidieren. Thessaloniki ist schon eine Millionenstadt mit der dafür typischen Bebauung (aber keine richtigen Hochhäuser) und dem Verkehr. Aber das ältere Viertel gestern und auch heute die Hauptstraßen machten auf mich einen durchaus gepflegten und sauberen Eindruck. Aber dazu später noch etwas mehr.
In Pella quälte sich unser Bus durch die engen Straßen des kleinen Ortes. Bereits hier zeigte sich, dass unser Busfahrer sein Handwerk versteht und seinen Bus kennt.
Das kleine Museum von Pella war für mich bereits von außen echt eine Überraschung. Ein moderner Museumsbau in der dafür üblichen Betonoptik. Und im Inneren eine Präsentation, wie ich sie von entsprechenden Museen und Ausstellungen in Deutschland kenne. Tatsächlich ist das Museum in der Form keine 15 Jahre alt. Erklärungenstafeln, Beleuchtung, Videoinstallationen, Präsentation der Ausstellungsstücke, alles sehr modern, übersichtlich und ansprechend. Und natürlich verfügt das Museum über eine Vielzahl sehr schöner Stücke von den nahegelegenen Ausgrabungen. Dass wir uns nur einen kleinen Ausschnitt anschauten bzw. von Ioanna erklärt bekamen, war klar. Meine sonst üblichen stundenlangen Museumsbesuche kann man bei einer Gruppenreise natürlich nicht erwarten. Aber unsere Gruppe war, studiosus-like, die erste vor Ort und so konnten wir uns in Ruhe umsehen. Gut fand ich auch, dass einige der bei den Ausgrabungen freigelegten Mosaiken hier in Kopie und aus kürzerer Distanz zu sehen waren. Am Ende der Führung übten wir unsere Kontrollgruppen-Einteilung. Das kannte ich von früheren Reisen nicht, andere Mitreisende aber wohl schon. Jeder hatte gestern einen Zettel mit einer Nummer von 1 bis 7 bekommen. Jede Nummer war dreimal vergeben. Und die jeweilige Dreiergruppe sollte in den nächsten Tagen auf sich aufpassen. Also schauen, dass bei den Treffpunkten alle Gruppenmitglieder da sind. Somit musste die Reiseleiterin nur die sieben Gruppen abfragen und nicht alle einzeln zählen.
{Im Bus auf der Fahrt nach Vergina}
Ein Stück weiter außerhalb des modernen Ortes liegt der Archäologische Park mit den Ausgrabungen des antiken Pella. Das Gelände ist riesig. Weitestgehend sind aber nur die Grundstrukturen der Häuser zu erkennen. Lediglich ein paar Säulen gehen in die dritte Dimension. Wir schauten uns die Originale der Mosaiken an, deren Kopien wir zuvor im Museum gesehen hatten.
Nach diesem kurzen Ausflug kehrten wir zurück nach Thessaloniki und steuerten die Oberstadt an. Die Zitadelle selbst stand nicht auf dem Programm, aber nach einigen Kurven durch die engen Straßen stiegen wir an der Stadtmauer aus. Von dort hat man einen unverstellten Blick über die Stadt und die Bucht. Wobei die Stadt selbst mangels höherer oder markanter Bauwerke wenig Anziehungspunkte für den Rundblick gibt. Den anschließenden Spaziergang hinunter machten nicht alle mit. Stufen und Rampen und schmale, steile Straßen führten durch die Altstadt mit ihrer "osmanischen" Architektur. Diese äußerst sich insbesondere durch das vorspringende Obergeschoss. Viele der Häuser sind renoviert, durchaus sehr modern. Und im Gegensatz zur Stadt unten ist es hier recht ruhig. Die Kirche Osios David ist ein kleiner unscheinbarer Bau inmitten der Häuser. Bemerkenswert aber das Apsismosaik ob seiner Darstellung Jesus als jungen Mann ohne Bart.
Die Demetriosbasilika als nächster Besichtigungspunkt liegt bereits wieder unten in der Stadt Ioanna hatte ein wenig Stress, weil die Nicht-Spaziergänger nicht gleich da waren. Ich hatte Johanna angerufen und unsere Ankunft angekündigt. Bis die vier aber im Café bezahlt hatten und zur Basilika gekommen waren, vergingen halt ein paar Minuten, in denen ich Johanna auch nicht erreichte. Die WhatsApp-Nachricht hatte ich erst jetzt gesehen. Aber schließlich war die Gruppe wieder beisammen und die Besichtigung konnte beginnen.
Die Demetriosbasilika macht ihrem Namen architektonische alle Ehre. Fünf Schiffe, das erste Stockwerk im Mittelschiff, der Obergaden und das Holzdach formen die klassische Basilikaarchitektur. Neben einem großen Tabernakel mit Reliquien des Demetrios gibt es noch eine recht weitläufige Krypta zu bewundern.
Erstaunlich, wie viele auch junge und jugendliche Christen die Kirche besuchten und die Bilder und andere Gegenstände küssten.
Nach der Rückkehr zum Hotel gönnten Johanna und ich uns nur eine kurze Pause bevor wir uns wieder auf den Weg machten.
Die Hallen des Modiano-Marktes hatte unsere Reiseleiterin wärmstens empfohlen. Nach einer Umgestaltung erst seit wenigen Tagen wieder eröffnet, bietet der Markt viele Essensstände, kleine Restaurants und Fleisch-, Wurst-, Käse- und Fischstände. Alles sehr lecker anzuschauen. Dennoch konnten wir uns nicht entschließen, etwas zu essen. Es war schon Nachmittag und bei unseren üblichen frühen Essenszeiten käme sich das in die Quere. Also steuerten wir unser nächstes geplantes Ziel, den Weißen Turm, an Dort sollten sich die Anlegestellen der beiden Ausflugsschiffe Black Pearl und Arabella befinden. Wir bewegten uns langsam entlang der Hauptstraße. Die Bezeichnung passt, sowohl der zahlreichen Geschäfte als auch des Autoverkehrs wegen.
Der Weiße Turm stand zwar auf dem Programm für den nächsten Morgen, aber bei unserer Ankunft strahlte er im besten Nachmittagslicht, so dass ich die Gelegenheit zum Fotografieren ausgiebig nutzte.
Die beiden Ausflugsschiffe sind als Piraten-Segelschiffe gestylt. Die Black Pearl wirbt mit kostenloser Fahrt, allerdings einem Mindestverzehr von 10 €. Und laut Rezensionen im Internet bekommt man dafür einen Kaffee oder ein Wasser. Die Arabella verlangt 7 €, da ist aber ein Freigetränk, inklusive Bier und Wein dabei. Dafür entschieden wir uns und begaben uns auch gleich an Bord, obwohl wir weit vor der nächsten Abfahrtzeit da waren. Mit Segelschiff oder Piratenschiff haben die beiden Schiffe nichts zu tun. Die Masten und die Takelage sind reine Optik. Die Arabella war tatsächlich während des 2. Weltkrieges als Minensuchboot unterwegs. Wegen der Magnetzünder der Seeminen hatte man solche Boote aus Holz gebaut. Nach dem ersten Bierchen gönnten wir uns noch ein zweites und eine Tüte Chips, während wir uns den Seewind um die Nase wehen ließen bei der halbstündigen Fahrt durch die Bucht.
Sicherlich hatten wir woanders schon spektakulärere Bootsfahrten. Aber Bootsfahren muss sein, wenn es angeboten wird.
Wir hatten vorher schon mal recherchiert, welche Restaurants entlang der Promenade für ein Abendessen infrage kämen. Nicht weit vom Weißen Turm entfernt hatten wir das Balkonaki recherchiert. Dort kehrten wir auch ein, obwohl es noch recht früh war. Das Lokal ist ein wenig chaotisch wie eine traditionelle Taverne gestaltet. Und man kann draußen sitzen mit Blick auf das Meer. Nachteil natürlich, dass sich dazwischen die dreispurige Hauptverkehrsstraße befindet. Etwas blauäugig bestellten wir drei Vorspeisen und zwei Hauptgänge. Erstes Problem war, dass nach der ersten Vorspeise alles andere zusammen kam. Und zweites Problem war, dass die Menge auch für noch zwei weitere Esser gereicht hätte.
Aber es waren teilweise Speisen, die wir so noch nicht kannten und die recht schmackhaft waren. Vorneweg gab es Gemüse, im wesentlichen Spinat mit Tomaten, das erst blanchiert und dann leicht frittiert war. Ale Mezze hatte Johanna Hühnerleber (wo auch Herzen dabei waren) und ich Drunk Mans Mezze, gebratenes Schweinefleisch in Soße, bestellt. Johannas Beef Stew mit Reis war jetzt nicht so spannend. Aber mein panierter Hundshai mit Knoblauchcreme war klasse. Sehr zartes, feines Fleisch (anders als die Katzenhaie, die ich aus meiner Jugend kenne).
{im Bus von Vergina nach Ionannia}
Ganz geschafft hatten wir das alles nicht und die kleine Flasche Ouzo hinterher tat gut. Nach dem langen Marsch zurück zum Hotel gönnten wir uns noch einen Absacker in der Hotelbar und dann war es aber auch gut und wir fielen todmüde ins Bett.

Thessaloniki und Vergina

15. September 2026


im Hotel in Ionannia
Den Weißen Turn hatten wir gestern schon abgehakt, aber die historischen Hintergründe gab es dann heute bei unserem ersten Tagesordnungspunkt.
Das nicht weit davon entfernte Archäologische Museum ist nur ein kurzes Stück entfernt. Inmitten einer kleinen Grünfläche duckt sich der moderne Flachbau. Dass das Museum mit der Eröffnung des Museums in Vergina einiges an Bestand verloren hatte, merkt man ihm heute nicht mehr an. Und auch hier wieder eine sehr moderne Präsentation mit einer Vielzahl sehr qualitätvoller Stücke.
Am Mittwoch vor dem Frühstück
Die Museums-App lud ich mir gleich beim Betreten herunter. Den dicken Katalog, den es im Museums-Shop gab, kann man auch im Internet bestellen und nach Deutschland liefern lassen. Daher eher etwas für die Nachbereitung. (Im Nachhinein fand ich heraus, dass das der Katalog einer Sonderausstellung war. Aber ich fand ein E-Book mit einer Beschreibung der Dauerausstellung). Die Führung konnte sich nur auf einige ausgewählte Bereiche beschränken. Es gab aber am Ende noch genügend Zeit, um zumindest einen Rundgang durch die Ausstellung zu machen. Das Museum ist nicht sehr groß, aber ein paar Stunden hätte ich bei meiner normalen Vorgehensweise bei Museen und Ausstellungen schon darin verbracht.
Damit hieß es auch schon Abschied nehmen von Thessaloniki und wir fuhren Richtung Vergina. Auf der Suche nach den antiken Herrscherresidenzen waren die Archäologen über Indizien gegangen. Was macht eine Residenzstadt aus? Was müsste es dort für Einrichtungen geben? Welche Feste wurden gefeiert? Und natürlich: wo gab es repräsentative Grabbauten? Auf diese Weise war man auf die Gegend des heutigen Dorfes Vergina gekommen und identifizierte es als die Residenzstadt Aigai. 1977 fand der griechische Archäologe Manolis Andronikos unter dem riesiger Grabtumulus insgesamt vier Grabanlagen. Das entsprechende Ausgrabungsgelände und heutige Museum liegt mitten in einem kleinen Ort mit weitläufiger Bebauung der hauptsächlich von der Landwirtschaft und sicherlich auch inzwischen vom Tourismus lebenden Bevölkerung. Wahrscheinlich wäre man heute nicht mehr so vorgegangen, aber zu der Zeit grub man den Tumulus ab und fand tatsächlich vier Grabanlagen. Ursprünglich waren diese wohl unter jeweils einem eigenen Tumulus verborgen, der dann aber zu einem größeren zusammengelegt wurde. Aufgrund verschiedener Indizien (Länge der Beinschienen, Verletzungen am Skelett eines der Begrabenen) schloss man, dass eines der Gräber das von Philipp II, Vater von Alexander sein müsse.
Das heutige Museum bildet den Tumulus nach (und erinnerte uns etwas an die Swarovski Kristallwelten). Im Inneren dauerte es eine ganze Weile, bis sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Die baulichen Reste der Grabanlagen finden sich in situ im Museum. Darum herum, bzw. auf einer Ebene darüber sind die Grabbeigaben in Vitrinen ausgestellt. Vom Grab Philipp II. ist nur die Eingangswand zu sehen mit der Scheintür. Da der Ausgräber diese zum Glück nicht durchbrochen, sondern von oben über den Schlussstein des Gewölbes in die eigentliche Grabkammer eingedrungen war, ist das Innere auch für Besucher nicht zu sehen. Was schon in Thessaloniki faszinierte, waren der unglaublich fein gearbeitete Goldschmuck und die extrem detaillierten Figurinen aus Elfenbein und anderen Materialien.
Am Donnerstag vor dem Frühstück
Nach einer kleinen Mittagspause, die jeder in einem anderen der kleinen Lokale im Ort einnahm, führte uns der weitere Weg in die Berge. Die Autobahn überquert zahlreiche Täler und untertunnelt noch mehr Berge. Beides sah ziemlich grün aus. Nur manche der Wiesen hatten das typische Gelb verdorrten Grases. Ansonsten sind die Berge und Täler mit Büschen und niedrigem Laubwald bewachsen. Nur bei den höheren Bergen zeigte sich kahler Fels.
Der Freddo Espresso, den ich bei der Mittagspause getrunken hatte, hatte mir so gut geschmeckt, dass ich bei einem Stopp an einer Raststätte etwas abseits der Autobahn gleich noch einen bestellte.
Ioannina ist eine recht große Stadt. Was aber bei der Annäherung von den Höhen als erstes auffiel, war der See mit der kleinen Insel, die wir am nächsten Tag besuchen würden.
Unser Hotel für die Nacht war ein ziemlich großes Kongresshotel und tat mit seiner Innenausstattung seinem Namen alle Ehre. Das Grand Serai ist sowohl in den öffentlichen Bereichen als auch in den Zimmern so orientalisch plüschig dekoriert, dass es fast schon weh tut. Immerhin sind Zimmer und Bad recht groß.
Aber erst einmal kämpfe ich mit der Klimaanlage. Das Zimmer war trotz geschlossener Vorhänge so feuchtwarm, dass ich schon befürchtete, eine schlaflose Nacht zu verbringen. Aber keine Einstellung an dem Bedienteil der Klimaanlage führte zu etwas anderem als warmer Luft aus den Lüftungsschlitzen. Bei einer ersten Nachfrage an der Rezeption bat man mich, etwas zu warten. Als sich die Temperatur auch kurz vor dem Abendessen nicht verringert hatte, fragte ich erneut an der Rezeption und erhielt, nach einem Blick auf den Bildschirm, die Auskunft, dass die Temperatur im Zimmer in Ordnung sei und das Bedienteil, bis auf die Stärke des Ventilators, eh keine Funktion habe, weil die Anlage zentral gesteuert würde. Immerhin war es später am Abend doch ausreichend kühl geworden.
Im großen Speisesaal waren wir die einzigen Gäste. Was uns sonst als erstes auffiel war, dass die Getränke deutlich teurer waren, als in der Bar, wo wir unseren Aperitif genommen hatten. Einen zweiten Abzug bekam das Restaurant, als ich den Kellner bat, zu den Brötchen Butter und Olivenöl zu bringen. Das mit der Butter funktionierte ja noch. Aber bei dem Öl sah er mich völlig verständnislos an und ich bekam keines. Eine Nachfrage bei Ioanna am nächsten Tag ergab, dass es in Restaurant normalerweise schon üblich ist, dass man Olivenöl bekommt. Aber das passte ins Bild. Die Lasagne als erster Gang war ziemlich gut, der grüne Salat mit Parmesanspänen einfallslos. Zum Hauptgang gab es gebratenes Hähnchenfilet mit Reis. Das Hähnchen war komplett totgebraten und der Reis auch noch trocken. Nach wenigen Bissen gaben wir auf, entschuldigten uns bei unseren Tischnachbarn und wechselten in den offenen Wintergarten der Bar. Dort fanden sich später noch rinr andere aus unserer Gruppe ein und wir hatten zumindest einen schönen Abend.

Reiseroute

Dodona, Ioannina, Insel Nisi Ioanninon

16. September 2026


Der miese Eindruck des Hotelrestaurants setzte sich beim Frühstück fort. Immerhin waren außer unserer Gruppe noch ein paar andere Gäste da. Das Buffet war zwar sehr umfangreich. Wenn man allerdings den ganzen Süßkram abzog, blieb nicht mehr so viel. Schlimmer war allerdings, dass es sich bei dem Orangensaft um das künstliche süße Zeug handelte und der Kaffee in einem der unsäglichen Warmhaltebehälter auf die Gäste wartete. Dann lieber an der Kaffeemaschine anstehen, wie in Thessaloniki. Der Koch am Eierstand erschien gegen 07:30 Uhr, obwohl das Frühstück ab 07:00 geöffnet hatte. Und dann kam noch hinzu, dass selbst ein Omelett mit etwas drin extra kosten sollte.
Freitag vor dem Frühstück
Dodona, unser erster Programmpunkt, liegt etwas außerhalb mitten in der Landschaft in einer Ebene eingerahmt von höheren Bergen. Das Stadion ist nur noch an seinen Erdumrissen zu erkennen. Das griechische, aber von den Römern umgebaute Theater liegt, wie man es von griechischem Theatern gewohnt ist, wo (zumindest bei allen, die ich kenne) der Blick von den Zuschauerrängen in die Landschaft schweifen konnte, bevor dann die Römer in der Regel das Halbrund mit der Bühnenmauer geschlossen hatten. Hier geht die Aussicht genau auf eine Lücke zwischen zwei Bergketten und man meint fast, das Meer in der Ferne zu erkennen. Jedenfalls waren gerade Restaurierungsarbeiten am Theater im Gange und die Restauratoren waren neben unserer Gruppe und einigen Museumsangestellten die einzigen hier. Den Flyer mit dem Hinweis auf eine App, die über Augmented Reality virtuelle Rekonstruktionen der Gebäude anbietet, hatte ich leider erst beim Verlassen entdeckt. Aber dafür gibt es ja eine Studiosus-Reiseleiterin, die Gebäude zumindest vor dem geistigen Auge wieder entstehen zu lassen. Ein Stück neben dem Theater liegt das eigentliche Orakel. Von dem Kultbezirk sind nur einige Mauerreste übrig. Und die Eiche in der Mitte ist auch "neu", weil die ursprüngliche Orakel-Eiche am Beginn der christlichen Zeit ausgerissen worden war. Die Orakel-Priester hatten aus den Geräuschen des Windes und der bewegten Blätter der Eiche die Antworten auf die Fragen interpretiert.
Zurück in Ioannina wechselten wir vom Bus in eines der kleinen Boote über, die etwas an venezianische Vaporettos erinnerten. Sie erledigen den Personenverkehr zu der kleinen Insel im See. Etwa 100 Personen leben in dem kleinen Ort. Dafür lagen aber an verschiedenen Stegen an der Insel eine große Zahl an solchen Booten. Offensichtlich gibt es Zeiten, wo deutlich mehr Besucher übersetzen wollen. Mich wunderte die kleine Autofähre und einige Personenwagen auf der Insel. Es gibt nämlich, außer in dem winzigen Ort, keine Straßen. Es ist wohl so, dass die auf der Insel wohnenden Autobesitzer diese nicht auf der Landseite abstellen können oder wollen und sie daher auf die Insel übersetzen. Das scheint mir ein recht umständliches Verfahren zu sein. Vorbei an Tavernen, Süßigkeiten- und Souvenirläden strebte die Gruppe nach oben. Dort fand sich eines der wenigen kleinen Klöster auf der Insel. Die Malereien im Vorraum und im Hauptraum der Kirche stammen aus den 15. Jhdt. und sind stilistisch bemerkenswert. Wände und Decken sind über und über mit Bildern bemalt. Mir geht es immer so, dass ich zwar staunend davor und darunter stehe, aber die Vielfalt nicht sortiert bekomme. Und mir es bei den üblichen Lichtverhältnissen eh schwerfällt, Details zu erkennen, gerade wenn die Malereien etwas ausgebleicht sind. Aber Ioanna erklärte systematisch das Bildprogramm, wies auf Details hin und erklärte, was an dem Bildstil besonders ist. Damit erschließt sich das alles sehr viel besser. Und es fiel später in den Klöstern in Meteora auch einfacher, die dortige Bilderfülle etwas zu ordnen.
Auf der Fahrt nach Dion
Andere Gruppen gab es hier nicht, insofern konnten wir die Besichtigung in aller Ruhe durchführen. Auch wenn die Enge in der Kirche nach einer Weile den Wunsch nach frischer Luft größer werden ließ.
Am anderen Ende des Ortes befindet sich ein ehemaliges Kloster, das zu einer Gedenkstätte für Ali Pascha und einem kleinen Folkloremuseum umgearbeitet ist. Der Name Ali Pascha war mir zwar geläufig, aber die Erklärungen zu den geschichtlichen Hintergründen habe ich verpasst und muss nochmal nacharbeiten. Im Museum sind hauptsächlich Handfeuerwaffen und Trachten aus der Zeit des Ali Pascha ausgestellt.
Zum Mittagessen fanden sich wieder alle bei der Taverne neben der Anlegestelle ein. Vor dem Hauptgang, der gegrillten Forelle, gab es noch Salat, Tzaziki, frittierte Zucchini und für jeden ein Stück frittierten Aal. Beides, Forelle und Aal kommen, neben anderen Speisefischen und Süßwasserkrebsen aus dem See. Aal hatte ich noch ganz selten gegessen, allenfalls als Sushi. Ich fand das Stück sehr geschmackvoll. Allerdings reichte es mit dem Stück auch, weil der Fisch extrem fettig ist. Das Blätterteigteilchen zum Nachtisch war mir dann doch zu süß.
Der Spaziergang nach der Rückkehr zum Festland innerhalb der Stadtmauern ging ziemlich steil nach oben auf einen der Hügel, die auch schon vom See aus zu sehen waren. Auf dem einen Hügel liegt eine Moschee, während sich auf dem Hochplateau des von uns besuchten Hügels einige Gebäude fast verlieren. Vor einer zu einem Museum umgewidmete kleine Moschee liegt das Grabmal des Ali Pasche. Eine niedrige Mauer darum herum wird von einer Stahlgitterkonstruktion überdeckt, die wohl die Form eines steinernen Grabgebäudes nachbildet.
Nach einer Trinkpause, in der sich die Gruppe auf die verschiedenen Lokale an der Promenade verteilte, stand der nächste Fahrstrecke an, die uns durch das Gebirge fast hinunter zur Thessalischen Ebene führte.
Unser Hotel für die nächsten zwei Nächte, das Meteora, liegt nicht in einer der Ortschaften, sondern steht frei in der Landschaft. Alle Zimmer liegen in Richtung der Meteora-Felsen, die sich wie eine Kulisse in ein paar Kilometern Entfernung vor einem ausbreiten. Von einigen der Klöster kann man sogar ein paar Gebäude bei genauem Hinsehen erkennen. Aber das großartige ist tatsächlich das Felselbpanorama, das sich vor einem ausbreitet, gerade in der Abendsonne, die die Felsen rötlich färbt. So verbrachten wir die Zeit bis zum Abendessen bei einem Getränk staunend auf der Hotelterrasse.
Das Hotel ist sehr modern renoviert. Nur an den Türen, den verbliebenen Einbauschränken und der wenig funktionierenden Klimaanlage merkt man, dass der Bau schon etwas älter ist. Zum Abendessen gab es Crêpe gerollt und mit Spinat und Käse gefüllt und überbacken, Salat und zum Hauptgang geschmortes Schweinefleisch in dunkler Soße auf Süßkartoffelpüree, das mit geräuchertem Paprika gewürzt war. Und während wir so auf unseren Nachtisch warteten, tauchte neben mir am Tisch eine Frau auf. Manchmal ist es ja so, dass man etwas sehr Bekanntes sieht, aber weil Objekt und Ort nicht zusammenzupassen scheinen, das Erkennen nicht gleich einsetzt. Unsere Nachbarin Carmen hatte ich jetzt nicht hier in Griechenland erwartet. Im Schlepptau kamen dann noch Hermann und der Neffe der beiden. Die Überraschung war gelungen. Wir waren noch kurz zuvor über WhatsApp in Kontakt und die Frage nach unserem Hotel war nicht ungewöhnlich. Aber dass die Antwort ein kurzfristiger Besuch würde, war nicht zu vermuten. Die drei waren schon einige Tage in der Gegend und hatten inzwischen alle Klöster besucht.
Nicht wegen der Überraschung bestellten Johanna und ich Tsipouro. Der Kellner wies darauf hin, dass wir ihn unbedingt mit Wasser und Eis trinken sollten. Ein kurzes Nippen erklärte warum. Der Tresterschnaps aus dem Weingut des Hotels hatte deutlich mehr Alkohol als sonst üblich. Wohl auch deutlich mehr als die von mir vermuteten 50%. Aber mit Wasser und Eis kam auch das Aroma hinter dem Alkohol hervor. Als ich später in der Nacht aufwachte, dachte ich aber, einer wäre auch genug gewesen.

Reiseroute

Meteora-Klöster

17. September 2026


Zwei der Klöster standen für heute auf dem Programm. Da einige aus der Gruppe Bedenken wegen der Zahl der zu bewältigenden Stufen anmeldeten, disponierte Ioanna etwas um und neben dem Varlaam-Kloster kam das Stefans-Kloster ins Programm, das man direkt von der Straße über eine Brücke erreichen kann. Auf dem Weg zum Varlaam-Kloster konnten wir bei einigen Fotostopps und auch während der Fahrt die auf und an den Felsen klebenden Klöster bewundern. Bilder der Anlagen kennt man ja zur Genüge. Aber wie immer live vor Ort sieht das alles anders aus.
auf der Fahrt nach Kallithea
Bisher waren wir vom Massentourismus verschont geblieben. Bei den Meteora-Klöstern holte uns das Phänomen wieder ein. Zahllose Busse, aber auch PKW kurvten, parkten und kreuzten zwischen den verschiedenen Klöstern. Aber irgendwie lief auf den Straßen alles dennoch relativ entspannt ab.
Die etwas über 100 relativ flachen und breiten Stufen hinauf zum Varlaam-Kloster waren kein großes Hindernis. Hinter dem Klostereingang tritt man auf eine Terrasse, die einem, trotz der vielen Besucher, gefangen nimmt. An der Seite zum Felsabbruch hin steht ein schöner mehreckiger steinerner Pavillon. Blühende Pflanzen, die Holzerker und die Backsteinkuppeln der Kirche bieten immer neue Sichten und natürlich Fotomotive, sofern man mal das Glück hat, keine Menschengruppen im Bild zu haben. Was leider nicht häufig vorkommt. Aber Photoshop wird es schon richten.
Gruppe für Gruppe schob sich durch den Vorraum und den Hauptraum der Kirche. Man braucht zwar etwas Geduld, aber es bleibt an beiden Stationen genügend Zeit für die Erklärungen und die Betrachtung der Malereien. Vieles über das Bildprogramm hatten wir ja schon am Vortrag erfahren. Es gibt noch ein paar weitere Räumlichkeiten, wie das Hospitalzimmer, das Gewölbe mit einem 12.000 Liter Weinfass und natürlich den allfälligen Museumsshop. Blöderweise nahm ich hier nicht gleich ein Buch über die Meteora-Klöster mit, was einige Folgeaktivitäten im Laufe des Tages erforderte. Ich versuchte am Ende der Führung und meines eigenen Rundgangs noch Geduld zu bewahren, um den Pavillon ohne Menschen zu fotografieren. Eine Gruppe Chinesen war aber in ihrem gegenseitigen Fotografieren noch ausdauernder. Also doch Photoshop.
Nach zwei weiteren Fotostopps, davon einem mit einer nicht ungefährlichen Klettertour auf ein paar Felsen, aber dafür mit grandioser Aussicht, und einem mit perfekter Sicht auf das "James Bond-Kloster" der Heiligen Dreifaltigkeit kamen wir zum Stefans-Kloster (einem von zwei Nonnenklöstern). Hier führt eine kurze Fußgängerbrücke zum Eingang, sodass nur ein Stück steiler Straße nach untern und im Kloster einige Stufen nach oben zu überwinden sind. Die Malereien in der Kirche sind alle aus der Neuzeit und zum Teil noch gar nicht fertiggestellt. Interessant dabei, dass sich das Bildprogramm und die Stilistik in den letzten paar Hundert Jahren nicht verändert hat. Viel mehr kann man sich hier nicht anschauen. Von einer kleinen Terrasse aus hat man einen schönen Blick ins Tal. Außerdem verfügt das Kloster noch über einen kleinen hübschen Garten.
Im Shop gab es nur ein schmales Heftchen über die Klöster. Das war mir doch zu wenig. Auf jeden Fall hatten wir alle sechs Klöster zumindest aus einiger Entfernung von oben, der Seite und von unten gesehen. Und zwei davon besuchen können. Nachdem Carmen am Vortrag berichtet hatte, das der Weg zum James-Bond-Kloster extrem beschwerlich ist, was nicht durch besondere Architektur oder Kunst kompensiert wird, blieb damit auch kein Versäumnisfrust zurück.
Bei der Mittagspause in einem Lokal in Kalambaka stellten wir fest, dass man auch mit einem Salat mehr als satt werden kann und warum der Salat in einer Schüssel mit den Tellern extra kommt.
Bei der Fahrt in den Ort waren mir einige Souvenirläden aufgefallen und ich kam auf die Idee, dass man vielleicht dort ein Buch über die Klöster finden könnte. Tatsächlich wurde ich bereits in einem kleinen Laden direkt neben dem Lokal fündig.
Am Samstag vor und nach dem Frühstück
Das Familienweingut Loudas liegt am Fuß der Meteora-Felsen etwas außerhalb von Kalambaka. K. Loudas hatte Anfang der 2000er sein Hobby zum Beruf gemacht und mit seiner Frau das Weingut aufgebaut. Nach den anfänglichen Fehlern als Hobbywinzer, wie z.B. mehrere Rebsorten in einer Zeile, wurde man deutlich professioneller und exportiert inzwischen sogar bis Australien. An- und ausgebaut werden Weiß- und Rotweine sowie Roséweine. Das macht so 70.000 Flaschen im Jahr. Die meisten Trauben stammen aus den eigenen Weinbergen. Der Rest kommt von befreundeten Winzern. Der Weißwein wird nur in Stahltanks ausgebaut, der Rotwein kommt noch in Barriquefässer, die im Keller lagern. Die Frau des Hauses führte uns durch das Weingut. Die Weinprobe servierten anschließend sie und zwei ihrer Töchter in einem kleinen Hain neben dem Gebäude. Uns schmeckte insbesondere der Rosé, weswegen wir eine Flasche mitnahmen, um sie in den nächsten Tagen auf unserem Hotelbalkon am Meer zu genießen. (Das taten wir tatsächlich nicht und die Flasche ging mit nach Hause).
Am Abend gab es eine Süßkartoffelsuppe, Salat, geschmortes Rindfleisch auf Süßkartoffelpüree (Süßkartoffeln waren wohl gerade im Angebot) und eine Art Grießpudding.

Reiseroute

Olymp, Dion

18. September 2026


Am Dienstag im Hotel
Durch die thessalische Ebene fuhren wir Richtung Meer. Nicht weit davon entfernt erhebt sich der Berg der griechischen Götter aus der Ebene. Tatsächlich ist es ein ganzes Gebirgsmassiv, das den Namen Olymp trägt. Der höchste Gipfel Mykitas mit seinen fast 3.000 m ragt daraus empor.
Und am Fuß des Gebirges liegt Dion, die heilige Stadt der antiken Mazedonier. Auf der Zufahrt zum archäologischen Park durchquerten wir landwirtschaftlich genutzte Flächen, auf denen Kiwis angebaut werden. Die hätte ich jetzt in Griechenland nicht erwartet.
Ähnlich wie in Dodona liegen die Ausgrabungen in einem archäologischen Park in der freien Landschaft. Nur sorgt hier ein Fluss für viel Feuchtigkeit und auch einen höheren Bewuchs mit Büschen und Bäumen. Dazwischen finden sich die Ausgrabungen, die einen Zeitraum vom 4. Jh. v. Chr. bis zum 5. Jh. n. Chr. abdecken. Die sichtbaren Teile stammen allerdings eher aus der römischen und frühchristlichen Zeit. Neben dem Isis-Heiligtum schauten wir uns insbesondere die römischen Thermen und die Agora an, sowie eine Basilika und ein Wohnhaus mit Mosaikschmuck. Leider liegen die Theater etwas weiter weg, sodass sie nicht Teil unserer Besichtigungsrunde waren.
Im nahe gelegenen kleinen Ort legten wir in einer Taverne unsere Mittagspause ein. Ich probierte Bougourdi. Die Version hier bestand irgendwie nur aus zwei Scheiben Feta-Käse, Tomaten und Olivenöl. Die eigentlich dazu gehörende Schärfe fehlte komplett.
Direkt gegenüber der Taverne liegt das Museum, in dem viele Stücke aus Dion ausgestellt sind. Berühmtestes Stück ist eine Hydraulis, eine Wasserorgel. Und in einem separaten Bau nebenan das Dionysos-Mosaik aus dem danach benannten Haus im antiken Dion. Von einer an drei Seiten umlaufenden Balustrade kann man das große Mosaik sehr gut anschauen.
Auf dem zweiten Teil des Weges kamen wir wieder an Thessaloniki vorbei, wo wir einige Zeit in ein paar Baustellenstaus verbrachten.
Aber schließlich erreichten wir Chalkidiki und konkret die Kassandra-Halbinsel. Im nördlichen Teil des Fingers erreichten wir unser Hotel für den Rest der Rundreise und auch unsere Verlängerung. Das Hotel hat die Form eines flach abgewinkelten Kastens mit fünf Stockwerken und liegt direkt am Meer. Das Innere ist modern renoviert. Leider sind die Zimmer recht klein. Aber der Ausblick von unserem Balkon direkt auf das Meer und die Sithonia-Halbinsel gegenüber entschädigt dafür. Der Speiseraum für Abendessen und Frühstück befindet sich weitestgehend im Freien. Gegen mögliche Unbilden der Witterung kann der Bereich aber über eine stabile Markise und Rollos stufenweise abgeschottet werden. Das Abendessen in Buffetform bot eine große Auswahl an Speisen. Wir hatten wegen unseres Mittagessens mal wieder keinen großen Hunger, ließen uns aber einiges schmecken. Das Restaurant stellt das Buffet jeden Abend unter ein anderes Motto und bietet dann zusätzlich zu dem, was auf dem Buffet zu finden ist, ein Spezialgericht an, das man sich gut zu zweit teilen kann, sozusagen als Appetithappen. Am ersten Abend gab es griechisches Buffet und als Spezialgericht frittierte Calamares. In der Bar gleich nebenan saßen wir anschließend mit einigen aus der Gruppe noch eine Weile zusammen.
Wegen einer Veranstaltung war unsere Schifffahrt zum Berg Athos auf den Nachmittag verlegt worden, so dass wir am Samstag erst einmal würden ausschlafen können.

Reiseroute

Berg Athos

19. September 2026


Am Mittwoch am Strand
So schön es einerseits ist, wenn man nicht ständig das Hotel wechseln muss, erkauft man sich den Vorteil aber mit deutlich längeren Fahrzeiten, wenn die Besichtigungspunkte in der Region verteilt liegen.
Aufgrund einer Veranstaltung in Ouranoupoli konnten wir die Schifffahrt erst am Nachmittag machen und mussten daher erst um 10:00 Uhr vom Hotel los. Aber die Fahrt vom ersten zum dritten Finger dauerte zwei Stunden! Wir fuhren dabei weitgehend durch flache oder hügelige landwirtschaftlich genutzte Gegenden mit hauptsächlich, aber nicht ausschließlich Olivenhainen. Kurz vor unserem Ziel passierten wir das Eagles Palace Resort. Das kam mir bekannt vor. Und tatsächlich bestätigte Ioanna auf Rückfrage, dass das früher das Studiosus-Hotel auf Chalkidiki gewesen war. Höhere Preise und der Unwillen des Hotels, Gruppen aufzunehmen, führten dann zum Wechsel ins Ammon Zeus. Schade eigentlich.
Gegen 12:00 Uhr kamen wir in Ouranoupoli an. Zeit für die Mittagspause. In einer der Tavernen am Strand verbrachten wir die meiste Zeit bis zur Abfahrt um 14:00 Uhr. Die bettelnde Katze am Tisch bekam immerhin die Schwänze meiner frittierten Anchovis.
Später wurde Johanna noch in einem der Juweliergeschäfte fündig.
Das Ausflugsschiff war recht groß, so dass man problemlos einen Platz auf dem obersten Deck auf der Backbord-Seite finden konnte. Und die späte Abfahrt hatte außerdem den Vorteil, dass nun die Sonne aus der "richtige" Richtung kam.
Am Turm vorbei, der den Hafen in früheren Zeiten bewachte, ging die Fahrt in gemächlichem Tempo Richtung Süden. Die erste halbe Stunde tat sich am Ufer nicht viel, nur Hügel mit niedrigem Bewuchs. Während der langsamen Fahrt war genügend Zeit für die Erklärungen in mehreren Sprachen vom Band zur autonomen Region Athos, der Historie, der Verwaltungsorganisation und Grundsätzliches zu den Klöstern. Diese sind nicht, wie sonst üblich, Ordensklöster, sondern haben eine einheitliche Struktur, die auf die Gründungszeit zurückgeht.
Ich hatte irgendwie geglaubt, die Klöster würden, ähnlich wie die in Meteora, am Berg hängen (zugegeben, hatte ich mich da nicht so richtig vorbereitet). Tatsächlich liegen die ersten Klöster, die wir sahen, direkt am Meer. So richtig optisch und architektonisch ansprechend fand ich die ersten paar auch nicht. Ziemlich wilde Konglomerate aus Gebäuden, die wie hingewürfelt wirkten. Erstaunlich viel Raum für die paar Dutzend Mönche, die heute noch hier leben. Umso verwunderlicher, dass auch moderne Wohnblocks zu sehen waren. Die sind anscheinend für die doch recht zahlreichen Besucher gedacht.
Erst die Klöster weiter südlich rückten zunehmend die Berghänge hinauf und hingen wie Schwalbennester am Fels.
Als wir an einem der ersten Klöster vorbeifuhren, kam von dort ein Motorboot mit drei schwarz gekleideten Gestalten auf unser Schiff zu gebraust. Im ersten Moment fühlte ich mich an unser Erlebnis am Achensee im Sommer erinnert. Dort enterte ein COBRA/Kommando (das österreichische SEK) unser Ausflugsschiff im Rahmen einer Übung. Hier war das Boot allerdings mit Mönchen besetzt, wie ich bei einem Blick durchs Teleobjektiv feststellte. Was die von uns wollten, wurde erst später für uns klar. Als wir am südlichsten Punkt der Fahrt umkehrten, verließ auch ich das Oberdeck. Johanna war schon vorher nach unten gewechselt. Dort angekommen wurden die Landschaft und die Klöster zur Nebensache.
Zum einen hatten die Mönche, die auf der Hinfahrt an Bord gekommen waren, einen großen Verkaufsstand aufgebaut. Ikonen und Bildchen in jeder Form, verschiedene Devotionalien und sogar geweihten Grappa gab es zu kaufen. Das war aber nur ein Teil der Show. Bereits beim Boarden war uns eine Gruppe Menschen aufgefallen. Mehrere junge Frauen in bunten Kleider und Kopftuch. Ein paar von normal gekleideten Männern und Kleinkindern begleitet. Dazu ein kräftiger, bärtiger junger Mann mit braunen Hosen, die von Hosenträgern gehalten bis fast unter die Rippen hochgezogen waren. Dazu noch eine kleine schwarz gekleidete Nonne, von der ich erst annahm, sie wäre fast noch ein Kind. Die anderen meinten aber, sie wäre wohl schon älter. Frauen, Nonnen und der Mann wuselten auf dem Achterdeck umher. Immer im Gespräch mit einem anderen Mann, der wohl zu den Mönchen gehörte, wenn auch normal gekleidet. Bei jedem Kloster fielen die Frauen auf die Knie und bekreuzigten sich mehrfach. Irgendwann segnete der alte Mönch, der an Bord gekommen war, die ganze Gruppe (da mussten dann auch die jungen Väter herhalten). Das ging so die ganze Zeit, während wir die Klöster passierten. Dazwischen wurde aber auch schon mal das Handy für Selfies gezückt. Ganz aus der Zeit gefallen, waren sie wohl doch nicht. Die kleine Nonne setzte noch eins drauf und warf sich gut 15 - 20 Mal immer wieder auf den Boden, stand auf, bekreuzigte sich und fiel wieder auf den Boden. Dann zückte sie ihr Handy, machte eine Aufnahme vom Berg Athos und setzte anschließend die Dauer-Bekreuzigung noch eine Weile fort. Bei allem Verständnis und Toleranz für gläubige Menschen. Aber das kam mir schon eher sinnentleert mechanistisch vor.
Schließlich hatten auch die Mönche ihren Verkaufsstand zusammengepackt. Ein Großteil der Gegenstände blieb tatsächlich in Truhen verstaut an Bord. Der Besuch der Mönche und den Verkaufsstand gibt es nicht bei jeder Fahrt. Nur wenn eine Gruppe das wünscht, kommen sie an Bord. Und die Gruppe pilgernder Frauen hatte sich das anscheinend gewünscht. Woher sie kamen, konnten wir nur erahnen. Bulgarien oder Serbien eventuell.
Nach drei Stunden Fahrt erreichten wir wieder den Hafen und zwei Stunden später unser Hotel. Ein langer Tag, aber in der Bar hatten wir einiges zu diskutieren ob des Erlebten.

Reiseroute

Stagira und Arnea

20. September 2026


Am Mittwoch Nachmittag im Hotel
Nachdem es am Anfang der Reise noch einige Verwirrung gab, ob genügend Teilnehmer an dem Sonderausflug teilnehmen würden, fanden sich schließlich doch elf Unentwegte, die sich am relativ frühen Morgen bei unserem Bus einfanden. Und wieder stand erst einmal eine lange Fahrtstrecke an. Das alte Stagira liegt beim Dorf Olympiada an der Ostküste der Handfläche von Chalkidiki, also nördlich des Athos-Fingers. Den ersten Teil der Strecke kannten wir schon. Auf dem zweiten Teil kurvten wir durch die Berglandschaft. Waren in den vergangenen Tagen Laubwälder vorherrschend, so fuhren wir nun durch richtigen Mischwald. Ein klein wenig war ich an meine Pfälzer Heimat erinnert. Da sieht man zwischen den Bäumen aber allenfalls die Rheinebene in der Ferne und nicht das Meer. Nach eine Kaffeepause in einem kleinen Ort kamen wir nach zwei Stunden endlich beim alten Stagira an. Es gibt etwas weiter im Landesinneren ein neues Dorf, das sich auch Stagira nennt, weil man fälschlicherweise dort einige Zeit das antike Stagira vermutete. Das wurde aber durch die Ausgrabungen an der Stelle, die wir jetzt besuchten, widerlegt. Der Ort oben auf einem Berg über dem Meer war von Phillip II. zerstört, aber, weil Geburtsort von Aristoteles, der angeblich als Lehrer von Alexander dem Großen fungiert hatte, wieder aufgebaut worden.
Wir begannen die Besichtigung ganz oben auf der Akropolis bzw. der späteren Zitadelle, zu der wir allerdings auch noch ein Stück aufsteigen mussten. Dort waren nicht nur die antiken Mauern der Burg zu besichtigen, sondern der Blick schweifte über das Meer und eine ganze Reihe Buchten. Auf dem Weg nach unten (und teilweise wieder nach oben) auf einem Bohlenweg kamen wir an der antiken Gedenkstätte für Aristoteles, an byzantinischen Mauern, an der Agora und Ladengeschäften vorbei. Die alten Griechen mussten ganz schön fit gewesen sein, bei der Lage der Stadt hoch über dem Meer. Der Weg führte bis hinunter in den kleinen Ort Olympiada, wo wir unsere Mittagspause machten. Ich probierte Fava (einen Linsendip) und nochmal Bougourdi. Dabei fragte ich den Kellner extra, ob sie das auch scharf zubereiten. Auf Wunsch des Gastes, ja, meinte er. Nun, die Schärfe bestand aus zwei Scheibchen Peperoni. Ich muss das Gericht zu Hause wohl selbst machen. Hohe Kochkunst ist dafür ja nicht notwendig.
Das Dorf Arnea liegt ebenfalls auf der Handfläche etwa auf Höhe der Halbinsel Sithonia. Dort angekommen führte uns Ioanna zunächst in die Metropolitankirche des Hl. Stephan. Die ist zwar recht neu, weil ein Brand 2005 den Innenraum fast vollständig zerstört hatte, aber im Inneren ein Schatzkästchen in mehrfacher Hinsicht. Von der niedrigen Decke hängen zahlreiche Leuchter, die Wände sind mit Malereien bedeckt und die Schnitzereien der Ikonostase sind sehr hochwertig. Die zweite Besonderheit ist, dass in den Fußboden quer Glasflächen eingelassen sind, durch die man die Mauern aus byzantinischer und frühchristlicher Zeit sehen kann.
Wieder im Freien zählte Ioanna ihre Schäfchen und kam auf 10, auch nach mehrmaliger Wiederholung. Ein Anruf bei unserem Busfahrer schuf Aufklärung. Eine unserer Mitreisenden hatte den Ausstieg regelgerecht verschlafen und war erst aufgewacht, als der Busfahrer an einer Tankstelle gehalten hatte. Wenig später stieß sie dann doch noch zur Gruppe.
Am Donnerstag im Hotel
Wir unternahmen einen kleinen Spaziergang durch den Ortskern mit seinen vielen renovierten und bunt gestrichenen Häusern. Schließlich kamen wir auf einem kleinen Marktplatz an. Das war irgendwie neu. Bisher waren wir entweder durch Reihendörfer gefahren oder hatten allenfalls den Strandbereich eines Dorfes gesehen. Der kleine Platz ist etwas länglich und weist eine gewisse Steigung auf, da das Dorf an einem flachen Hang liegt. Verkehrsberuhigung ist kein Thema, da eine der Hauptstraßen des Ortes über den Platz läuft. Um den Platz herum haben sich zahlreiche kleine Läden und Tavernen angesiedelt. Während die meisten aus der Runde gleich in eine der Tavernen einfielen, suchte ich noch eine Weile nach Fotomotiven. Dabei fiel mir laute griechische Musik auf. An einer kleinen Backsteinkirche mit Kuppeln vorbei lief ich immer weiter hangabwärts. Die Lautstärke der Musik reichte aus, um das halbe Dorf zu beschallen. Schließlich fand ich die Quelle, eine private Feier im Vorgarten eines Hauses. Ioanna meinte später, dass es wahrscheinlich eine Taufe war. Jedenfalls schied eine private Feier natürlich als Fotomotiv aus und ich machte mich auf den Rückweg zum Marktplatz, wo ich die Gruppe in einer Taverne fand.
Am Donnerstag im Hotel
Ich nahm noch eine hausgemachte Limonade, während Ioanna in der Taverne Süßigkeiten für die Gruppe holte. Kürbis in Blätterteig. Wie üblich sehr süß. Unser Bus schaffte es tatsächlich, sich durch die engen Gassen und parkenden Autos auf dem Platz zu schlängeln und uns einzusammeln. Wieder um einige Eindrücke reicher kehrten wir ins Hotel zurück.

Reiseroute

Sithonia

21. September 2026


Am Dienstag Vormittag im Hotel
Letzter Programmpunkt der Rundreise war der mittlere Finger der Chalkidiki-Halbinsel, Sithonia. Besichtigungen waren nicht mehr angesagt, stattdessen Rundfahrt mit Landschaft, Buchten und kleinen Orten.
An der Wurzel des Fingers in Nikiti besuchten wir einen kleinen Laden, in der die Familie zeigte, wie sie Honig herstellt ("Der Imker" Kouras Ioannis). In den letzten Tagen hatten wir am Straßenrand immer wieder Kästen mit Bienenstöcken gesehen. Mal einen, mal eine ganze Reihe von vielleicht 20 oder noch mehr. Die Frau des Hauses zeigte uns die kleine Anlage zum ersten Ausdrücken der Waben, der Zentrifuge und einem Edelstahl-Kessel, wahrscheinlich zur Filterung. Wir konnten danach die verschiedenen Honigsorten probieren, wobei sie mir alle ziemlich süß erschienen. Auch die Oliven und das Olivenöl konnten wir probieren. Gerade der nördliche Teil von Chalkidiki, sozusagen die Fingerwurzel, ist weitläufig mit Olivenbäumen bepflanzt, die, im Gegensatz zu Apulien, alle gesund und in vollem Grün dastehen. Und natürlich gab es einen kleinen Laden. Damit war wieder ein Teil der Mitbringsel gesichert.
In Neos Marmaras legten wir eine etwas längere Pause ein. Das Dorf ist eine typische Mischung aus alter Ortschaft und viel touristischer Infrastruktur an einer schönen Bucht mit einer kleinen Marina. Nach einer kurzen Fotorunde gesellte ich mich zu Johanna und Romana in einem Café oberhalb der Bucht und trank einen Freddo Espresso. Von hier aus konnte man die Hotelanlage Porto Carras erkennen, die der gleichnamige Reeder in den 60ern hatte bauen lassen. Eine der typischen Architektursünden, die die schönsten Ecken dieser Welt verschandeln. Auf der Weiterfahrt konnte ich einen kurzen Blick auf den Golfplatz, der zu der Anlage gehört, erhaschen. Eine Frau aus unserer Gruppe erzählte am Abend, dass sie mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann einmal in dem Hotel war und auch den Platz gespielt hatte, der wohl in der Zeit aber etwas heruntergekommen war. Porto Koufo, wo wir auch einen Stopp einlegten, ist ein winziges Nest in einer Bucht, die aber durch ihre Form, die umgebenden Hügel und die enge Öffnung zum Meer selbst vor stärkeren Winden schützt.
Damit hatten wir fast den Südzipfel von Sithonia erreicht und wendeten uns der Ostseite zu wieder Richtung Norden. Die Straße führt beständig durch die bergige, von Wiesen, Buschland und Wäldchen bedeckte Landschaft. Auf der Fahrt nach Norden konnte man im Dunst immer wieder den Berg Athos erkennen.
In Sarti sollte unser Abschiedsmittagessen stattfinden. Der Ort scheint ebenfalls fast nur aus Pensionen, Ferienwohnungen und Tavernen zu bestehen und verfügt natürlich über einen Strand. Unsere Taverne fand sich allerdings ein kleines Stück innerhalb des Ortes. Zum angekündigten Seafood BBQ bestellte ich erst einmal einen Retsina. Der in der Vergangenheit in Verruf gekommene Weißwein erlebt inzwischen eine Renaissance. Ich bekam eine bauchige Halbliterflasche und stellte fest, dass der Wein ganz gut schmeckte, gerade wegen seines etwas würzigen Aromas. In schneller Folge kamen dann die Platten mit dem Essen auf den Tisch: Ein Teller mit Tsatsiki, Käsecreme und Taramosalata, gegrilltes Gemüse, griechischer Salat, frittierte Anchovis, Miesmuscheln, große Garnelen, frittierte Calamari noch ein paar Pommes. Johanna bekam als Alternative Hähnchen-Souvlaki.
Vor dem Obstteller zum Nachtisch nutzen Franz, einer unserer Schweizer Mitreisenden und ich die Gelegenheit für die Danksagung an Ioanna und Sotiris, unseren Busfahrer. Ich hatte bei unserer Ankunft in Kallithea schon zwei Umschläge an der Rezeption besorgt und dann beim Abendessen die Sammlung angekündigt. So eine Gruppenblamage wie bei der Reise in Malaysia, wo es weder eine Sammlung noch eine Verabschiedung des Reiseleiters gab, wollte ich nicht noch einmal erleben. Aber in unserer Griechenland-Gruppe war das überhaupt kein Problem. Alle erklärten sich bereit, mitzumachen. Am morgen im Bus waren die Umschläge schnell durch die Reihen gelaufen. Für die Ansprache hatte ich bei unserem Gruppenältesten angefragt. Der hatte sich auch bereit erklärt. Allerdings ging es ihm an diesem Tag leider so schlecht, dass er die Tour nicht mitmachte und stattdessen einen Arzt kontaktierte. Ich überlegte mir schon, was ich denn nun sagen könnte, als mich Franz ansprach und meinte, er hätte ein Gedicht vorbereitet. Ds war doch schon mal klasse.
Und so standen wir nun vor der Gruppe und er trug sein Gedicht, dass die Reise in Reimform und auf lustige Art beschrieb, vor. Das war richtig gut und mir blieb nur noch, die beiden Umschläge zu überreichen. Ioanna und Sotiris freuten sich sichtlich.
Wir waren nicht die einzigen, die sich oben in Kallithea vom Bus absetzen ließen. Der Höhenunterschied zwischen dem Meer, wo unser Hotel liegt, und dem Ort ist beträchtlich. Hochlaufen ist kein Spaß, herunterlaufen wäre aber machbar. Wir folgten den Hinweisen eines unserer Mitreisenden und machten uns, vorbei an kleinen Geschäften und Tavernen, auf den Weg zum Supermarkt am Ende des Ortes. Auffällig war das fast Überangebot an Bierdosen. Aber wir sichten noch Ouzo und Tsipouro. Was wir auch beides fanden. Und den Retsina, den ich am Mittag getrunken hatte. In der Taverne nebenan tranken wir noch ein Bierchen, bevor wir uns an den Abstieg zum Hotel machten. Die Straße war zwar steil, führte aber ohne Serpentinen und Umwege nach unten.
Am Abend im Hotel nach dem Abendessen fand sich ein großer Teil der Gruppe nach und nach in der Hotelbar ein. Erst spät am Abend löste sich die Runde langsam auf.

Links

Sithonia

Reiseroute

Balkonien

22. September 2026


{Am Morgen im Hotel}
In der Nacht hatte es ein Gewitter gegeben und, wie in den Wetter-Apps angekündigt, war es am ersten Morgen nach der Rundreise stark bewölkt, die Temperaturen auch spürbar niedriger. Aber wir vertrauten den Wettervorhersagen, dass das nur ein vorübergehendes Phänomen sein sollte, wobei aber die Temperaturen in den nächsten Tagen eher bei 25° liegen sollten.
Beim Frühstück konnten wir uns noch bei einigen der abreisenden Gruppenmitglieder verabschieden. Andere hatten schon einen sehr frühen Transfer. Und ein recht großer Teil der Gruppe hatte, wie wir, einige Tage Verlängerung.
Für Strand war es uns zu frisch, also ließen wir uns erst mal auf unserem Balkon nieder und ich konnte endlich wieder am Reisebericht arbeiten. In den letzten Tagen hatte ich das vernachlässigt. Morgens und Abend war irgendwie keine Zeit. Und schreiben während der Busfahrt wäre bei den kurvenreichen Strecken auf Nebenstraßen auch nicht richtig gut gewesen.

Strand

23. September 2026


{Am Mittwoch Nachmittag im Hotel}
Die Schlechtwetterfront endete mit ein paar mal Donner in der Nacht. Heute schien die Sonne wieder, wenn auch am Vormittag noch ein kühler Wind ging. Aber damit war nun endlich Zeit für Strand. Das Meerwasser ist kristallklar und man kann ziemlich weit hineinlaufen, ohne dass auch nur der Bauch nass wird. Das erinnerte mich an Grado, auch wenn das Wasser dort bei weitem nicht so klar und sauber gewesen war. Was an den Füßen zwickte, waren dann auch keine kleinen Krabben, sondern kleine Fische.
Am späteren Nachmittag wollte ich endlich den Ammon-Zeus-Tempel, Namensgeber unseres Hotels, der direkt daneben liegt, erkunden. Aber wo war der Eingang? Ich dachte, der müsse oben sein und stieg die steile Straße hinauf bis fast vor die Unterführung und dann die absteigende Straße parallel zum Strand wieder hinunter. Damit war ich aber schon viel zu weit. Zum Glück gab es einen Trampelpfad zum Strand und ein Stückchen weiter fand sich auch der Eingang zum Ausgrabungsgelände. Die Öffnungszeit endete allerdings um 15:30 Uhr. Also morgen nochmal. Zurück zum Hotel sind es am Strand entlang nur ein paar Meter. Aber der kleine Workout war nach dem Strandtag auch ok.

Ammon-Zeus Tempel

24. September 2026


{Am Donnerstag im Hotel}
Gleich nach dem Frühstück lief ich nochmal hinüber zu den Ausgrabungen. Jetzt waren sie auch geöffnet und in dem Wächterhäuschen wies eine Frau darauf hin, dass es keinen Eintritt kostet, man sich aber (natürlich) auf den Wegen halten sollte. Das Gelände ist nicht groß, beherbergt aber gleich drei verschiedene Ausgrabungen. Neben dem eigentlichen Ammon-Zeus-Tempel noch eine Badeanlage aus römischer Zeit und Reste eines Heiligtums für Dionysos und der Nymphen. Auch Asklepios wurde an diesem Ort verehrt.
Nach dem kurzen Ausflug gesellte ich mich zu Johanna an den Strand. Das Wetter war weiterhin perfekt. Mal sehen, ob es am Abend auch wieder abkühlen würde. Gestern waren wir schon nach dem Essen im Innenbereich der Bar gewesen, weil es draußen zu kalt geworden war.

Dieses und jenes

25. September 2026


{Am Samstag während der langen Wartezeit in der Hotellobby auf unseren Transfer ab späteren Nachmittag}
Der Wind war heute wieder etwas kälter, sodass ich einen weiteren Badegang vermied. Höhepunkt des Tages war das Olivenöl Tasting. Wir hatten davon nur zufällig von unseren Mitreisenden erfahren und ich hatte mich auch gleich angemeldet. Johanna natürlich nicht, da sie keine Oliven oder Olivenöl mag.
Pünktlich um 12:00 Uhr war ich an der Rezeption und damit der einzige Teilnehmer. Mit einem Restaurantmitarbeiter begab ich mich in das Al-la-Carté-Restaurant. Dort erwartete mich geröstetes Brot, ein Schälchen mit Oliven und zwei Flaschen Olivenöl. Eines davon war das hoteleigene Öl, das andere von einem Betrieb in der Nähe. Mithilfe eines Videos erklärte er mir einiges rund um Aufzucht, Ernte und Verarbeitung des Olivenöls. Die beiden Öle waren durchaus unterschiedlich im Geschmack, wobei das aus dem anderen Betrieb ein deutlich intensiveres Aroma nach Oliven hatte.

Rückreise

26. September 2026


{Am Samstag während der langen Wartezeit in der Hotellobby auf unseren Transfer ab späteren Nachmittag}
Der Anfang unseres Abreisetages war meiner Laune nicht zuträglich. Dass wir unser Zimmer schon um 11:00 Uhr räumen mussten, hatten wir schon am Vortag erfahren. Also waren fünf Stunden Warten angesagt. Hinzu kam, dass die in den Wetter-Apps angekündigte Schlechtwetterfront tatsächlich durchzog. Dunkle Wolken, starker Wind und ein aufgepeitschtes Meer machten eine Überbrückung der Wartezeit am Strand unmöglich. Und dann kam auch noch eine E-Mail der LH hinzu. Wegen Wechsel des Flugzeugs waren unsere Sitzplätze geändert worden und statt zwei extra bezahlten Gangplätzen hatten wir jetzt Gang- und Mittelplatz. Der Versuch, den Platz wieder vom Folter-Platz auf einen Gangplatz zu ändern, scheiterte. Der Flieger war voll und die noch verfügbaren Plätze am Notausgang sollten nochmal extra kosten. Da wird eine Beschwerde an die LH mit Rückforderung des unnütz bezahlten Platzes anstehen.
Die lange Wartezeit wurde wenigstens etwas, im wahrsten Sinne, versüßt durch ein Metaxa-Tasting mit Süßigkeiten kurz nach Mittag. Es gab zwar nur einen 5*-Metaxa, aber immerhin. Langsam ließ das schlechte Wetter auch etwas nach. Es war zwar immer noch windig, aber der Wind war durchaus warm. Aber so richtig angenehm war es draußen immer noch nicht.
{Zuhause} Pünktlich um 16:00 Uhr holte uns ein Taxi ab und brachte uns in etwa 45 min zum Flughafen. Da wir noch jede Menge Zeit und das Flugzeug zusätzlich 20 min Verspätung hatte, konnten wir noch etwas essen. Eine kostenlose Bordverpflegung gibt es ja bei der LH selbst bei europäischen Flügen nicht mehr. Eines der Lokale an unserem eigentlich geplanten Gate bot Gyros mit Pitta-Brot und Pommes und ein großes Bier an. Die Portionen waren echt groß, sowohl mein Schweine- als auch Johannas Hähnchen-Gyros sehr schmackhaft. Und der Preis ging auch in Ordnung. Ein Flugsteigwechsel machte es dann notwendig, zum anderen Ende des Terminals zu laufen. Anders als in Frankfurt sind das hier aber kurze Strecken. Der Airbus A321 neo war offensichtlich sehr neu und hat Gepäckfächer, die es erlauben, Trolleys senkrecht zu verstauen. Das alles machte den Mittelplatz nicht angenehmer. Der kostenlose Service war erbärmlich, eine kleine Flasche stilles Wasser und ein Stück Schokolade. Alles andere gegen Bezahlung. Das ist echt Billigflieger-Niveau. Die LH-Partner, mit denen wir zuletzt geflogen waren, machen das alle etwas besser. Das Geschrei und Gewimmer von Kleinkindern während des Fluges trug auch nicht gerade zu einem ruhigen Flug bei. Aber nach 2,5 Stunden war es überstanden. Der Rest war Routine und gegen 23:00 Uhr waren wir wieder zu Hause.